Ostsee 2008

2008-07-17 Elmshausen , Lautertal

Diesmal geht es einmal rund um die Ostsee. Wir haben 6 Wochen Zeit und wollen 7 Länder bereisen. Das sind ohne große Abstecher ca. 8000km. Los geht es mit Polen danach durchs Baltikum. Hier wollen wir uns die kurische Nehrung sowie die Insel Saarema ansehen. Weiter nach Finnland. Und dann immer geradeaus. Auf die stillen Wälder und die herrliche Natur freue ich mich schon besonders. Dann durch Schweden und Dänemark und wenn alles klappt sind wir am 5.9. zum MRT in Gieboldehausen. Wir haben dann jede Menge Bilder und Videomaterial dabei und die Köpfe voller Eindrücke der Reise. Vielleicht trifft man sich ja dort. Hier der vorläufige Routenplan:


2008.08.01 Elblaq, Polen

Von guten und von schlechten Straßen.

Wie immer sind wir am Anfang viel zu schnell unterwegs. Wir haben jetzt nach gerade mal 3 Tagen schon 1200 km Fahrt hinter uns. Die Straßen in Polen sind zum Teil sehr gut ( Hier steht dann immer ein Schild der EU) oder auch kaum befahrbar. Von Kopfsteinpflaster über Betonplatten und tiefen Spurrillen können wir jetzt berichten. Auch der Campingführer ließ uns schon im Stich. So schliefen wir am 2ten Tag an einem kleinen See und konnten uns den tollen Sternenhimmel betrachten.

Die Nacht war zwar kurz, da in der Nähe die Bahn verlief, trotzdem war es wunderschön. Dann weiter Richtung Danzig. Das waren noch gute 440 km doch die Straßen waren Anfangs gut, und so spulten wir schnell 200 km ab. Dann zum Ende hin wurde es immer schlechter. Kopfsteinpflaster, Baustellen und Umleitungen hielten uns auf. Dann noch riesige Staus in den Städten, zum Schluß die Krönung eine Straße aus Betonplatten, wobei uns jede mit einem Schlag in die Federung begrüßte. Zum Schluß kamen wir auf dem Zeltplatz in Elblaq an wo wir erstmal 2 oder 3 Tage bleiben.


2008.08.04 Mindunai, Litauen

Das nächste Land.

Noch voller Tatendrang wollten wir uns Danzig anschauen, denn da findet zur Zeit das Dominikanerfest statt. Leider hatten wir nicht mit den Tausenden von Touristen gerechnet. Die wollten auch alle dahin. Schon 11 km vor der Stadt ging nichts mehr. Stau ohne Ende. Dazu die Fahrweise der Polen, die man nur Todesverachtend nennen kann. Es wird immer und überall überholt. Selbst wenn da keine Lücke ist. Motorräder haben gleich gar kein Recht auf eine komplette Spur. So wurden wir des öfteren haarscharf geschnitten und nur durch schnelles ausweichen kam es zu keinem Unfall. Das wollten wir uns nicht weiter antun und kehrten wieder um. In Elblaq assen wir zuabend auf eine Empfehlung hin, und wurden mal wieder bitter entäuscht. Alles aufgewärmt und aus der Mikrowelle, dazu noch teuer. Aber wir waren einigermaßen satt, und am nächsten Tag hatten wir dann auch noch Montezumas Rache zu spüren bekommen. Also weiter durch Polen Richtung Litauen. Jetzt schon schlauer, fuhren wir die kleinen Landstraßen durch Masuren und endlich fanden wir das beschauliche und friedliche Polen das wir die ganze Zeit gesucht hatten.

Kaum Verkehr die Straßen gut, so kamen wir recht schnell voran, und machten dann Station in Stary Folwag. Ein kleiner privater Camping direkt am See, keine warme Dusche dafür Plumpsklo und am Abend noch ein kostenloses Konzert das über den ganzen See schalte. Früh am Morgen ( 6:00 Uhr ) sprangen wir erstmal in den See dann ging es weiter Richtung Litauische Grenze. Wieder sehr unspektakulär der Grenzübergang doch dann welche Überraschung. Durchweg gute Straßen die Menschen freundlich und aufgeschlossen. Hier fühlten wir uns willkommen. Nach einem Einkauf wollten wir auf den neuen City Campingplatz in Vilnius, doch der war natürlich nicht ausgeschildert und in der Stadt war soviel los, das wir gleich weiter Richtung Norden weiterfuhren. Der erste Camping den wir erreichten wollte 50 Litras das wären ca. 14 Euro!. Das war uns dann doch zu teuer, und weiter fuhren wir auf den nächsten Platz. Der war mitten im Wald und nur über einen schlechten Feldweg zu erreichen. Doch der Weg hat sich gelohnt. Ein schöner Platz an einem See inmitten von Kiefernwald. Heute Abend gibt es noch frische Pfifferlinge mit Nudeln und morgen fahren wir weiter nach Lettland.


2008.08.09 Salme, Estland

Insel Saareema

Wir sind mittlerweile in Estland angekommen. Nachdem wir relativ zügig durch Lettland gefahren sind wollten wir in Riga Station machen. Der Platz war schnell gefunden, und wir trafen die ersten Motorradreisenden. Die kamen aus Roßdorf, bei uns zuhause gerade um die Ecke. So klein ist die Welt.

Am nächsten Tag fuhren wir mit dem Bus nach Riga, zum Sightseeing. Sehr angenehme Stadt, alles sehr ruhig und sauber, keine Hektik, und sehr entspannt. Großzügige Parks und Bauwerke wollen bestaunt und fotografiert werden. Wir besuchten die bekannten Markthallen, die von den Russen gebaut wurden um dort Zeppeline herzustellen. Das wurde dann nichts, und praktischer Weise sind dort heute 5 Markthallen untergebracht. Jede mit einem anderen Thema, also Fleisch, Fisch, Käse, Gemüse etc. Dort kauften wir ordentlich ein, und am Schluß noch eine Flasche Rotwein in einem separatem Alkoholgeschäft.

Abends dann wieder Planung der Reise. Wir wollten weiter nach Ventspils, und von dort mit der Fähre auf die Insel Saareema. Relativ schnell waren die Kilometer abgespult, doch dann die Entäuschung. Die Fähre fährt erst am nächten Tag um 18 Uhr. Nach anfänglichem Ärger machten wir das beste daraus und fuhren auf den City Camping in Ventspils. Das war ein Glücksgriff. Super eingerichtet mit Küche und Aufenthaltsräumen verbrachten wir einen gemütlichen Abend.

Wir lernten noch 3 Mädels aus Deutschland kennen die mit Fahrrädern unterwegs waren. Die waren relativ unvorbereitet in Ihren Urlaub gestartet, und brauchten etwas Hilfe bei der Instandsetzung Ihrer Fahrräder. Am nächsten Tag dann sehr entspannt zusammenpacken und gegen 18 Uhr ging dann die Fähre nach Estland auf die Insel Saareema. Dort kamen wir gegen 22 Uhr an, und prompt fing es an zu regnen. Bis auf den Campingplatz waren es nur 25 km und gerade noch vor dem großen Regen stand unser Zelt. Die Nacht war sehr unruhig denn ein paar finnische Motorradfahrer feierten bis in den frühen morgen. Heute ist erstmal ausruhen und Urlaub angesagt dann sehen wir weiter.


2008.08.13 Säkylä, Finnland

Endlich wieder Kurven

Nach einer Regennacht war am nächsten Tag die Sonne wieder da, und wir starteten eine Rundfahrt um Saaremaa. Fährt man von der Hauptstrasse ab, geht es über gute Pisten weiter zur Nordseite der Insel. Hier gibt es die einzige Steilküste der Insel mit 21 Metern eher bescheiden. Touristisch kaum erschlossen gibt es dort eine Tauchbasis mit Campingplatz. Bei den kalten Temperaturen möchten wir nicht tauchen gehen. Trotzdem trinken wir dort einen Kaffee bevor es weitergeht. Die einzigen noch intakten Windmühlen ziehen uns an.

Der Weg ist leicht zu finden da fast alle Straßen schnurgeradeaus verlaufen. Die Mühlen sollten noch im Orginalzustand sein, kaum zu Glauben bei den Witterungsbedingungen. Den ganzen Tag schon verfolgten uns dunkle Regenwolken, doch bisher hatten wir Glück und die Sonne konnte sich durchsetzen. Nachdem wir noch die Meteoritenkrater bei Angla besichtigt hatten wollten wir schnell weiter. Doch diesmal meinte es Petrus nicht gut mit uns und bevor wir uns unterstellen konnten waren wir nass bis auf die Haut. Beim weiterfahren dann nach 5 km war die Straße staubtrocken! Zurück in Kuressaare (Hauptstadt von Saaremaa) tankten wir erstmal und dann ging es zurück zum Platz. Unterwegs hielten wir noch an der engsten Stelle der Insel und liefen zum Strand.

Auf dem Campingplatz war mittlerweile ein deutsches Radlerpärchen angekommen und so plauderten wir den ganzen Abend und tauschten Reiseerlebnisse aus. Am nächsten Tag ging es weiter zunächst mit Ziel Tallinn. Schnell hatten wir über den Damm die Insel Muhu erreicht und fast wäre ich ins Meer gefahren so plötzlich tauchte die Fähranlegestelle auf. Wir hatten Glück den die Fähre wurde gerade beladen. Die Motorräder wurden an der Seite geparkt und schon ging es los auf das Festland. Dort ging es erstmal wieder stundenlang nur geradeaus, unsere Reifen sind schon ganz eckig abgefahren. Doch bald war Tallinn erreicht und wir suchten das Schild zur Fähre. War nicht einfach zu finden, doch letztendlich trafen wir am Fährhafen ein. Dieser war recht groß und unübersichtlich. Nach einigem Hin und her hatten wir endlich Tickets für die SuperSeacat die in 30 min abfahren würde nach Helsinki. Die Verladejungs der Fähre waren aber ganz cool, und nachdem wir einen Platz zugewiesen hatten befestige ich die Motorräder gewissenhaft mit den Spanngurten. ( Die Jungs hatten davon keine Ahnung und wollten die Gurte über die Sitzbank spannen.)

Die Fähre machte Ihrem Namen alle Ehre, und in 100 Minuten waren wir schon in Finnland dem 5 Land unserer Reise. Sehr ruhig ging das Entladen vonstatten und wir fuhren mit den Motorrädern an den Autoschlangen vorbei zur Hauptstrasse. Leider muß man durch ganz Helsinki um auf den äußeren Straßenring zu kommen. So dauerte es eine Weile bis wir die richtige Abfahrt nach Turku gefunden hatten. Endlich gab es auch wieder nennenswerte Kurven zu fahren, das ewige geradeaus kann einem schon den Nerv töten. Dem Großstadtstreß entflohen fanden wir etwas außerhalb einen kleinen Campingplatz, und der nette Finne erklärte uns alles in bestem Englisch. Nachts regnete es mal wieder doch der morgen empfing uns mit strahlendem Sonnenschein. Weiter ging es auf kleinen Straßen und Pisten bis zur Stadt Säkylä an einem See gelegen. Hier sollte es mehrere Campingplätze geben. Doch erst der dritte war noch offen und etwas außerhalb wunderschön an dem See Pyhäjärvi gelegen. Wir sind mutterseelenalleine auf einem wirklich großen Platz, und genießen die Ruhe und die Einsamkeit. Dieser Bericht wurde im Vorraum der Frauendusche geschrieben. Hier ist es warm und trocken. Strom gibt es umsonst und das offene Wlan ist natürlich ideal um sich die Zeit zu vertreiben. Hier werden wir erstmal wieder etwas urlauben.


2008.08.18 Oulu, Finnland

Regen und schnurgerade Strassen

Der Morgen strahlte uns mit praller Sonne an, und bei bestem Wetter ging es weiter Richtung Norden. Unser Ziel für diesen Tag hieß Vaasa. Doch Petrus hatte wohl keine Laune und gegen mittag zog Regen auf. Zuletzt mußten wir in die Regenkombis und bei strömendem Regen fanden wir Unterschlupf in einem kleinen Schrauberladen an der Straßenkreuzung nach Aminne. Das war gleich die Gelegenheit nach einer Kette für meine DR zu fragen, da schon in Masuren abzusehen war das die Kette nicht durchhalten wird. Die letzten beiden Urlaube in Afrika haben wohl eindeutig Ihren Tribut gefordert und diese vorzeitig verschleissen lassen. Der gute Mann in dem Shop war auch sehr hilfsbereit und hätte mir mit grinsendem Gesicht gerne eine Reginakette für schlappe 160 Euro verkauft. Das war dann doch etwas viel, und auf Nachfrage gab er uns zwei Adressen in Vaasa wo wir nachfragen sollten. In Aminne gibt es einen Campingplatz und angesichts des besch.. Wetter nahmen wir uns eine kleine Hütte. Erstmal alles ausbreiten und trocknen.

Die Chefin vom Platz ( O-Ton = I have everything ) war sehr nett und nachdem die Waschmaschine lief und wir wirklich sehr heiß duschen konnten war die Welt erstmal wieder in Ordnung. Für den nächsten Tag war einkaufen und Kette besorgen angesagt. Mit der Adresse von AJ-Bike (Motorradladen in Vaasa) zogen wir los. Im Industriegebiet fragte ich dann kurzerhand bei einem Autohändler. Der wußte auch gleich wo der Laden zu finden ist. Gerade 2 Querstraßen weiter. Wenn das mal keine Intuition war… Bei AJ-Bike sprach man vorzüglich Englisch. Ich hatte den Eindruck besser als wir… Der Verkäufer hatte alles da bis auf das hintere Ritzel. Das wollte er aus Helsinki bis zum nächsten Tag besorgen. Ansonsten dann erst am Montag. So weit so schlecht, machten wir uns auf Vaasa zu entdecken. Hier zeigte sich mal wieder die absolute Coolness der Finnen denn in der Stadt kommt keinerlei Hektik oder Stress auf. Alles läuft ruhig und besonnen ab so fanden wir schnell ins Centrum zum Sightseeing. Einen Kaffee später stürmten wir einen riesigen Supermarkt um einzukaufen.

Doch die aufgerufenen Preise sind eher was für Rockefellers. Alles sauteuer, so blieb es halt beim notwendigsten. Zurück auf dem Platz nutzen wir erstmal die geräumige Küche um uns ein leckeres Abendessen zu kochen. Zur Feier des Tages trieb Anja noch 0,5 Liter Rotwein auf der hier mit 8 Euro zu Buche schlägt. Aber man gönnt sich ja sonst nichts. Mit auf dem Platz waren tschechische Waldarbeiter die zu fünft in einer kleinen Hütte hausten. Wir wunderten uns noch über den gefüllten Kühlschrank doch mit der Abreise der Jungs war alles aber auch wirklich alles an Vorräten aus der Küche verschwunden. Anyway wir hatten eingekauft und die Ernährung war gesichert. Das hier vorhandene offene Wlan zickte ein bißchen rum, aber hin und wieder läßt es sich zur Zusammenarbeit überreden. Dafür ist es auch kostenlos. Am nächsten Tag rief ich bei AJs an , und tatsächlich war das Ritzel aus Helsinki eingetroffen. Wir also los den Krempel abholen. Ich überedete den Verkäufer noch mir die Kette auf original Länge zu kürzen und für 125 Euro war ich im Besitz einer neuen DID Kette mit den erforderlichen Ritzeln. Da kann man nicht meckern, in GOG wäre es wohl auch nicht billiger gewesen. Jetzt bin ich beruhigt und kann die alte Kette bis zur Verschleißgrenze runterfahren. Dann wir die neue montiert. Eventuell hält die Kette noch bis Schweden. Auf dem Rückweg zum Platz dann der Worst Case wenn man mit 2 Motorrädern unterwegs ist. Wir haben uns im Gewirr der Umgehungsstraßen verloren. Ich fuhr 2 Kilometer zurück doch von Anja keine Spur. Ok, ruhig bleiben und Handy einschalten. Nach ein paar mehr oder weniger aussagekräftiger SMS war klar, wir treffen uns auf dem Campingplatz. Auf dem letzten Stück Landstraße kurz vor dem Camping kam mir Anja dann entgegen.

Das war erstmal genug Adrenalin für den Tag und bei einem wunderschönen Sonnenuntergang ließen wir den Tag ausklingen.

Morgen geht es weiter nach Oulu, das sind gute 350 km die sollten bei schönem Wetter locker zu schaffen sein.


2008.08.20 Rovaniemi, Finnland

Regen und Kälte

Nach einem Besuch in Oulu war es Zeit weiterzufahren. Die Markthallen und Historischen Gebäude hatten wir uns angeschaut auch den Polizisten haben wir besucht.

Nach einem sündhaft teuren Einkauf wollten wir am nächsten Tag weiter nach Rovaniemi am Polarkreis. Doch wiedereinmal machte uns Petrus einen Strich durch die Rechnung. Am morgen regnete es in Strömen. Da blieb nur aussitzen. Gegen 11 Uhr dann etwas Besserung. Der Regen hörte auf. Wir packten schnell unsere Siebensachen und waren bald auf der Landstraße Richtung Norden. Nur kurze Zeit später zogen wir freiwillig die Regenkombis an, bei 11 Grad und leichtem Nieselregen. Wie immer in solchen Fällen wurde es auch diesmal zum Ende hin schlimmer. Eine überdachte Bushaltestelle diente uns als Unterstand. Hier wollten wir erstmal den Regen aussitzen. Bei der Gelegenheit kochte ich erstmal Tee. Zwei vorbeikommende Radfahrer machten wohl die Hardcoretour, waren aber fröhlich und winkten. Tatsächlich hörte der Regen nach einiger Zeit auf, und nach etwas suchen fanden wir auch den Campingplatz den wir vorher schon ausgesucht hatten. Die Preise hier sind natürlich gepfeffert wir sind ja nicht weit vom Haus des Nikolaus entfernt. Wir trockneten erstmal unsere Siebensachen und nach einer heißen Dusche sah die Welt schon wieder besser aus. Ein Pole der sehr gut Englisch spricht, schlich ganz fasziniert um unsere Dr’s herum und stellte mir tausend Fragen dazu. Er fuhr eine Honda Varadero und war zufrieden damit. Na dann, das habe ich schon hinter mir. Der Nächste Tag gehört dem Polarkreis und dem Arktikum. Keine 4 km von hier verläuft der Polarkreis und dort ist natürlich auch Santa Claus Village mit Postamt und allem Kitsch den man sich vorstellen kann. Trotzdem fuhren wir hin schon um auf der Polarkreislinie unsere Dr’s abzustellen. Natürlich schickten wir auch Postkarten vom Nikolauspostamt.

Ein Besuch des Arktikums durfte auch nicht fehlen dort wird die Geschichte Lapplands sehr ausführlich dargestellt doch so richtig begeistert waren wir nicht. Langsam steigen die Temperaturen wieder und der Regen hört auch auf. Morgen geht es weiter nach Schweden, dem 6 Land unserer Reise.


2008.08.22 Lycksele, Schweden

R..E..G..E..N…

Auf nach Schweden war die Devise als wir diesmal ohne Regen losfuhren. Doch die dunklen Wolken am Himmel lehrten sich bald ausgiebig über uns. Es dauerte keine 5 km und wir mussten wieder in die Regenkombis. Bei Nieselregen geht das ja noch doch ausgerechnet mitten in der Pampa ging es dann richtig runter. Uns blieb nichts übrig als anzuhalten und unter Bäumen etwas Schutz zu suchen. Zu allem Übel hat auch noch mein Tacho den Geist aufgegeben. Natürlich fiel dann nach 10 min auch noch der zusätzlich montierte Fahrradtacho aus. War wohl doch etwas zu viel Regen. Nach 15 Minuten dann etwas Besserung das Wasser stand zumindest nicht mehr auf der Straße ging es weiter. Bis kurz vor der Grenze nach Schweden, da hörte endlich der Regen auf. Wir waren natürlich nass bis auf die Knochen und wärmten uns bei einem Kaffee an einer Tankstelle auf. So langsam wachsen uns Schwimmhäute zwischen den Zehen so viel Regen hatten wir nicht erwartet. Da sind wir schon mit 17 Grad und ohne Regen zufrieden. Ab da ging es dann etwas besser bis wir einen einsamen Zeltplatz direkt am Meer fanden. Leider ist es in Schweden vorbei mit dem freien Wlan. So wollte der Betreiber vom Campingplatz umgerechnet 10 Euro für 24 h. Das war mir dann doch zu teuer. Andererseits finden man in den kleinen Dörfern kein Interetcafe. So kann es dann etwas dauern mit der Aktualisierung der Seiten.

Hier übernachteten wir und Gott sei Dank regnete es erstmal nicht mehr. Auch die Nacht blieb es trocken und so ging es weiter ins Hinterland Schwedens. Hier gibt es noch kleine Dörfer in denen die Zeit stehengeblieben ist und auch das Motorradfahren macht bei leichtem Sonnenschein schon viel mehr Spaß. Jetzt machen wir in Lycksele Station und heute Abend wird erstmal Gulasch mit Ofenkartoffeln gekocht. Das kann man sich hier wieder leisten, die Lebensmittelpreise sind wieder auf normalen Niveau.

Unterwegs in einem kleinen Ort in Schweden:


2008.08.25 Ytterhagdal, Schweden

Endlich Sonne..

Das Wetter blieb gut, so ging es weiter nach Strömsund. Unterwegs dann eine Schrecksekunde. Direkt vor uns überquert eine kleine Gruppe Rentiere die Straße. Ab da fuhren wir etwas langsamer. Die Kälte und der Regen von den vergangenen Tagen haben aber Ihren Tribut gefordert. Erste Erkältungsanzeichen machen sich bemerkbar. Schnupfen und Halsschmerzen haben sich eingestellt. Wir haben eine kleine Hütte direkt am See und bleiben erstmal zum erholen.

Am nächsten Tag schauten wir uns Strömsund an. Eine typische schwedische Kleinstadt. Hier öffnet Sonntags ab 12 Uhr der Supermarkt mit angeschlossenem Cafe. Und schon standen einige Kunden Schlange um einzukaufen und die Rentner stürmten das Cafe. Auffällig in Nordschweden sind die riesigen Scheinwerfer die an den PKWs montiert sind. Außerdem fährt jeder seinen Anhänger spazieren, fast immer leer. In den Supermärkten gibt es auch immer eine riesige Candybar. Da war auch schon in Finnland so. Anscheinend stehen die Scandinavier auf so etwas.

Nach einem Tag Pause ging es etwas erholt weiter Richtung Östersund. Wir hatten nur etwa 250km Tagespensum vorgesehen. Anja ging es zunehmend schlechter und nach einigen Pausen war dann in Ytterhagdal, ca. 50 km vor Sveg, endgültig Schluss. Hier haben wir auf einem kleinen Campingplatz eine Hütte genommen, und werden morgen weitersehen.


2008.08.28 Karlsbad, Schweden

Ja Sonne..

Nach einem verregneten Tag ging es am nächsten weiter Richtung Göteborg. Immer die E45 entlang. Diese ist hier nicht mehr so langweilig wie weiter oben im Norden. Ab und an hat es auch Kurven und leichte Hügel. Wir fuhren bei 12 Grad aber kein Regen weiter bis Johannisholm. Unterwegs hielten wir noch bei einem Museum dass wohl zu Ehren eines Norwegers errichtet wurde. Dort assen wir unsere mittgeführten Leckereien und frischgestärkt ging es weiter.

In Johannisholm ist ein Campingplatz fast direkt an der Straße. Nicht ganz günstig dafür schöne neue Hütten und den Preis haben wir auch noch gedrückt. Hier wechselte ich dann die Antriebskette an meiner DR. Nach 18000km hat die DID Kette die Verschleissgrenze erreicht. Leider waren die guten Aluminiummuttern mit denen das Kettenblatt gesichert ist,schon ziemlich rund. So mußte ich ein Stück weiter bei dem Vater des Campingplatzbesitzers dessen Werkbank in Beschlag nehmen. Der Vater hatte es angeblich mit dem Rücken und liege im Bett, wie mir dessen Ehefrau erzählte, doch Sie wolle nachfragen. Dann ein Poltern auf der Treppe und der alte Herr kam persönlich um sich der Sache anzunehmen. Ich roch sogleich dass es wohl nicht der Rücken war der Ihn ans Bett fesselte, sondern die Alkoholfahne ließ einen anderen Schluß zu. Anyway, er zeigte mir die Werkstatt und bald hatte ich die widerspenstigen Schrauben gelöst und konnte die neue Kette montieren.

Bei der anschließenden Probefahrt war da aber immer noch ein rasseln das mir schon die ganze Zeit aufgefallen war, dass ich aber auf die verschlissene Kette geschoben hatte. Nein, viel schlimmer wie ich im nachhinein feststellte. Es ist wohl das Getriebeausgangslager was die Geräusche verursacht. Aber da diese die letzten 3000km nicht lauter geworden sind wird das noch bis nach Hause halten.

Langsam aber sicher wurde es wärmer und in der Nähe von Karlsbad hatten wir dann endlich wieder Sonne und 20 Grad. Lange, sehr lange hatten wir darauf gewartet und plötzlich macht das Motorradfahren wieder richtig Spaß. Heute übernachten wir auf einem Campingplatz in der Nähe von Karlsbad, morgen geht es weiter nach Göteborg. Dort haben wir 2 oder 3 Tage Aufenthalt eingeplant um uns die Stadt anzusehen und unsere Erkältungen auszukurieren. Dann geht es mit der Fähre nach Frederikshafen in Dänemark dem 7 Land unserer Reise.


2008.09.02 Sonderborg, Dänemark

Das siebte Land

Pläne sind dazu da geändert zu werden. So auch hier. Nachdem wir bei Segmon eine Hütte für eine Nacht genommen hatten, ging es bei Sonnenschein und 18 Grad weiter Richtung Göteborg. Doch leider war hier der Campingplatz, den wir nach einigem suchen fanden, dermaßen überteuert dass wir beschlossen weiterzufahren und bei Kinna einen schönen Platz fanden malerisch an einem See gelegen. Die Hütte hatte sogar fließendes Wasser und hier kurierten wir erstmal unsere Erkältungen aus die immer noch nicht überwunden sind. Nach 2 Tagen an diesem schönen und ruhigen Ort, fuhren wir dann weiter bis nach Helsingborg um dort mit der Fähre nach Dänemark überzusetzen. Das ging alles sehr problemlos und schon nach 20 min waren wir im siebten Land unserer Reise. Hier gefällt es uns nicht besonders, die Preise sind horrend für 2 Kaffee in einer Kleinstadt zahlten wir umgerechnet 6 Euro. Auch die Benzinpreise sind mit 1,58 Euro sehr hoch. Natürlich stehen da die Campingplätze nicht nach so sollte eine Hütte bei Rosskilde satte 70 Euro kosten. Da nahmen wir doch lieber einen Zeltplatz der immer noch mit 18 Euro zu Buche schlägt. Dänemark ist alles in allem entschäuschend, allerding kann wahrscheinlich auch kein Land mit dem fast schon zu adretten Schweden mithalten. Die Leute hier können angeblich alle kein Englisch aber wenn man Sie gleich Englisch anspricht bekommt man auch auf Englisch Antwort. Alles etwas merkwürdig hier, auch die Straßenführung hat uns das eine oder andere Mal vor Rätsel gestellt. Aber in einem Land in dem sogar die Radwege einen Mittelsreifen haben ist wohl nichts unmöglich. Nachdem wir über den großen Belt mit massivem Seitenwind gefahren sind ging es weiter mit der nächsten Fähre. Jetzt sind wir schon auf der Insel Als und übernachten auf einem 3 Sterne Campingplatz mit allem Komfort. Hier ist mal wieder nichts los da ja Ende der Saison. Heute Abend haben wir in der wirklich riesigen und neuen Küche lecker gekocht und morgen geht es weiter nach GOG.


2008.09.07 Gieboldehausen, Deutschland

Motorradreisetreffen…

Von Dänemark ging es problemlos mit div. Fähren zurück nach Deutschland. Wir schlängelten uns zwischen Kiel und Hamburg hindurch um dann ein Stück an der Elbe entlang zu fahren. Durch kleine Dörfer ging es immer entlang des Stromes. Wir hielten in Schwarzenbeck an einem schönen Cafe in der Innenstadt und gönnten uns ein schönes Stück Sahnetorte und einen leckeren Kaffee. Frisch gestärkt ging es dann weiter und schließlich kamen wir nach Basedow an einen kleinen Campingplatz. Beschaulich an einem Kanal gelegen suchten

wir uns einen ruhigen Platz. Am Abend dann ein gutes und reichhaltiges Abendessen im Restaurant am Platz. Die Nacht war ruhig bis gegen 8:00 Uhr ein Bautrupp anfing die Brücke am Kanal zu reinigen. Ab da war es mit der Ruhe vorbei. Also raus aus dem Schlafsack und Frühstücken. Anja hatte Kopfschmerzen und so fuhren wir nicht weit bis nach Bergen an der Dumme. Dort auf dem Camping Fuhrenkamp waren wir fast alleine auf einem riesigen Platz. Der Chef buck uns noch frische Baguette und Brötchen und so war das Abendessen und das Frühstück gesichert. Am nächsten Tag dann auf zum MRT. Im Harz waren dann noch diverse Strassen gesperrt und nach ein paar

Umleitungen kamen wir dann pünktlich in Gieboldehausen an. Das Treffen hielt leider nicht was wir uns davon versprochen hatten und so fuhren wir am Sonntag übermüdet und leicht frustiert nach Hause.


Marokko 2007

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2007-09-28 Elmshausen , Lautertal

Wieder nach Afrika ? Und dann noch nach Marokko ? Unsere Freunde und Bekannten sind fassungslos. Habt Ihr denn immer noch nicht genug ? Nein , haben wir nicht. Uns hat es in Tunesien sehr gut gefallen, und da wir von anderen Reisenden bis jetzt nur gutes von Marokko gehört haben, wollen wir das Land mit unseren Motorrädern auf eigene Faust erkunden.
Die Fähre ist gebucht, die Motorräder gut gewartet so kann es am 7.10 endlich losgehen.


2007-10-10 Mittelmeer

Endlich habe ich mal etwas Zeit um die letzten Tage Revue passieren zu lassen. Am Sonntag den 7.10 sind wir gegen 9:00 Uhr losgefahren Die Autobahnen waren frei und so fuhren bis kurz hinter Lyon. Dort versuchten wir unser Glück auf einem Campingplatz, aber leider sind diese im Oktober schon geschlossen. So nahmen

wir kurzerhand ein Fremdenzimmer in einem kleinen Ort in der Nähe von Lyon. Sehr ruhig gelegen und mit Küche sowie gefülltem Kühlschrank ließen wir es uns gut gehen. Am nächsten Morgen nach einem guten Frühstück ging es weiter Richtung Sete. Der erste Anlaufpunkt, eine Motocrossstrecke wo man das Auto und den Hänger abstellen könnte, war ein Reinfall. Nicht besonders vertrauenswürdig und außerdem im November geschlossen. Also weiter zum Camping de Soleil am Frontignan Plage. Leider hatten auch dort alle Campingplätze geschlossen. Jetzt war guter Rat teuer. Wo sollten wir das Auto und den Hänger parken ? Ein zufällig vorbeiradelnder Polizist sagte uns wir sollten ab 14:00 Uhr zu seiner Dienststelle kommen. Ev. könne er uns helfen. Zum Glück entdeckten wir

vorher noch ein Tourist Office. Das war unsere Rettung. Die Damen konnten Deutsch und nach ein paar Telefonaten hatten wir eine Adresse keine 5 km entfernt wo Camper und Wohnmobile über Winter geparkt werden. Das ganze sollte uns für 5 Wochen 50 Euro kosten da kann man nicht meckern. Am Hotel de Reserve angekommen hatten wir Ruckzuck die Formalitäten erledigt und sogar noch ein kleines Zimmer für wenig Geld. Jetzt luden wir erstmal die Motorräder ab und rödelten das Gepäck auf. Danach ging es mit dem Auto in einen der großen SM zum einkaufen. Später ließen wir uns die Köstlichkeiten in der Abendsonne schmecken. Heute war die Abfahrt zum Hafen. Nachdem wir Auto und Hänger sicher untergestellt hatten waren wir in 10 min im Hafen von Sete. Bei einem letzten Cafe au Lait nahmen wir Abschied von Europa.


2007-10-13 Azrou, Marokko

Ankunft, turbulente Nacht und Offroad Pisten

Es ist wieder einige Zeit vergangen und einiges ist passiert aber der Reihe nach. Nach einer langen Überfahrt kamen wir gegen 8:00 Uhr im Hafen von Nador an. Leider konnten wir auf der Fähre die Grenzformalitäten

nicht erledigen. So standen wir einige Zeit beim Zoll bis wir endlich abgefertigt wurden. Es ging alles problemlos doch einige Marokkaner taten uns schon leid denn Sie durften Ihr komplettes Fahrzeug ausräumen. Also los , Marokko wir kommen. Um erstmal anzukommen wählten wir einen freien Stellplatz der von der Fährgesellschaft betrieben wird. Dort angekommen waren wir überrascht wie sauber und ordentlich der Platz geführt wurde. Die Nacht war nicht sehr erholsam denn der Platz war doch stark von vorbeifahrenden Reisenden frequentiert. Aber auch diese Nacht ging vorbei und wir packten unsere sieben Sachen und fuhren Richtung Taza. Ab hier

ging es über eine kleine Landstraßen mitten hinein in den Jebel Bou Iblane. Auf der Karte sah es nach einer kleinen Runde aus die wir locker in 3 bis 4 Stunden bewältigen wollten. Wie immer in solchen Fällen kam es ganz anders. Zuerst bremsten uns einige Steinschläge aus denn die herab gefallenen Steine werden von den Einheimischen nur soweit entfernt das gerade eine Fahrspur übrig bleibt. Immer wieder hielten wir an um die phantastische Bergwelt zu fotografieren wir konnten uns gar nicht satt sehen ob der gewaltigen Natur. Nach einigen Kilometern durch schöne Bergdörfer wo die Zeit stehen geblieben ist und die Nomaden noch leben wir vor 100 Jahren war die Teerstraße plötzlich zu Ende. Weiter ging es nur noch über eine üble Geröllpiste. Laut GPS befanden wir uns

immer noch auf der bis dahin befahrenen R507. Also weiter die Piste entlang. Nach einer Kurve sahen wir vor uns einen Jeep fahren. Aha , kann also nicht so verkehrt sein. Doch dann in der nächsten Kurve tiefes Geröll das wohl mit dem letzten Tauwasser hier angeschwemmt wurde. Ein kurzer Bick und mit

viel Mut durchfuhren wir die Engstelle. Anja meisterte diese ohne zu zögern mit Bravour und ab da wurde die Piste tatsächlich wieder besser. Steil bergauf ging es weiter bis wir über den Pass bei 2400 m fuhren. Mittlerweile wurde es ziemlich frisch und der Tag neigte sich schon dem Ende entgegen als wir endlich wieder eine Teerstrasse erreichten. Ab jetzt ging es flott voran doch wir hatten immer noch über 70 km bis Azrou zu fahren. Im letzten Tageslicht erreichten wir den Platz Amazigh. Ziemlich fertig, nach 340km, zum Teil miesester Pisten, bauten wir noch schnell das Zelt auf, und kochten uns eine Tütensuppe aus der Notration.


2007-10-15 Camping Timnay, 20 km vor Midelt

Von Superlativen und anderen Nettigkeiten


Die ganze Nacht bellten die Hunde , dementsprechend kurz und laut war diese. So beschlossen wir einfach mal einen Tag Pause zu machen. Ich checkte die Motorräder durch und Abends kochten wir uns einen Eintopf mit Zutaten aus dem Markt von Azrou. Dort versuchten uns selbsternannte Parkplatzwächter Geld abzuknöpfen , aber so einfach klappt das nicht mit uns. Spät in der Nacht hörten wir dann noch Motorräder kommen es war eine Gruppe Portugiesen alle auf neuen GS und Suzukis. Die Jungs waren sehr

nett und wir unterhielten uns morgens über die gefahrene Strecke. Sie wollten die Piste nach Norden fahren die wir 1 Tag zuvor hinter uns gebracht hatten und das mit Ihren schweren Motorrädern. Hoffentlich geht das gut. Wir packten zusammen und fuhren gleich hinter Azrou in den Nationalpark Ifrane. Gleich nach einem Kilometer zwischen dichten Zedernbäumen saß ganz entspannt ein Affe auf der Straße. Total erstaunt hielten wir an und sofort sprang der gar nicht so kleine Kerl auf einen Baum in Sicherheit. Aber noch in Reichweite unserer Kameras. Dort blieb er seelenruhig sitzen bis wir unsere Bilder gemacht hatten. Wahrscheinlich wird er von vorbei kommenden Touristen hier immer gefüttert. Weiter ging es durch den dichten Wald auf einer guten Asphaltstraße. Man fühlte sich wie im Schwarzwald. Wenn da nicht ab und zu Schaafherden mit Ihren Hirten den Weg gekreuzt hätten. In El Ksiba wollten bei der Auberge le Artists Station machen. Aber der Besitzer ein Franzose war wohl schon so reich daß er es nicht mehr nötig hatte Zimmer zu vermieten. Allerdings nannte er uns eine

Alternative 2km weiter die Piste entlang. Nach längerem suchen, es waren dann bestimmt schon 5 km fanden wir das Haus von Monsieur La Nouche. Das war ein echter Glücksgriff. Die Frau des Hauses empfing uns sehr herzlich und gleich wurden wir uns handelseinig. Ein schönes Zimmer mit sauberer Dusche und Toilette plus Abendessen und Frühstück, Was will man mehr als Traveller ?. Das Essen ließ dann etwas auf sich warten dafür war es dann sehr lecker und wir fielen pappsatt in die Betten. Nach einer wunderbar durchgeschlafenen Nacht gab es noch frische Pfannkuchen mit Honig zum

Frühstück sowie Tee und Kaffee und heiße Milch. Das war einfach unschlagbar. Nachdem wir uns im Gästebuch verewigt hatten und mit dem Versprechen allen unsren Freunden Ihr Haus zu empfehlen verließen wir diese gastliche Stätte. Weiter ging es durch die Berge Richtung Midelt. An Obstplantagen vorbei in denen die Frauen bei der Ernte waren und uns immer freundlich zuwinkten. An einer Straßenkreuzung machten wir Pause in einer Teestube. Dort saßen schon 3 Frauen und so setzten wir uns dazu. Nach einem sehr guten The de la Mente ging es weiter durch die Berge. So eine grandiose Natur hatten wir hier nicht erwartet. Wunderbar geschwungene Bergketten mit immer neuen Ausblicken ließen uns immer wieder zum fotografieren und staunen anhalten. Über kleine Nebenstraßen erreichten wir früh am Mittag den Camping Timnay ca. 20 km vor Midelt. Hier bleiben wir erstmal wieder zum ausruhen.


2007-10-21 Zagora

Gegen Abend fuhr noch ein VW Bus auf den Platz mit 2 Motorrädern darinnen. Es waren zwei Deutsche, Ulla und Rossi, die eine wahre Odysee hinter sich hatten. Ihre Fähre von Sete aus war einfach storniert worden. So fuhren Sie in der Nacht nochmal 1000 Km weiter bis Almeria in Spanien. Dann 3 Stunden im Auto geschlafen und weiter bis Timmnay. Sie sind mit 2 Ktm Motorrädern unterwegs und wollen sich das volle Offroad Programm am Erg Chebbi geben. Wir werden die Strecke gemeinsam fahren und mal sehen wie die Pisten in den Dünen zu meistern sind. Nach einem gemütlichen Frühstück ging es los. Zuerst noch über einen Pass mit dickem Nebel , man konnte kaum die Hand vor den Augen sehen. Doch dann ging es hinunter in die Ebene und es wurde zunehmend wärmer. Bald war Erfoud erreicht und kurz außerhalb der Stadt beginnt die Piste. Zuerst noch

einigermaßen fahrbar. Doch dann war Ende mit unseren schwer bepackten Enduros. Der Sand war einfach zu tief, es war kein weiterkommen für uns mehr möglich. Die anderen beiden mit Ihren leichten KTMs und minimal Gepäck hatten da keine Schwierigkeiten. Da hieß es umdrehen und weiter über die Teerstraße zum Erg Chebbi. Es wurde dann schon langsam dunkel und wir erreichten dann noch über eine gute Piste die Kashba Mohajud. Hier staunten wir nicht schlecht. Denn die Beschreibung aus dem Reiseführer entsprach mal wieder gar nicht den Tatsachen. Im Hinterhof sollten wir zelten, neben einem riesigem Berberzelt in dem am Abend ein Trupp Schweizer Rentner abgefertigt werden sollte. Aber was sollten wir machen, weiter fahren in der Dunkelheit

war nicht möglich. Also das Zelt aufgebaut und nach einer Dusche zum Abendessen. Dies war recht schmackhaft und danach liefen wir noch in die Dünen um die Abfütterung der Schweizer abzuwarten. Widererwarten dauerte es nicht lange und wir konnten uns schlafen legen. Die Nacht war sehr unruhig den der Wind pfiff unangenehm um die Kasbah und unser Zelt schlug die ganze Nacht. Am morgen dann eine SMS von den anderen beiden. Sie waren gerade 6km weiter in einer schönen Auberge untergekommen. Also zusammenpacken und über die Piste zur Kasbah LaBaracka. ( Heißt wirklich so!).War aber ganz schön da und so beschlossen wir einen Putz und Flicktag einzulegen und nahmen uns ein Zimmer. Das war eine gute Entscheidung denn am Abend zog ein Gewitter auf und wir waren froh nicht im Zelt zu liegen. Der morgen begann mit Sonnenschein und wir erlebten denn Sonnenaufgang ganz alleine in den Sanddünen am Erg Chebbi. Das entschädigte uns für alle Strapazen die wir vorher zu bewältigen hatten. Am nächsten Tag hieß es dann Abschied nehmen von den beiden , und wir fuhren über Risani Richtung Tazzarine. Dort hatten wir Koordinaten von einem kleinen Zeltplatz bei einer Berberfamilie. Den mußte man aber erstmal finden. Dank GPS ging das problemlos und schon standen wir im Hof der Familie.

Der Chef staunte nicht schlecht als wir Ihm den Reiseführer mit seinem Camping darin zeigten. Es war ein wirklich kleiner Platz und die Sanitären Anlagen waren auch nur rudimentär vorhanden. Aber was solls für eine Nacht wird es schon gehen. Wir wurden mit Tee bewirtet und bald nach Einbruch der Dunkelheit war auch Ruhe. Bis in der Nacht die Hunde bellten und gegen morgen dann der Hahn seine Arbeit aufnahm. So war es eine kurze Nacht und früh ging es weiter Richtung Zagora. Entlang dem Jebel Beni und weiter

den Jebel Sarhro immer entlang der Straße war es für uns bis jetzt eine der schönsten Strecken in Marokko. Dauernde Wechsel der Tafelberge und tiefe Einschnitte in diesen machten die Fahrt kurzweilig. Ab dem Anfang des Draa Tales änderte sich das. Erstens wurde es wesentlich wärmer und zweitens war die Landschaft bei weitem nicht mehr so schön. So trafen wir am frühen mittag in Zagora ein. Ein sehr schönes Städtchen mit fast schon europäischem Flair. Hier bleiben wir jetzt erstmal und kurieren Montezumas Rache aus die uns gestern Abend beim Tajinne essen ereilte.


2007-10-24 Tafraoute

Leider hat sich der erste Eindruck von Zagora als falsch erwiesen. Touriabzocke vom feinsten. Dann hatten wir noch 4 französische Kiffer auf dem Platz die jeden Abend Party machten. Mit Disco in voller Lautstärke. Die Nacht war dann auch entsprechend kurz. Am nächsten Tag ab in die Stadt , Anja wollte Ihre


Motorradhose nähen lassen. Das ging ohne Probleme bei einem kleinen Schneider für 15 Dirham. Jetzt noch eingekauft für ein Abendessen denn wir müssen unsere Mägen erstmal ein bisschen schonen. Am Abend dann wieder die Kiffer mit voller Dröhnung allerdings nicht lange denn nach mehrmaliger Ermahnung war dann auch Ruhe. Abfahrt weiter nach Taliouine wieder in die Berge. Hier war es deutlich kühler und die Menschen wieder ursprünglicher. Kilometer weit fuhren wir durch die Hochebene die sehr karg und steinig war auf recht guter Straße. Wieder hielten wir oft an um Bilder zu machen und die Landschaft zu filmen. Auf dem Platz Camping Toubkal machten wir Station. Dieser ist sehr schön am Berghang gelegen und wir konnten unser Zelt seit langem mal wieder auf Gras aufstellen. Beim Abendessen hat man uns dann

richtig abgezockt da die hier keiner Lust hatte was zu arbeiten und wir nach einem anstrengenden Fahrtag nicht auch noch kochen wollten. Entsprechend waren dann die Preise. Trotzdem gut gegessen und am nächsten morgen weiter zur Tankstelle Sprit fassen. Am Abend vorher war kein Benzin zu kriegen alle Tankstellen waren trocken. Wir hätten zwar noch 100km fahren können aber das Risiko dann ohne Sprit liegen zu bleiben war uns zu groß. Leider hatten die Bankautomaten hier wohl noch nie eine Maestro Karte gesehen dann an mehreren versagte uns der Automat Bargeld. Also weiter in die nächste Großstadt Touradant. Hier klappte es dann prima bei einer der großen Landesbanken. Also auf wieder in die von uns so geliebten Berge denn in der Stadt waren es locker 31 Grad im Schatten. Uns lief der Schweiß in Strömen. Nach ca. 30 km ging es dann

hinauf auf über 1500 hm und es wurde wieder erträglicher. Bei einem kurzen Stopp zum Energie auftanken kehrten wir in einem Cafe ein. Der Wirt war nat. begeistert von den Touristen in seinem Bergdorf. Weiter ging es durch sagenhafte Landschaften mit Vulkangestein und schroffen Felsen nach Tafraoute. Unterwegs sahen wir die Frauen auf dem Feld mit Esel und Handpflug die steinige Erde bearbeiten. Was für ein hartes Leben. Der kleine Ort war schnell erreicht und der bessere der beiden schlechten Campingplätze wurde zur Station. Im Ort aßen wir lecker zu Abend für wirklich kleines Geld danach ging es dann zeitig in die Schlafsäcke seit langem einmal wieder ohne Ohrenstöpsel.


2007-10-31 Ouarzazte

Endlich finde ich mal wieder Zeit zum schreiben. Die letzten Tage waren ziemlich anstrengend und wir sind einige Pisten gefahren die viel Kraft gekostet haben. Daher bleiben wir jetzt erstmal auf dem schönen Platz Municipal zum relaxen. Nach Tafraoute ging es weiter über Ait Baha an Agadir vorbei ca. 15 km außerhalb auf den angeblich besten Campingplatz in Marokko. Als wir ankamen war erstmal Stromausfall somit auch kein Wasser. Na prima, wir wollten Wäschewaschen was dann erstmal ausfallen musste. Gegen Abend dann gab es wieder Strom und unsere Wäsche bekam seit langem mal wieder Arielduft verpasst. Wir lernten noch 2 Mainzer kennen die mit Ihrem Womo das erste mal außerhalb Europas unterwegs waren und dankbar jeden Tip aufnahmen. Wir schauten uns noch den so genannten Paradies Beach am Atlantik an , aber darunter verstehen wir etwas anderes. Die immer vorhandene Mischung aus Dieselruß , Straßendreck und menschlichen und tierischen Exrementen hatte hier eindeutig zu letzterem tendiert und der Müll der allgegenwärtig ist ließ uns schnell wieder zum Campingplatz zurückkehren. Der Shop am Camping führte alle Lebensmittel so konnten wir uns am Abend leckere Pfannkuchen backen. Danach gleich ab in die Schlafsäcke. Weiter ging

es dann durch das schöne Tal Val Paradies mit herrlichen Flußoasen zwischen steilen Schluchten. Hier wird sehr viel Honig gewonnen und es war früher ein Tal der Hippies. Es sollen sogar noch einige hier leben aber wir bekamen keine zu Gesicht. Weiter dann auf der N8 Richtung Marakesch bis nach Imi n Tanoute. Hier ging es kann noch ein Stück auf der R212 Richtung Amizmiz. Die Abzweigung fanden wir nicht dafür eine kleine Teerstraße der ziemlich schnell der Teer ausging. Ab hier dann 30km Piste bis zur Straße nach Amizmiz. Recht gut zu fahren aber sehr staubig. Anja , die hinter mir fuhr sah aus wie nach der Paris Dakar Ralley. Wir waren froh die Straße erreicht zu haben und spulten die letzten Kilometer nach Imlil auf 2000 Hm ab. Hier nochmal eine Überraschung. Die Straße endete und rechts oder links ging es auf schmalen Eselspfaden weiter. Laut GPS waren es noch 800m Luftline bis zur Auberge Le Piney. Also rechts hinauf mit Anlauf. Und tatsächlich nach ca. 1000m miesester Piste plötzlich die Auberge. Die Einfahrt war so eng das wir selbst mit den Enduros erst wenden mussten um in den Hof zu gelangen. Nach dem die Sonne untergegangen war wurde es empfindlich kalt. Ca. 5 Grad waren es dann in der Nacht und in der Auberge gab es keine Heizung. Dafür war die Dusche knallheiß was wir gut gebrauchen konnten. Die Tajine schmeckte sehr lecker und war auch sehr reichlich. Am morgen dann strahlend blauer Himmel und wir konnten den


schneebedeckten Jebel Toubkal in voller Pracht und wolkenfrei bewundern. Er ist mit 4167hm der höchste Berg Marokkos und das ganze Jahr mit Schnee bedeckt. Weiter ging es erstmal zurück nach Tahanaoute zum tanken denn auf der Strecke über den Pass Tizi n Test gab es keine Tankstellen. Über 160 km ging es dann das Tal hinauf in wahnwitzigen Serpentinen das einem schwindlig werden konnte. Leider hatten wir wenig Zeit die Landschaft zu genießen denn die Straße oder bessere Piste verlangte unsere volle Aufmerksamkeit. Immer wieder tiefe Schlaglöcher und in den engen Kurven Steine und Sand so mussten wir oft bis in den ersten Gang zurückschalten. Dann vor jeder nicht einsehbaren Kurve mussten wir hupen denn genau dann kam ein LKW oder Bus auf der einspurigen Piste entgegen. Oft half dann nur der Weg in den Graben und manchesmal war es ziemlich knapp mit unseren Alukisten. Aber es ging alles gut und auf dem Pass tranken wir erstmal einen Tee bevor es dann wieder hinunterging auf die N8 Richtung Tallioline. Hier blieben wir dann wieder eine Nacht bevor wir dann nach Ait Benhadou weiter fuhren. Unterwegs trafen wir einige Motorradfahrer. Unter anderem 2 Franzosen die mit Ihrer BMW1200 GS gerade aus dem Senegal kamen. Sie hatten für den Trip von Toulouse


bis in den Senegal und zurück 3 Wochen Zeit. Und waren daher sehr flott unterwegs. Allerdings hatte der Fahrer auch in 2 Jahren schon 94000km gefahren. Wahrscheinlich schläft er auch auf der Maschine. Er hatte einige Probleme mit dem Sprit im Senegal denn dort wird wohl mit allem verdünnt, was irgendwie brennbar ist. Außerdem hatten die beiden immer wieder Probleme mit dem Luftfilter der dauernd zugesetzt war. Aber die beiden waren guter Dinge und mussten dann auch schnell weiter. Am gleichen Tag trafen wir noch 2 Radfahrer die auf Weltreise waren. Sie sind 2006 aufgebrochen und haben jetzt noch 9 Jahre Zeit um die Welt zu bereisen. Für uns ging es weiter nach Ait Benhadou wo 3 Campingplätze zur Auswahl standen. Leider waren mal wieder alle 3 absolut unzumutbar. Vom Parkplatz an der Straße bis zur Müllhalde hinter der Kasbah reichte das Angebot. Da fuhren wir lieber noch 20 km weiter nach Ouarzazate auf den Camping Munizipal. Hier bleiben wir jetzt erstmal zum ausruhen ein paar Tage um dann die Todra und Dadesschlucht zu besuchen.


2007-11-07 Azrou

In Ouarzazte blieben wir 1 Tag zum relaxen und sahen uns die Stadt an. Zum einkaufen fanden wir gleich mehrere Supermärkte deren Angebot aber eher bescheiden ausfiel. Ansonsten bietet die Stadt nicht allzu viel und so ging es weiter zur Todraschlucht. Über die langweilige Nationalstraße erreichten wir bald den Abzweig und gleich ging es los mit Sandverwehungen und schlechten Straßen. Das kann ja heiter werden. Weiter oben im Tal dann die Campingplätze. Wir sahen uns einige an die zwar z.T. sehr schön in der Palmerie gelegen aber leider auch sehr schattig und daher sehr kühl für diese Jahreszeit waren. Zum zelten war nur der Platz am Hotel le Soleil geeignet da dieser wenigstens Sandboden aufzuweisen hatte. Bei den anderen hätten wir auf Geröll das Zelt aufbauen müssen. Die Nacht war sehr kalt und wir zogen alle Kleidung an die wir dabei hatten. Am nächsten Tag dann der Ausflug in die Todraschlucht. Nach ca. 10 km die schönste Stelle mit engen Felsspalten und nat. jeder Menge Touristen. Weiter oben dann kaum noch zu befahren da die Straße

sehr schlecht wurde und nur noch zum Teil vorhanden war. Hier hatten die Schmelzwasser vom Frühjahr ganze Arbeit geleistet und die Straße weggeschwemmt. Teilweise ging es dann durch das Bachbett mit Geröll und großen Steinen. Kurz vor der Querung zur Dadesschlucht kehrten wir dann um denn das Tal erweiterte sich und bot nichts mehr sehenswertes. Auf der Rückfahrt dann kurze Schrecksekunde denn Anja wäre fast an einer schwierig zu fahrenden Stelle gestürzt. Also zurück zum Platz und erstmal vom Schrecken erholen. Am nächsten Tag waren wir in Tinehir zum einkaufen. Hier kommen halt alle Touristen vorbei und so versuchen die Händler einem das Geld aus der Tasche zu ziehen. Mittlerweile kennen wir die Preise und so verkauft der eine oder andere eben nichts bei seinen überteuerten Waren. Weiter ging es dann nach Midelt denn wir wollten noch einmal durch den schönen Nationalpark Ifrane fahren. In Midelt kauften wir noch Vorräte ein da der Platz Timnay ca. 20 km vor Midelt liegt. Der Platz ist sehr zu empfehlen mit z. T. Rasenflächen zum zelten und sauberen Toiletten und heißen Duschen. Am morgen und am Abend ging jeweils der Chef vorbei um sich zu erkundigen ob alles in Ordnung ist. In der Nacht dann Regen und es wurde schweinekalt. So etwa noch 4 Grad plus. Wir froren in unseren Schlafsäcken trotz Inlet. Am morgen dann Sonne und schnell wurde es wieder warm. Wir konnten die schneebedeckten Berge des Ajachti in voller Pracht bewundern und ausgiebig genießen. Das nächste Ziel war dann Azrou mit dem schönen Campingplatz Amazigh. Diesmal wollten wir eine andere Strecke fahren als auf der Hinfahrt. Das ließ sich erstmal gut an und auf guter Straße ging es flott voran. Bis dann nach ca. 30km die Straße immer schlechter wurde und es hineinging in die Berge. Zuerst noch gut fahrbar aber immer öfter war kein Asphalt mehr vorhanden und wir mussten oft aus den Sätteln um die Schlaglöcher und Bodenwellen auszugleichen. Endlos ging es durch kleine Nomadendörfer durch das Hochland. Laut GPS gab es keine Verbindung nach Kenifra und so befürchtete ich schon im Kreis zu fahren. Doch dann eine Kreuzung und die Richtige Straße war gefunden. Wir jubelten doch leider hatte der Tag noch einiges für uns zu bieten. Nach schwierigster Piste durch Sand Geröll Staub und Matsch hielten wir an einer winzigen Brücke mitten in den Bergen um einen Holzlaster vorbeizulassen. Das war schon sehenswert wie der Fahrer sein Ungetüm um die engen Kehren zirkelte.

Dann wollten wir weiter, aber mein Motorrad wollte nicht mehr anspringen. Nach kurzem Check konnte es nur der Luftfilter sein der sich zugesetzt hatte. Also einen Verschlußstopfen am Luftfiltergehäuse entfernt und schon lief die gute wieder. Weiter ging es über übelste Piste bis wir kurz vor der Asphaltstraße nach Kenifra den nächsten Schock zu verdauen hatten. In einer engen Kehre auf Geröll kam Anja wegen einem entgegenkommenden Pickup ins Trudeln und zog die Vorderbremse. Das ging schief und schon lag Sie auf der Seite und das Motorrad obendrauf. Zum Glück nur ein blauer Fleck am Knie denn die Protektoren hielten schlimmeres ab. Am Motorrad nur ein Kratzer am Handprotektor und am Alukoffer. Da hatten wir mal wieder den vollen Einsatz unserer Schutzengel in Anspruch genommen den wie leicht hätte hier schlimmeres passieren können. Jetzt war erstmal Pause angesagt und da wir den Nationalpark Ifrane erreicht hatten suchten wir eine schöne Stelle zum pausieren. Das letzte Stück bis Azrou ging durch Eichenwälder mit enger Teerstraße die noch einmal unsere volle Aufmerksamkeit erforderte. Endlich erreichten wir Azrou und nach dem tanken gönnten wir uns noch einen Tee in der Abendsonne. Müde und abgekämpft erreichten wir den Campingplatz Amazigh nach fast 110km Piste und einer Gesamtstrecke von 180km. Jetzt konnte nur noch eine Tütensuppe helfen die wir mit einem Brühwürfel

und Couscous streckten. Am nächsten Tag war der wöchentliche Markt in Azrou den wir auf keinen Fall verpassen wollten. Etwas außerhalb der Stadt auf einem großen Gelände tummelten sich hunderte von Menschen und es gab alles zu kaufen was das Herz begehrt. Vom Viehmarkt über den Kleidermarkt bis zu Lebensmitteln gab es einfach alles. Lebende Hühner wurden vor den Augen der Kundschaft


geschlachtet und so mancher ließ einen faulen Zahn beim Dentisten. Dieser war an der Menge der gezogenen Zähne auf seinem Tisch zu erkennen. Etwas weiter dann ein Wunderheiler der per Verstärkeranlage seine Fähigkeiten preisen ließ. Vor sich einen Koffer mit Pülverchen die er den armen Leuten für viel Geld verkaufte. Schwer beeindruckt verließen wir den Markt und fuhren mit einem Petit Taxi zurück in die Stadt. Nach einem Besuch im Internet Cafe und am Geldautomaten war es Zeit zurück auf den Platz zu kommen. Vorher noch eine schicksalhafte Begegnung

die von einem Moment auf den anderen unser ganzes Leben umkrempelte. Anja lernte an einem Stand einen Berber kennen mit Namen Hassan, und verliebte sich sofort und unrettbar in diesen wundervollen Menschen. Peter ging es ebenso mit Aisha der Schwester von Hassan. Nun werden wir wohl in ein Berberdorf ziehen um dort Hochzeit zu feiern und unserem bisherigen Leben adieu zu sagen.


2007-11-13 Mittelmeer

Das Berberleben war dann doch nicht das wahre für uns und so sind wir weitergefahren durch die Berge nach Guercif. Wieder fuhren wir kleinere Offroadstrecken doch die meisten Straßen waren geteert. Wir fuhren die schöne Runde bei Taza die wir bei der Hinfahrt verpasst hatten. Es geht kilometerlang durch Korkeichenwälder mit endlosen Serpentinen. Vorher in einer kleinen Stadt hatte Anja noch einen Schrecken zu verdauen. Ein Schulkind rannte ohne nach rechts oder links zu schauen quer über die Straße. Es fehlte nicht viel dann hätte Sie den Buben trotz Vollbremsung erwischt. Ein Anwohner hob dann noch anerkennend den Daumen. Da hatte Allah mal wieder gut zu tun. Weiter ging es dann nach Taza und wir erreichten im späten Abendlicht Guercif. Der dortige Campingplatz ist eine verdreckter Parkplatz so gönnten wir uns ein Hotelzimmer mitten in der Stadt. Für 100 Dirham fast geschenkt. Abendessen waren wir dann ein einer Truckerkneipe. Das Essen war gut und reichlich. Nach einer kurzen Nacht ging es am nächsten Tag weiter nach Seida an der Küste. Unterwegs wollten wir noch tanken , aber es gab mal wieder kein Benzin. So


mussten wir einen Umweg über Berkane in Kauf nehmen. Nach 480km gingen dann 19,5 Liter in meinen Tank. Das war neuer minus Rekord. Nach einem Tee und einer Marokkanischen Suppe nahmen wir das letzte Stück bis Seida unter die Räder. Hier soll ein ein neues Touristendorf entstehen und der König investiert einiges an Geld in eine schöne Strandpromenade mit Cafes und Restaurants. Einige Hotels gibt es auch schon und Golfplätze sind wohl auch schon geplant. Momentan sieht es hier noch aus wie nach einem Bombenangriff aber in einigen Jahren wird wohl alles fertig sein. Unser Campingplatz war mitten in der Stadt und da wir mit einem französischen Camper die einzigen Gäste waren, sehr ruhig. Hier verbrachten wir die letzten Tage bis zur Abfahrt der Fähre. Ein Besuch auf dem örtlichen Wochenmarkt und leckere gegrillte Sardinen zum Mittagessen waren das Programm am nächsten Tag. Anja wollte unbedingt eine Pizza und so waren wir am Abend in der Pizza Roma im Ort. Die Pizza war essbar aber nat. nicht zu vergleichen. Dafür aber recht teuer. Den Abend verbrachten wir bei den französischen Campern die wie sich herausstellte


eigentlich Holländer waren und mit Ihren über 80 Jahren so einiges aus Ihrem Leben zu erzählen hatten. Benjamin packte dann nach einer Flasche Champagner noch das Akkordeon aus und es wurde noch ein lustiger Abend. Die Nacht war nicht mehr so kalt und wir schliefen gut bis die Sonne aufging. Mit dem packen ließen wir uns Zeit , denn das Zelt war noch feucht vom Tau. Gegen 11 Uhr hieß es dann Abschied nehmen und über kleine Sträßchen fuhren wir nach Nador. Dort an einer Tankstelle trafen wir Klaus wieder denn wir zuletzt in Ouarzate mit seiner Freundin getroffen hatten. War nat. ein großes Hallo und bei einem leckeren Mittagessen tauschten wir unsere Erlebnisse aus. Zusammen ging es dann zum Hafen und binnen 2 Stunden waren wir schon auf der Fähre Richtung Sete. Jetzt hieß es Abschied nehmen von Marokko und es war schon etwas Wehmut dabei das Land nach fast 5 Wochen zu verlassen. Wir haben uns fest vorgenommen noch einmal wiederzukommen und einige Landstriche noch einmal zu bereisen. Morgen werden wir dann in Sete unseren Anhänger beladen und nach Hause fahren.


Fazit:

Marokko ist auch und gerade für Afrika Einsteiger sehr gut geeignet. Bleibt man auf den Nationalstraßen ist übernachten und Verpflegung kein Thema. Die Preise schwanken stark, je nach Tourismusfaktor. Wir hatten Preise von ca. 10 bis 40 Euro für ein DZ. Campingplätze gibt es viele. Leider sind diese zu 99 Prozent auf Wohnmobile ausgelegt. Mit dem Zelt findet man selten einen schönen Platz im Schatten mit einigermaßen ebenem und glatten Untergrund. Meist sind die Plätze mit grobem Schotter belegt. Will man nicht selbst kochen , gibt es in jeder Stadt kleine Restaurants wo man gut und günstig essen kann. Hier sollte man darauf achten wo die Einheimischen essen, hier ist dann entsprechend Umsatz und die Waren frisch. Lebensmittel bekommt man in jeder Stadt, teilweise liegen die Märke etwas versteckt und ab dem Nachmittag sind die Preise für Obst und Gemüse günstiger. Relativ teuer ist Rindfleisch und Huhn. Mit ca. 4 Euro pro Kilo Rinderhack ist es teurer wie in Deutschland. Allerdings wird das Hack aus reinem Fleisch hergestellt und enthält so gut wie kein Fett. Selbst die Hühner haben kaum Fett und so ist das Fleisch sehr fest und schmackhaft.

Überall greifen die Massnahmen die der junge König veranlasst hat. Die Menschen sind freundlich aber zurückhaltend. Die Kinder sind teilweise sehr nervig und verlangen Geschenke und oder Geld. Das ist die Schuld der Touristen die meinen jedem etwas schenken zu müssen. Auch die Leute in Afrika müssen lernen das es nichts umsonst gibt. Auch Betrug oder Diebstahl gab es nicht. Natürlich sind die Preise für Touristen etwas höher wie für die Einheimischen. Aber meist wird beim nachfragen dann der richtige Preis verlangt. Gut ist auch die Rechnung zu prüfen den mit der Addition hapert es nicht selten. Kein Wunder bei fast 50 Prozent Analphabeten. Die Benzinversorgung war gut außer in einigen abgelegenen Gebieten wo es dann schonmal kein Benzin gab. Da wurden unsere großen Tanks schon gebraucht. Die Strassenverhältnisse waren auch überwiegend gut, man findet halt alles von übelster Piste bis zu 2 spurig ausgebauten Nationstraßen. Leider stimmen die Karten und Reiseführer nicht mit der Wirklichkeit überein, so hat man öfter Überraschungen zu erleben. Mal endet die Teerstraße abrupt und geht in Schotter über oder die Straße ist nur noch in Teilen vorhanden. Die Einheimischen stört das nicht. Es werden mit normalen PKWs die übelsten Pisten bewältigt. Überhaupt sind wohl so einige Hunderttausend Mercedes Busse und PKW nach Marokko überführt worden. Auf dem Land werden die Kleinbusse zum Personen Transport benutzt. Hier sind dann schonmal 20 bis 30 Personen in einem Bus. Alle Fahrzeuge werden gnadenlos überladen. Und so manche schiefe Achse hat ein hartes Leben hinter sich. Die Mercedes PKW werden als Großraumtaxi verwendet. Hier sind bis zu 7 Personen in einem Taxi zu finden. Dieses fährt erst los wenn alle Plätze belegt sind. In den Städten gibt es noch Petit Taxi die aber nur innerhalb der Stadtgrenzen fahren dürfen. Das sind meist japanische Kleinwagen mit 5 Sitzplätzen.

Für die Überfahrt sollte man die Fähre von Sete nach Tanger nehmen. Die von uns gewählte Route von Sete nach Nador ist zwar um 4 Stunden kürzer, allerdings wird hier die Oujida eingesetzt. Das ist ein uraltes Schiff das nur noch vom Rost zusammengehalten wird. Die Einrichtungen sind entsprechend veraltet und in einem desolaten Zustand. Die Toiletten werden spätestens nach einem Tag geschlossen da nicht mehr zumutbar. Die einzige relativ saubere und funktionsfähige Toilette war dann noch am Bordrestaurant. Das einzige was zu gut funktionierte war die Klimaanlage. Wir hatten in der Kabine ca. 15 Grad da die Regelung nicht funktionierte. Falls man diese Fähre trotzdem nutzen möchte sollte man unbedingt eine Woche vor Abfahrt nachfragen ob diese tatsächlich fährt. Andere Reisende hatten uns von kurzfristiger Stilllegung wegen Maschinenschadens berichtet.

Die Landschaften in Marokko sind einfach phantastisch. Von schneebedeckten Bergen über Wüstenlandschaften bis zum Atlantik hat man alle Möglichkeiten. Wir kommen gerne noch einmal wieder.


Tunesien 2007

2007-03-27 Elmshausen, Lautertal

Es geht wieder nach Tunesien. Die Fähre ist gebucht und am Freitag geht es endlich los. Wir wollen gleich in den Süden Richtung Matmata dort hoffen wir auf die Ralley Optic 2000 zu treffen. Wird bestimmt interessant das mal aus der Nähe zu sehen. Ansonsten haben wir diesmal 4 Wochen Zeit um das Land ausgiebig zu bereisen.


2007-04-01 Genua, Italien

Am Freitag gegen 13 Uhr sind wir endlich losgefahren bei gemütlichen 17 Grad. Über die BAB war Basel schnell erreicht und nachdem wir den Stau in der Innenstadt hinter uns gelassen hatten fuhren wir weiter die A2 nach Luzern. Bei Sankt Urban hatten wir erstmal genug und fuhren von der Autobahn ab. Der gemütliche Landgasthof zum Schwanen nahm uns für eine Nacht auf. In der Gaststube saßen 3 Kaninchen in einem Käfig uns starrten uns an. War wohl wegen Ostern ? Merkwürdige Schweitzer. Nach einem guten Abendessen waren wir zeitig in den Betten. Der morgen überraschte uns mit einem Kälteeinbruch und Schnee.

Zum Glück waren die Straßen frei und bei muckeligen 4 Grad ging es wieder auf die Bahn. Der Gotthardt Tunnel stellte uns und die Motorräder auf eine harte Probe denn es wurden nur immer einige wenige Fahrzeuge durchgelassen. Die Motoren waren wegen der Höhe und dem dauernden stop and go schon kurz vorm Hitzetod. Also raus über die Standspur nach vorne und frech an den wartenden Autos vorbei. Der Polizist in seinem Häuschen an der Warteampel hob anerkennend den Daumen obwohl wir bei Rot durchgefahren sind. Hoffentlich kommt da nichts nach. Kurz vor der Italienischen Grenze fuhren wir auf eine Raststätte um zu tanken. Ich dachte ich seh nicht richtig. Stehen doch vor dem Cafe ein bekanntes Pärchen aus Bensheim. Das Hallo war natürlich groß und nach dem Austausch der Reiseziele und vielen guten Wünschen mussten Sie schon weiter denn Sie wollten noch die Fähre nach Sizilien erreichen. Bei der Einreise nach Italien nochmal ein kurzer Blutdruckanstieg als mich der Zöllner herauswinkte. Er wollte aber nur wissen welche Motorräder wir fahren und wohin unsere Reise geht. Wir erreichten dann gegen 16:00 Uhr im strömenden Regen den Campingplatz bei Garbagna. Der Besitzer war mächtig am umbauen und leider war so gut wie nichts fertig. Also keine Dusche kein WC etc. Auf dem Platz trafen wir eine kleine Gruppe die gerade aus Tunesien kamen. Die hatten es ziemlich eilig mit dem aufladen Ihrer Motorräder. Sie wollten heute noch weiter Richtung Heimat. Der Chef vom Platz machte uns wegen der fehlenden Dusche etc. das

seinen ausgebauten Bauwagen für die Nacht zu benutzen. Klar warum nicht, so konnten wir uns den Zeltaufbau im Regen sparen. Die Nacht war dann nicht so angenehm da wir den Bauwagen nicht alleine bewohnten. Diverses Getier mußte halt nachschauen wer sich den in Ihrem Revier breit machte. Nach einer ziemlich schlaflosen Nacht ging es am nächsten Morgen weiter Richtung Genua. Kaum war die Autobahn erreicht fing es auch schon wieder an zu regnen. Wir beschlossen den Regen in einer Raststätte auszusitzen und bestellten erstmal Kaffee. Nach 1h hörte es dann tatsächlich auf und wir fuhren weiter bis Genua. Hier sind wir jetzt auf einem Campingplatz bei Arenzano. Wegen dem anhaltenden Regen und kalten 10 Grad haben wir uns einen Camper genommen. Ist unwesentlich teurer als ein Zeltplatz aber um einiges gemütlicher. Es ist jetzt 18:00 Uhr und der Regen hat aufgehört. Jetzt geht es in die nächste Pizzeria zum Abendessen.


2007-04-07 Tozeur, Tunesien

Endlich komme ich mal dazu ein paar Zeilen zu schreiben, denn es ist einiges passiert in den letzten Tagen. Regen, Kälte Diebstahl und Motorraddefekte hielten uns ganz schön auf Trab. Zudem ist meine Erkältung wieder richtig ausgebrochen. Aber der Reihe nach.
Der Morgen in Genua überraschte uns mit Sonnenschein und 17 Grad. Wir hatten gut geschlafen und waren froh das es endlich auf die Fähre ging. Gegen 11:00 Uhr fuhren wir ab Richtung Fährhafen und deckten uns vorher noch in einem Supermarkt mit einigen Lebensmitteln für die Überfahrt ein. Wir hatten noch massig Zeit und so gönnten wir uns noch einen Kaffee an der Strandpromenade. Endlich an der Anlegestelle für unsere Fähre angekommen war diese natürlich noch nicht da. Dafür schon einige Jeeps und so verging die Zeit recht schnell mit Gesprächen bis dann endlich mit 2 Stunden Verspätung unsere Fähre ankam.

und beladen dauerte natürlich ziemlich lange bis wir dann gegen 20:00 Uhr losfuhren. Die Fähre war nur zu 2 Dritteln belegt und wir konnten noch eine Vierbettkabine für den Preis einer Zweierkabine ergattern. Die Überfahrt war recht ruhig trotzdem wurde Anja Seekrank. Wir hatten Reisetabletten dabei und bald ging es Ihr besser. Tunis empfing uns mit Kälte und Regen. Damit hatten wir natürlich nicht gerechnet. Nach dem chaotischen entladen der Fähre ging es recht schnell durch den Zoll und wir fuhren los Richtung Hammam Lif. Der Regen wurde immer heftiger uns blieb nichts anderes übrig als die Regenkombis anzuziehen. Das war auch gut so. Denn der ganze Straßenstaub wurde durch den Regen in schöne Schlammseen verwandelt durch die die LKWs durchbrausten. Nach kürzester Zeit hatten wir und unsere Motorräder ein schöne Schlammpackung. Endlich in

Hammam Lif angekommen gönnten wir uns erstmal einen Brik und ein Frikasee mit ordentlich Harrischapaste. Schnell noch Geld am Automaten gezogen und auf zum Cedria Plage Camping. Den kannten wir noch vom letzten Jahr und der Chef vom Platz erkannte uns sofort wieder. Wir nahmen uns einen Bungalow denn der Preis war der selbe wie für einen Zeltplatz. Die Nacht war recht frisch und der morgen war zwar noch bewölkt aber wenigstens trocken. Weiter ging es auf der Landstraße durch Kairouan Richtung Sbeitla. Unterwegs holte uns der Regen wieder ein und wir mussten in die Regenkombis. Endlich in Sbeitla angekommen fanden wir auch recht schnell das Hotel Sofetula mit Campingmöglichkeit. Der Platz war begrünt und die Sanitäranlagen waren im Hotel untergebracht. Wir bauten unser Zelt auf und gleich darauf hörten wir 2 Motorräder

ankommen. Es waren 2 Jungs die auf dem Rückweg nach Tunis waren. Das Wetter gefiel Ihnen gar nicht den im Süden war es wesentlich wärmer und vor allem trocken. Wir fuhren noch zum Markt um ein paar Lebensmittel einzukaufen was noch Folgen haben sollte. Der Markt gefiel mir gar nicht ich hatte ein sehr schlechtes Gefühl und blieb die ganze Zeit bei den Motorrädern während Anja in diversen Shops einkaufte. Endlich fuhren wir zurück zum Platz und nach einem leckeren Abendessen waren wir auch zeitig in den Schlafsäcken. Der Morgen überraschte uns wieder mal mit Kälte und Regen. Was blieb war aussitzen. Wir stellten uns schon auf einen Tag im Zelt ein, als es endlich gegen 11:00 Uhr aufhörte zu regnen. Wir bauten das Zelt ab und Anja ging bezahlen. Kurz darauf war Sie wieder zurück und fragte ob ich das Geld aus Ihrem Geldbeutel genommen hätte. Natürlich nicht.Unser komplettes Bargeld war weg !. Na prima , musste gestern im Trubel auf dem Markt gestohlen worden sein. Wir tauschten ein paar Dinar von den Jungs um unseren Platz zu bezahlen. Doch großzügig verzichtete der Hotelchef auf den Betrag da wir ja bestohlen worden waren. Das ließen wir nat. nicht auf uns sitzen und fuhren sofort zur Polizei. Einer der Beamten konnte recht gut englisch und bald waren wir mit 3 Beamten unterwegs zu den Shops wo Anja eingekauft hatte. Natürlich hatte keiner was gesehen und oder mitgekriegt wie das Geld verschwinden konnte bleibt daher ein Rätsel. Die Beamten konnte nichts weiter für uns tun. Ich hinterließ unsere Heimatadresse falls sich doch noch etwa ergeben sollte. Mit einem ziemlich schlechten Gefühl verließen wir Sbeitla Richtung Gafsa. Unsere Reisefreude hatten einen gehörigen Dämpfer bekommen. In all den Jahren unserer Reisen wurden wir noch nie bestohlen. Es war nat. auch ein Teil unsere Schuld die komplette Barschaft in einem Geldbeutel aufzubewahren. Das machen wir sonst nie. Immer wurde das Geld aufgeteilt und die großen Scheine immer gut versteckt am Körper getragen. Diesmal nicht und wir haben die Quittung dafür bekommen. Aber auch das gehört wohl zum Reisen. Wir hatten so halbwegs den Schock verdaut als sich schon das nächste Unheil ankündigte. Plötzlich griff Anjas Kupplung nicht mehr. Was ist jetzt wieder los ? Ich stellte den Kupplungszug nach und mit Ach und Krach erreichten wir Touzeur gegen 17:00 Uhr. Die ganze Aufregung war gar nicht gut für meine Erkältung. Die brach jetzt wieder richtig aus. Zum Glück hatten wir Antibiotika dabei und so gibt es jetzt erstmal eine Ladung Chemie. Die Sonne verwöhnte uns jetzt endlich mit 25 Grad im Schatten und wolkenlosem Himmel. Nach einer ruhigen Nacht ( dank Ohrstöpsel) ging es am nächsten Tag an die Reparatur an Anjas Motorrad. Nach dem öffnen des

Motordeckels entdeckte ich gleich das Problem. Der Spanndraht der die Tellerfeder im Kupplungskorb fixiert war gebrochen und hatte sich zwischen den Reibscheiben verklemmt und diese dabei reichlich abgenutzt. Jetzt war guter Rat teuer konnte man auch ohne fahren ? Zum Glück gibt es ja den Stefan Hessler von Hessler Motorsport. Den rief ich am Karfreitag an und prompt bekam ich einen Rückruf ! An dieser Stelle einen großen Dank an Stefan denn so ein Service ist nun wirklich nicht alltäglich. Nach Anweisung von Stefan kann man auch ohne den Spanndraht fahren allerdings muss die Tellerfeder und die davor liegende Scheibe entfernt werden. Also alles so wieder zusammengebaut und siehe da man konnte wieder einigermaßen kuppeln. Die Kupplung kommt zwar recht spät aber immerhin ist die Kiste jetzt wieder fahrbar. Jetzt noch an meinem Motorrad die Kette gewechselt den die alte war mehr als fällig. So, endlich alles erledigt und es war Zeit sich einen Tee auf dem Markt zu gönnen und all die Leckereien die es dort gibt zu probieren. Morgen gehen wir auf den Markt in Tozeur und werden den Einlauf der Ralley Optic 2000 verfolgen.


2007-04-12 Douz, Tunesien

von Sandstürmen und Begegnungen

Ali, der Chef vom Campingplatz in Tozeur erklärte uns den Ankunftsort der Ralley. Wir liefen los denn laut Ali war es nicht weit. Nach einer Stunde in praller Hitze hatten wir immer noch nicht die Spur einer Ralley ausmachen können. Also kurzerhand ein Taxi angehalten und den Fahrer befragt. Dieser war sehr hilfsbereit konnte uns aber auch nach einigen Handytelefonaten nicht weiterhelfen. Wir ließen uns ins Ort zurückfahren und gerade in dem Moment fuhr ein Jeep der Organisation der Ralley an uns vorbei. Der Taxifahrer hängte sich dran und nach kurzer Zeit sprach ich mit dem Fahrer wegen des Ankunftsortes. Dieser war wie sich herausstellte ca. 20 km mitten in der Wüste. Also Pech gehabt und zurück zum Marktplatz einen Tee trinken. Zurück auf dem Camping wurden wir mal wieder von 15 Wohnmobilen mit Rentnern überrascht die wohl halb Tunesien bevölkern. Straff durchorganisiert werden die „Einheiten“ eingeparkt um sofort danach beim Briefing weitere Instruktionen zu erhalten. Mit auf dem Platz waren 2 riesige Unimogs komplett ausgebaut mit allem Schnick schnack und nat. deutscher Dosenwurst und kaltem Bier. Der eine Fahrer war das erstemal mit seinem Ungetüm unterwegs und vollends begeistert. Mit seinem Gefährt komme er wohl überall durch. Schon schön , aber mit 2 Kindern und einem Hund wohl nicht so ein erholsamer Urlaub. Die Sensation aber waren 2 alte DKW Minibusse. Schön restauriert und die Fahrer entsprechende Originale wurde es noch ein lustiger Abend. Am nächsten Tag ging es weiter nach Douz. Durch den Chott el Jerid ging es wieder bei angenehmen 24 Grad und Sonnenschein. Aber der Mitte änderte sich das Wetter

und ein Sandsturm zog auf. Im 45 Grad Winkel kam der Wind von vorn und das

fahren wurden immer schwieriger. Die Straße wurde zunehmend zugeweht und der Wind immer stärker. Wir kämpften uns durch bis Kebili und endlich ließ auch der Wind nach. Dafür stiegen die Temperaturen bis auf 35 Grad. Zum Glück bietet der Camping Desert Club ein Schattendach für die Motorradfahrer. Das kannten wir ja schon vom letzten Jahr. Schnell stand unser Zelt und relaxen war angesagt. Gestern machten wir dann einen Ausflug zu den versteinerten Sanddünen bei Kebili. Dort sieht es aus wie in Kapadokien nur in Miniversion. Zurück fuhren wir durch den Chott Kebili der mit Schilf und schönen Wasserflächen uns faszinierte. Einheimische Störche konnten wir später noch bei der Nahrungssuche beobachten. Heute ist Viehmarkt in Douz den wollen wir uns nicht entgehen lassen danach werden gegen Abend mal einen Abstecher in die Dünen machen.


2007-04-18 Djerba, Tunesien

Sahara, Dehydration und andere Unannehmlichkeiten

Tunesien mag mich nicht! Wie sonst ist zu erklären was in den letzten Tagen passierte. Hier ein kurzer Abriss der Geschehnisse. Noch in Douz bekam ich gegen Mittag leichte Kopfschmerzen denen ich aber keine allzu große Beachtung schenkte. Es kam noch Karlheinz mit seinem Magirus vorbei , den kannten wir vom letzten Jahr, so wurde es ein kurzweiliger Abend. In der Nacht wurden die Schmerzen schlimmer aber nach einer Aspirin ging es wieder besser. Der morgen begann mit schlimmen Kopfschmerzen und jetzt hätte mir langsam ein Licht aufgehen sollen. Aber nein, heute wollen wir ja weiter nach Ksar Ghilane. Also Paracetamol eingeworfen und los. Mittlerweile ist die Straße nach Ksar Ghilane ja geteert so sollte es kein Problem sein. So weit die Theorie. Als wir die Pipelinepiste erreichten hatte es schon 35 Grad im Schatten und ein unangenehmer Wind wieder schräg von vorn machte das fahren nicht einfach. Diesmal noch gewürzt mit reichlich Sand denn die ersten Dünen waren nicht weit. Stellenweise nur im 4 Gang mit 60 km/h ging es weiter. Endlich erreichten wir den Abzweig nach El Bourma. Der Straßenverlauf führte jetzt Richtung Westen so kam der Wind jetzt genau von links. Aber auch das letzte Stück schafften wir irgendwie. Im Ort selbst endet die Asphaltstraße und ab jetzt geht es auf Pisten weiter. Noch ein kurzes

Stück dann ist der Dünengürtel zu überwinden der die Campingplätze und die Thermalquelle einschließt. Ich fuhr durch den Tiefsand mit vollem Gepäck und schlingerte sehr stark von rechts nach links durch die Spurrillen der Jeeps als mir auch schon einer an der engsten Stelle entgegenkam. Der machte keine Anstalten auf die Böschung zu fahren so war ich gezwungen anzuhalten. Na prima, wie komme ich da wieder raus ? Nach einigem guten zureden kam der Jeepfahrer auf die Idee auf die Böschung zu fahren . Der Weg war frei, und mit viel Gas und allem Mut kam ich heil durch die Engstelle. Anja hatte zum Glück Ihre Maschine vorher schon abgestellt denn das war Ihr doch zuviel. Also lief ich zurück und fuhr Ihre Maschine auch noch durch. Total fertig und mit Kopfschmerzen zum umfallen musste ich mich erstmal ausruhen. Nach einer Weile fuhren wir das letzte Stück Piste bis zum Camping. Dort angekommen setzte ich mich unter eine Palme und konnte keinen Finger mehr rühren. Die Schmerzen waren jetzt so schlimm. Anja baute das Zelt alleine auf und ich fiel halb ohnmächtig auf die Isomatte. Ich wußte nicht wie lange ich lag als Anja mit einer slowenischen Ärztin im Schlepptau auftauchte. Die untersuchte mich kurz und stellte massive Dehydrierung fest. Kalte Umschläge auf den Nacken die Füße und den Kopf sollten erstmal die Temperatur senken. Das half schon etwas und von den Slowenen bekam ich noch ein Elektrolytmix der mir wieder auf die Beine helfen sollte. Die brutalen Kopfschmerzen blieben und selbst eine Doppeldosis Paracetamol half nicht viel. So lag ich etwa 24h im Zelt und trank jede Menge Wasser und Elektrolyte. Langsam, ganz langsam wurde es besser ansonsten hatten die Slowenen uns schon angeboten mich nach Douz ins Hospital rauszufahren. Das war zum Glück nicht nötig denn mit einem Mix aus Paracetamol und Aspirin hielt ich es mittlerweile aus. Es ging etwas besser und ich konnte endlich die Thermalquelle genießen. Schon

verrückt , mitten in der Wüste liegt man in einem Tümpel mit warmem Wasser. Andere Reisende die wir schon in Douz getroffen hatten trudelten ein und es wurde noch richtig gemütlich. Der Sonnenuntergang war traumhaft und im letzten Licht erstrahlten die Dünen mit einer zauberhaften Atmosphäre. Nach 3 Tagen des Leidens hatte ich genug und wir wollten endlich weiter. Richtung Matmata sollte unser Weg uns führen und mit einer Paracetamol und einer Aspirin konnte ich ganz gut fahren. Der Rückweg war viel einfacher als der Hinweg, erstens war es etwa 10 Grad kühler und zweitens war der Weg durch die Dünen begradigt worden. Auf der Teerstraße ging es flott weiter bis uns eine Herde Kamele den Weg versperrte die gemächlich die Straße überquerten.

Wir machten reichlich Fotos und filmten die gar nicht scheuen Tiere. Weiter ging es ins Dahar Gebirge. Hier war alles grün und nach den hellen Farben der Sahara war es jetzt richtig angenehm

für die Augen wieder etwas anderes zu sehen. Matmata enttäuschte uns auf ganzer Linie. Kaum gestoppt wurde uns von allen Seiten Hotel, Bier Wein und was weiß ich noch alles zugeschrien. Schnell weiter hier bleiben wir keine Sekunde. Über Metameur erreichten wir Medenine. Einst großer Handelsplatz der Karawanen. Die Stadt war modern und recht nett anzuschauen. So gut wie kein Tourismus und auf dem einheimischen Souk wurden wir kein einziges Mal angesprochen. So gefiel uns das und schnell hatten wir ein kleines Hotel gefunden für die Nacht. Die Motorräder im Hinterhof geparkt wollten wir uns gerade schlafen legen als uns der Portier alarmierte. Ich verstand nur irgendwas mit Moto, und hüpfte schnell wieder in die Hosen um nachzuschauen was los ist. Tja unsere Motorräder standen einer LKW Ladung Bier im Weg. Das ging nat. nicht. Also die Motorräder in die Ecke geschoben um Platz zu schaffen. Zum Glück war es ja schon dunkel so konnten die Jungs beruhigt sein das Allah nichts sieht. Der Morgen begann mit Sonnenschein und in der Nacht brauchte ich auch nur eine Paracetamol zum schlafen. Also es geht wieder aufwärts. Weiter gehts nach Jerba. Die 110 Kilometer waren schnell abgespult und über die Dammstraße,die am Anfang und Ende von streng dreinblickenden Polizisten kontrolliert wird, erreichten wir Agir und den dort ansässigen Campingplatz. Der liegt direkt am Meer und ist einfach ausgestattet. Kaum hatten wir aufgebaut trafen schon wieder andere Urlaubsbekannte mit Ihrem Motorrad ein. So klein ist eben Tunesien. Jetzt wird erstmal Urlaub gemacht und heute war der erste Tag an dem ich ohne Tabletten auskam.


2007-04-20 Douz, Tunesien

Begegnungen die zweite

Ein kleiner Ausflug über Jerba sollte heute unseren Tag verschönern. Nach einem guten Frühstück fuhren wir erstmal nach Midoun denn dort sollte es ein Internetcafe geben. Nach längerem suchen wurden wir von einem freundlichen Tunesier direkt vor die Tür gebracht. Außen war nichts angeschrieben das hätten wir alleine niemals gefunden. Das Mädel im Büro wollte uns aus unerfindlichen Gründen nicht an die PCs lassen. Erst nach einigem energischem Rückfragen konnten wir unsere Mails bearbeiten sowie diese Seiten hier aktualisieren. Weiter durch die sehr stark vom Tourismus geprägten Gassen gab es für uns nicht viel sehenswertes. Weiter nach Houmt Souk doch dort war es auch nicht besser. Also wieder zurück denn langsam machte sich unser Hunger bemerkbar. Ein kleiner Laden in einer Vorstadt in dem nur einheimische aßen hatten wir auserkoren. Aber nach der Bestellung passierte erstmal nichts. Andere Gäste kamen

und gingen doch wir wurden nicht bedient. Nach Rückfrage erhielt ich nur ein Schulterzucken. Na dann nicht, woanders wird man unser Geld gerne nehmen. An einem Busbahnhof fanden wir die nächste Truckerkneipe und hier bekamen wir endlich eine einheimische Tomatensuppe mit Graupen Baguette und Salat. Schmeckte recht gut war aber auch gut scharf. Zurück auf dem Platz trafen wir 2 Berner wieder die gerade mit Ihrer BMW anrollten. Erich hatte auch schon so einiges auf seinen Afrikareisen erlebt und schnell reduzierten sich meine kleinen Wehwehchen auf ein Minimum.
Der Nachmittag brachte die Entscheidung am nächsten morgen weiterzufahren denn es fing heftig an zu winden. Wir kochten uns Spagetti mit Tomatensoße im Zelt da draußen kochen unmöglich war. Die Nacht war sehr unangenehm denn die Zeltwände schlugen von allen Seiten auf uns ein. Auch noch so gutes abspannen half da nichts. Am morgen ließ der Wind etwas nach und wir fuhren zurück über Zarzis dann durchs Dahar Gebirge wieder nach Douz. Unterwegs ca. 20 km vor Matmata begegnete uns eine Slowenin die alleine mit Ihrem Fahrrad unterwegs ist.

Ein kurzer Plausch und es war klar das wir Sie am nächsten Tag in Douz wiedertreffen denn das war auch Ihr Ziel. Sehr nette Begegnung und Hut ab vor so einer Leistung alleine mit dem Fahrrad unterwegs zu sein.
Die letzten Kilometer nach Douz zogen sich endlos dahin bis wir endlich gegen 16:30 Uhr ankamen. Auf dem Platz hatten sich eine Gruppe mit Motorräder und einem Unimog riesig ausgebreitet. Unter dem Dach das für Zelte reserviert ist hatten die Jungs es sich mit einem riesigen Tisch bequem gemacht. Wir fragten mal vorsichtshalber ob es stört wenn wir hier unser Zelt hinstellen. Nein, kein Problem wurde später aber doch noch eins. Wir gingen ins Restaurant eine Pizza essen und als wir wiederkamen hatten die Jungs jede Menge Bier und Tequila auf dem Tisch stehen. Na das kann ja lustig werden direkt neben unserem Zelt. Anja sagte vorsichtshalber das wir jetzt schlafen gehen würden aber das interessierte keinen. Erst nachdem ich die Jungs freundlich aber bestimmt bat doch zu Ihrem Unimog umzuziehen der etwa 20m entfernt stand ging es dann doch. Ich schnappte mir den Stuhl vom Wortführer und sagte Ihm falls es Ihm zuviel sei trage ich seinen Stuhl gerne rüber. Bevor dann das Gespräch das Niveau normaler mitteleuropäischer Verständigung verließ und mit gnädigem Verständnis meinerseits wegen der wohl doch schon fortgeschrittenen Vernebelung durch den genossenen Tequilla gaben die Jungs klein bei und wir konnten beruhigt schlafen. Ähnliches war uns vor Jahren schon einmal in Schottland mit Franzosen passiert doch mit Landsleuten war es ein Novum. Morgen ist ausruhen angesagt und dann werden wir die weitere Route planen.


2007-04-20 Hammam Lif, Tunesien

Seitenwind und Virenseuche

Die weitere Route ging erst nach Douz wo wir noch 2 Nächte verbrachten und dann weiter nach Tozeur. Dort sind wir ja mittlerweile gut bekannt und Ali , der Chef vom Camping gab uns einen schönen Platz unter den Palmen. Am Abend kamen noch drei Jungs mit 2 DRs und einer KTM an. Die waren gut drauf und der Abend verlief sehr kurzweilig mit Anekdoten der verschiedenen Reisen. Wir tauschten noch GPS Daten aus und Horst und Ingrid die mit einem Allrad Wohnmobil unterwegs sind brauchten etwas Nachhilfe in Sachen GPS.

Am nächsten Tag traf auch die Slowenin auf dem Platz ein Sie hatten wir schon in Matmatar und auch Douz getroffen. Sie war die 120 Km von Douz bis Tozeur in einem Tag mit dem Fahrrad durchgefahren. Wir wollten weiter nach Maktar und fuhren gegen 10 Uhr los. Doch das Wetter machte wieder einmal nicht mit. Brutaler Seitenwind machte das fahren zur Tortur. Mit stellenweise 60 km/h im 4ten Gang ging es nur langsam voran. Endlich bei Kasserine wurde es erträglicher und unser Ziel Maktar ließen wir erstmal sein und planten gleich weiter nach Nabeul auf einen Campingplatz bei dem Hotel les Jasmin weiterzufahren. In der Abenddämmerung erreichten wir endlich nach langem suchen den Platz nachdem wir uns gute 45 min durch Hammamet und Nabeul gekämpft hatten. Das waren für diesen Tag gute 450 km und wir waren fix und fertig. Nach

einer heißen und dafür auch teuren Dusche gingen wir noch was essen bei einem Slowenischen Restaurant um die Ecke. Und wer ist der Koch in diesem Lokal ? Es ist Raflik Tlatli der schon mehrfach im deutschen TV auftrat . Unter anderem mit Johann Lafer. Anja , als begeisterte Hobbyköchin war nat. sofort hin und weg. Nachdem wir gut gespeist hatten kam Herr Tlatli noch auf einen kurzen Plausch zu uns an den Tisch. Das war nat. der Höhepunkt des Abends für Anja, Wir fragten ihn reichlich aus, aber bereitwillig gab er uns Auskunft auf unsere Fragen. Er macht unter anderem jeden Tag eine Kochsendung im tunesischen TV. Die Nacht war sehr kurz da die Nachbarshunde uns trotz Ohrstöpseln nicht schlafen ließen. So war klar das wir am nächsten Tag nach Hammam Lif weiterfahren. Durch viele kleine Orte an der Küste entlang wo noch das ursprüngliche Tunesien zu sehen ist kamen wir recht früh in dort an. Vor genau 3 Wochen waren wir von hier aus zu unserer Tunesienreiste aufgebrochen. Wir bekamen wieder den selben Bungalow und richteten uns ein. Doch die zahlreichen Schnaken ließen uns nicht schlafen. So bauten wir mitten in der Nacht im Bungalow das Innenzelt auf um vor den Schnaken ruhe zu haben. Am morgen erreichte uns eine SMS von daheim unsere HP wäre Virenverseucht. Das werde ich heute prüfen, denn die Internetcafes in Tunesien kennen keine Virenscanner und mein USB Stick hat noch keinen Schreibschutz. Morgen fahren wir rund ums Cap Bon denn das soll landschaftlich sehr reizvoll sein.


Die Fahrt rund ums Cap Bon war mit die schönste in ganz Tunesien. Weite grüne Felder, gut genährte Rinder und Pferde sowie Unmengen an Obstplantagen säumen die Landstraße die sich malerisch um die Halbinsel windet. Nach einigen Kilometer zweigt die Straße wieder Richtung Meer ab, und nach einem kleinen Hügel hat man einen wunderschönen Blick über die Bucht. Wir hatten dazu noch traumhaftes Wetter es konnte nicht besser sein. Für den nächsten Tag hatten wir uns eine Besichtigung von Tunis vorgenommen. Mit dem Zug ging es gemütlich zum Hauptbahnhof und von dort gleich Richtung Souks. Die waren uns zwar schon bekannt aber sind halt immer eine Besichtigung wert. Dann ging es noch in die Markthallen die waren im Gegensatz zu früher komplett modernisiert und für Tunesische Verhältnisse sehr sauber. So kauften wir 2 schöne Fischfilets die wir uns am Abend braten wollten. In einer Seitenstraße entdeckten wir einen Laden der Pinienkerne für einen Spottpreis anbot. Da wir bekennende Pesto Fans sind kauften wir gleich ein ganzes Kilo. Noch etwas

Gemüse vom Markt eingekauft und schon war es wieder Mittag. Nach einem Kaffee an dem Eingang zu den Souks beschlossen wir ein Internetcafe aufzusuchen um dem Homepagevirus den Garaus zu machen. Das dauerte ziemlich lange, da zwar jeder wusste das es ein Intercafe gibt , doch wo es zu finden ist wusste kaum einer. Nach guten 30 min hatten wir es endlich gefunden doch die dort vorhandene Hardware findet man bei uns höchstens noch im Museum. Dementsprechend lahm war die Verbindung so konnte ich die Seiten weder überprüfen noch aktualisieren. Gut das muss dann bis zuhause warten. Zurück auf dem Platz bereiteten wir uns ein leckeres Abendessen und waren auch wieder zeitig in den Federn.
Der Tag der Abreise brach an und da der Fährhafen nur gute 20 min Fahrzeit entfernt ist lassen wir uns Zeit mit dem Frühstück und dem packen. Die Einfahrt zum Fährhafen war leicht zu finden und an der letzten Tankstelle füllten wir noch mal unsere Tanks mit dem billigen Sprit randvoll. Vor dem Hafengebäude traf wir nat. alle Tunesienfahrer wieder die wir unterwegs so getroffen hatten. War ein großes Hallo, und beim austauschen der Reiseerlebnisse verging die Zeit bis zur Ankunft der Fähre im Nu. Der Zoll und die Polizei waren nur Formsache und schon legten wir wieder ab Richtung Genua. Auf wieder sehen Tunesien wir kommen bestimmt noch einmal wieder dachten wir etwas wehmütig als wir uns langsam auf das Meer hinaus bewegten. Die ganzen Reiseerlebnisse und Bekanntschaften ließen wir noch mal Revue passieren und freuten uns das diesmal unsere Reise so erfolgreich verlaufen war.


Fazit:

Tunesien ist immer eine Reise wert, obwohl viele das Land nur auf die Sahara und die Dünen reduzieren. Doch das Land hat vielmehr zu bieten. Wir haben das letzte Mal den Norden ausgiebig bereist und diesmal die Mitte und den Süden. Auf dem Land sind die Leute größtenteils nett und aufgeschlossen. In den Touristenhochburgen wird man nat. abgezockt das ist woanders genauso. Die Straßen sind überwiegend geteert und gut zu befahren. Allerdings ist hier immer mit Überraschungen zu rechnen. Schlaglöcher , Bodenwellen, und allerhand Viehzeug was unverhofft die Straße kreuzt. Am gefährlichsten empfand ich die einheimischen Radfahrer die unverhofft und ohne auf den rückwärtigen Verkehr zu achten einfach abbiegen oder die Straße überqueren. Das Motorrad sollte über genügend Federweg verfügen und auch robust sein, um die Belastungen auszuhalten. Unsere Enduros waren dafür genau das richtige. Die Verpflegung ist in manchen Gegenden dürftig da es auf den Märkten eben nur das Obst und Gemüse der Saison zu kaufen gibt. Ansonsten gibt es zumindest in den größeren Städten auch Supermärkte wo man fast alles kaufen kann. Essen gehen ist fast überall preiswert aber auch sehr unterschiedlich in der Qualität. Vom einfachen Melawi bis zum Couscous Royal haben wir alles probiert. Uns schmeckte es eigentlich immer , und von Montezumas Rache wurden wir diesmal auch verschont. Die Preise im Land sollte man kennen ansonsten kann es passieren das man locker den doppelten Preis bezahlt. Man ist halt Tourist und da zahlt man Aufpreis. Bis auf den Diebstahl in Speitla , an dem wir selber Schuld waren, hatten wir keine negativen Erlebnisse und können das Land uneingeschränkt empfehlen. Vielleicht haben wir mit unserem Reisebericht so einiges an Fernweh geweckt und sind auf das Feedback gespannt.


Tunesien 2006

Hier geht es zu den Bildern

Hier entsteht ab Oktober der neue Reisebericht Tunesien.
Wir haben 6 Wochen Zeit um Land und Leute ausgiebig kennen zulernen. Unsere Motorräder werden 2 leichte Einzylinder Enduros sein. Für die Orientierung ist erstmals ein GPS auf PDA Basis zuständig. Zum Einsatz kommt diesmal eine Fujifilm S9500 um noch bessere Bilder zu bekommen. Sowie die bewährte Sony Digicam.

Für die Anreise werden wir den Autozug nach Livorno nehmen. Dann kurz rüber nach Genua und von dort mit der Fähre nach Tunis.

Demnächst mehr.


22-08-2006 Lautertal

Die Reisevorbereitungen liegen in den letzten Zügen. Hier die News:
Den Autozug haben wir abgehakt. Viel zu teuer und da wir genügend Zeit haben fahren wir gemütlich nach Genua zur Fähre. Diese ist mit einigen Schwierigkeiten über den ADAC gebucht. 2er Kabine erst nach einigen Nachfragen natürlich mit Mehrkosten.
Die zweite Enduro ist auch noch nicht gefunden. Bisher war alles was angeboten wurde über unserem Budget. Vielleicht findet sich noch was in der verbleibenden Zeit. Sonst wird Anja mit der bewährten Transalp fahren.
Die Kamera ist dann doch eine Fujifilm E 900 geworden. Sehr handlich und mit 9 Mio Pixel , Zoom und kompletter Manueller Steuerungsmöglichkeit ein echtes Schnäppchen. Die ersten Bilder sind viel versprechend.
Der neue Reiseführer hat schon einige Markierungen, die Route wird uns erstmal nach Norden an die Küste führen. Dann sehen wir weiter.
Last but not least werden noch ein paar arabische Vokabeln gelernt.


06-09-2006 Lautertal

Nach langem hin und her haben wir jetzt eine Enduro für Anja. Ein Garagenfund sozusagen , leider hat uns der Besitzer vergessen zu sagen dass die komplette Ausgleichswelleneinheit defekt ist. Ein Kabel der Lima war gebrochen und ein Stehbolzen am Auspuff abgerissen, ansonsten noch die Bremsen komplett überholt. Aber nach einer Woche Arbeit und einigen hundert Euro läuft die Kiste jetzt und den Segen vom TÜV hat sie auch. Abgastest 1,42 % Co. Und das bei einem 11 Jahre alten Hobel.
Im Moment baue ich noch die Alukoffer und den Träger. Dann kann es endlich losgehen.


14-09-2006 Lautertal

Die Nerven liegen blank!. Die Kupplung an der Enduro von Anja macht Zicken. Trennt einfach nicht. Nachdem ich einige Teile gewechselt und zum wiederholten Mal die komplette Kupplung zerlegt hatte war gestern dann der Tag der Erleuchtung. Der Kupplungskorb war innen eingelaufen. 2 Scheiben aus 0,2 mm Blech gleichen das jetzt aus. Zudem habe ich noch die Rattermarken am Außenkorb glatt gefeilt. Hurra die Kiste läuft endlich. Heute Mittag ist Probefahrt angesagt. Kurze Tour durch den Odenwald mit vollem Gerödel. Hier mal vielen Dank für die prompte Hilfe und die Tipps von Suzuki Wagner in Darmstadt und von Stefan Hessler von Hessler Motorsport. Deren Nerven habe ich um einiges strapaziert.
Letzte Kleinigkeiten werden noch organisiert dann kann es am Freitag endlich losgehen.


15-09-2006 Lautertal

Hurra, los gehts ! Ich hatte noch einen Tag Frei genommen um doch noch früher losfahren zu können. Über die Autobahn bis ins Allgäu lief es ganz gut. Kurz vor Lindau am Bodensee machten wir dann Station an einem Landgasthof. Meine Kette sollte eigentlich noch bis Tunesien halten, aber jetzt mussten doch 2 Glieder raus. Der Mann der Wirtin war sehr hilfsbereit und mit Einsatz seiner Flex war die Sache in 20 min. erledigt. Leider waren alle Zimmer belegt da immer noch Ferien waren. Nebenan waren Stellplätze für Wohnmobile. Also kurzerhand die Wirtin gefragt ob wir nicht unser Zelt für eine Nacht aufstellen dürfen. War kein Problem und nach einer heißen Dusche in den nagelneuen Sanitäranlagen sowie einem guten Abendessen ging es zeitig in die Schlafsäcke.


16-09-2006

Die Nacht war recht frisch und feucht. Das Zelt vom Tau total nass. Aber es hilft nichts wir wollen weiter. Nach einem Frühstück ging es dann weiter Richtung Chur. Über Feldkirch und Dornbirn fuhren wir durch Lichtenstein. Nach einer Kaffeepause in einem kleinen Städtchen hatten wir wieder neue Energie zum weiterfahren. Weiter Richtung St. Moritz über den Julierpass zum Lago Lecco.

Dort fanden wir einen Platz direkt am See. Sauteuer dafür gab es auch nur warmes Wasser mit Wertmarken. Nach einer eiskalten Dusche in den klaustrophobischen Duschen gab es noch eine Pizza im Restaurante und nach einem Liter Vino Rosso waren wir dann auch reif für die Penntüte.


17-09-2006

In der Nacht regnete es wie aus Eimern. Das Wasser stand schon mehrere Zentimeter hoch im Vorzelt als wir gegen 7 Uhr aufwachten. Doch der Wettergott hatte ein Einsehen und gegen 9 Uhr hörte es auf. Der Benzinkocher hatte mal wieder beschlossen seinen Dienst zu quittieren so gab es halt keinen Kaffee. Das Zelt wieder nass eingepackt und weiter Richtung Genua. Kurz nach Monza verpassten wir die Abfahrt auf die Autobahn und landeten nat. mitten in der Innenstadt von Mailand. Die durchfuhren wir dann fast komplett bis wir die Ausfallstraße zur Autobahn fanden. Diese zog sich endlos bis wir endlich Genua erreichten. Eine ziemlich chaotische Stadt mit typischem Italienischem Verkehr. Nach einiger Zeit fanden wir dann auch einen Campingplatz etwas außerhalb. Der war zwar teuer aber mangels Alternative blieb uns nichts anderes übrig als zu bleiben.


18-09-2006

Der Tag der Abfahrt nach Tunesien. Schnell das Zelt zusammengepackt und auf Richtung Fährhafen. Nach 45 min im Stau wg. einem Motorradunfall ( ein blutiger Schuh lag noch neben dem total zerstörten Motorrad, uns wurde ganz anders ) fanden wir unsere Fähre.

Ab jetzt hatten wir Zeit. Da die Abfahrt erst gegen 15 Uhr erfolgen sollte. Nach und nach kamen noch weitere Motorradfahrer an sowie ein riesiger Magirus Deutz aus Pfaffenhofen. Karlheinz der Fahrer reist schon seit 40 Jahren durch Afrika und hatte nat. jede Menge zu erzählen. Unsere Kabine war geräumig die Betten i. O. und so verbrachten wir eine ruhige Nacht auf See.


19-09-2006

Ankunft in Tunis ziemlich pünktlich um 15:30 Uhr. Die Einreise war problemlos da wir schon an Bord alle Formulare ausgefüllt hatten.

Auf nach Hammam Lif auf den dortigen Zeltplatz. Zwei Motorradreisende schlossen sich uns an und nachdem die KTM von Marc zum zweiten Mal Ihr Kühlwasser ausgespuckt hatte erreichten wir auch den Camping La Pinede bei Hammam Lif. Morgen fahren wir mit dem Zug nach Tunis um die Stadt ausgiebig zu besichtigen.


20-09-2006

Mit dem Zug dauerte es ca. 50 min nach Tunis.

Als erstes besuchten wir die einheimischen Souks. Und dort speisten wir erst mal einen leckeren Brik. Das sind Crepesähnliche Teigfladen die mit allerlei Gemüse und mit Lammfleisch sowie reichlich Harrisa Paste gefüllt werden. Der Wirt und seine Frau ließen sich gerne von uns fotografieren. Weiter gings in die Markthallen nahe den Souks. Leider war schon Nachmittag und die meisten Verkäufer hatten schon zusammengeräumt. Trotzdem erstanden wir noch etwas Käse und Gemüse sowie Brot für das Abendessen. Gegen 16:30 Uhr waren wir wieder zurück auf unserem Platz. Die mitgebrachten Sachen waren schnell angerichtet und ebenso schnell verspeist.


21-09-2006

Heute wollten wir uns den Belvedere Park anschauen aber leider sollte es anders kommen. Auf dem Bahnsteig übersah ich eine Stufe und knickte mit dem linken Fuß um. Alle Bänder überdehnt und der Fuß dick geschwollen holten die Beamten als erstes die Ambulanz. Mit dieser dann mit Blaulicht und Martinshorn ab nach Ben Arous. Dort wurde der Fuß geröntgt. Aber die Ärztin war sich nicht sicher ob etwas gebrochen sei und schickte uns mit der nächsten Ambulanz nach Tunis ins örtliche Krankenhaus. Dort wurden wir gleich an allen anderen Patienten vorbei ins Behandlungszimmer geführt. Ein junger Arzt nahm sich meiner an und nach Beurteilung der Röntgenbilder stellte er fest das nichts gebrochen ist. Allah sei Dank. Mit einem Rezept gegen die Schmerzen und die Schwellung sowie einem festen Tapeverband wollten wir nun wieder zurück. Unser Fahrer der Ambulanz hatte aber schnellstens das Weite gesucht. Nach längeren Diskussionen mit dem Chef des Krankenhauses war es am Ende doch möglich mit der Ambulanz und weiteren Patienten die unterwegs abgesetzt wurden, zu unserem Campingplatz gefahren zu werden. Nach einer selbst erwärmten heißen Dusche und einem Tee inkl. Brik, ging es uns schon wieder besser. Morgen werden wir sehen wie die Schwellung am Fuß aussieht und ev. weiter in den Norden Richtung Bizerte fahren.


22-09-2006

Der Fuß ist zum Glück nicht mehr so stark geschwollen. Eine freundliche Rentnerin die mit Ihrem Mann und Wohnmobil ebenfalls auf dem Platz standen, gab mir abends noch eine Salbe gegen die Schwellung. Also packten wir zusammen und nach einiger Diskussion mit dem Chef vom Platz waren wir uns auch beim Preis einig. Durch Tunis hindurch Richtung Bizerte lief es ganz gut und gegen Mittag erreichten den Strand von Ghar El Melh mit Namen Rass Sidi Ali El Mekki. Dort fragten wir in einem Restaurant nach einer Übernachtungsmöglichkeit. Unverschämte 30 Dinar verlangte der Wirt. Das war uns für das Gebotene zu teuer und ich suchte uns einen Platz am Strand zum zelten.

Den Nachmittag verbrachten wir mit einkaufen und faulenzen am Strand. Gegen Abend bauten wir das Zelt auf und waren früh in den Schlafsäcken. Doch mit schlafen war nicht viel. Die vorher gar nicht so laut wahrgenommene Brandung ließ uns einfach nicht einschlafen. Mit Ohrstöpseln ging es dann doch noch. Leider nur bis gegen 3:00 Uhr in der Früh. Ein lautes und energisches Rufen weckte uns. Durch die Zeltwand hindurch sah ich 2 Männer mit Taschenlampen. Verärgert fragte ich was los sei. Police entgegneten die Männer. Na prima haben die nichts anderes zu tun als Touristen morgens um 3 Uhr zu kontrollieren ? Es half nichts , die Pässe vorzeigen und die Fahrzeugpapiere und nachdem alles fein säuberlich in einem Schulhefer eingetragen war durften wir weiterschlafen. Die Polizisten hatten noch den Hinweis die Motorräder abzuschließen, das wäre sicherer.


23-09-2006

Gegen 7:00 Uhr wachten wir auf. Die Sonne brannte schon unbarmherzig auf unser Zelt und wir beeilten uns nach einem kurzen Frühstück beim zusammenpacken.

Der Sand war natürlich überall und so war es gar nicht so einfach das Zelt und unsere Sachen sandfrei einzupacken. Doch nach 30 min waren wir abfahrbereit und weiter fuhren wir Richtung Bizerte. Nach 10 Kilometer der nächste unfreiwillige Stop. Anja war das Benzin ausgegangen. Die Sandwühlerei vom Vortag hatten wohl doch mehr Benzin verbraucht wie gedacht. Mit einer Plastikflasche die in Tunesien ja überall zu finden ist, zapften wir bei mir 1 Liter ab und weiter ging es zur nächsten Tankstelle. Für umgerechnet 20 Euro tankten wir unsere Motorräder randvoll. Auf nach Bizerte ein Internetcafe suchen. Nach einigem Nachfragen fanden wir auch eins so konnte ich die Seiten aktualisieren. Mal sehen ob ich mir dort wieder, wie schon zuvor in Tunis, meinem USB Stick mit Viren verseucht habe. Bizerte gab nicht viel her wir fuhren weiter Richtung Menzel Bourguiba. Diese Industriestadt hielt uns nicht lange auf und nach einem kurzem Imbiss

ging es weiter nach Teskraia. Ein Schild mit Camping und Hotel lockte uns Richtung Meer. Doch schon die ersten Kurven zwangen uns zur Umkehr. Tiefster feiner Sand da konnte und wollte Anja nicht mehr weiter. Nach einer längeren Verschnaufpause und einigen Überlegungen beschlossen wir weiter nach Tabarka zu fahren. Lief auch prima bis ca. 20 Km vor Tabarka.

Plötzlich war Anja nicht mehr in meinem Rückspiegel . Nach längerem warten kam Sie langsam näher. Der Hinterreifen war platt. Na prima, ein Nagel hatte sich durch den Stollen bis zum Schlauch vorgearbeitet. Na gut, Werkzeug raus und nach ca. 60 min und 2 geflickten Löchern, konnte es weitergehen. In Tabarka gibt es keine Campingmöglichkeit so checkten wir im günstigen Hotel Novelty ein. Mit Garage und Frühstück werden wir hier mal 2 Tage bleiben. Den Abend ließen wir bei einem Tee und Cappuccino in einem Cafe ausklingen. Dort lernten wir noch den lustigen Sohn des Wirtes kennen und gegen 22:00 Uhr wurden wir dann hinausgekehrt. Ab morgen ist Ramadan mal sehen wie das hier gehandhabt wird.


24-09-2006

Der Schlaf endete gegen 5 Uhr in der Früh da der Muezzin gleich gegenüber unserem Hotel zum Gebet rief. Wir blieben noch etwas liegen, doch schon kurze Zeit später drängte es uns mächtig zur Toilette. Hatten wir uns gestern was eingefangen ? Eine Immodium für jeden muss erst mal reichen. Nach dem für die hiesigen Verhältnisse üppigem

Frühstück sah ich nach den Motorrädern. Kaum die Tür geöffnet, traute ich meinen Augen nicht. Anjas Hinterrad schon wieder platt! Na super , wieder das Rad ausgebaut und gleich um die Ecke zur Reifenwerkstatt. Die war aufs modernste ausgerüstet. Und nach 5 min war der Schlauch ausgebaut.

Das Flickzeug von einem der größten deutschen Motorradzubehörhändler mit dem großen L am Anfang war der größte Schrott. Der Monteur konnte die Flicken ganz leicht entfernen und vulkanisierte einen großen Flicken auf. Ein von mir mitgeführter Ersatzschlauch wurde montiert und der Geflickte dient jetzt als Reserve. Nach 30 min war alles wieder montiert und der Urlaub konnte weitergehen. Für ganze 5 Dinar hätte ich mir die Arbeit am Tag zuvor sparen können. Bei ca. 35° im Schatten hält man es nur im Hotelzimmer mit geschlossenen Läden aus. Am Nachmittag wenn es nicht mehr so heiß ist wollen wir mal durch die Stadt laufen und uns Tabarka anschauen.


25-09-2006

Der Morgen begann wie der vorherige. Toilettrun war angesagt. Alle 10 min im Wechsel waren wir unterwegs. 2 weitere Immodium Akut für jeden beendeten vorläufig die Lauferei. El Kef war unser nächstes Ziel. Zu unserem Glück hatten wir über Nacht einen Temperatursturz um 10 ° C. Bei angenehmen 25 ° C fuhren wir durch die Berge über Ain Draham nach Bulla Regia. Die Ruinen gaben nicht all zuviel her zudem nervten die Touristenbusse. Also weiter auf

zum Teil neuer Teerpiste nach Thibar und weiter nach Dougga. Die berühmten Dougga Ruinen schließen leider schon um 15 Uhr während des Ramadan. Also weiter nach El Kef. Über gut ausgebaute Landstraße erreichen wir den Ort der malerisch an einem Bergrücken liegt. Keine Campingmöglichkeit also bleibt nur ein Hotel. Ein entsprechendes zu finden mit Garage zu einem annehmbaren Preis war gar nicht so einfach. Zudem verlor Anja auch noch einen Alukoffer gerade in dem Moment als ich in den Rückspiegel schaute. Die Schrauben hatten sich gelöst. Jetzt hat der Koffer halt ein paar Schrammen mehr. Die unfreundlichen Hoteliers waren nicht bereit zu handeln so mussten wir mit einem überteuerten Zimmer vorlieb nehmen.


26-09-2006

Nach einem dürftigen Frühstück ging es dann weiter über Kasserine nach Gafsa. Dort sollte ein guter Campingplatz sein. Wir erreichten nach einigem suchen den schönen Platz und wunderten uns noch die einzigen Gäste zu sein.

Nachdem das Zelt aufgebaut und ich einen kleinen Service an den Motorrädern gemacht hatte dröhnte plötzlich Ohrenbetäubende Musik aus dem Nachbargebäude. Als ich nachfragte was das soll erklärte mir der Campingplatzbesitzer das heute Abend hier die Disco steigt. Na prima, das wollten wir uns nicht antun also alles wieder eingepackt und nach 15 Min waren wir abfahrbereit. Auf nach Tozeur. Die 90 Kilometer sollten wir gerade noch im Hellen schaffen. Über endlos scheinende Pisten mit starkem Seitenwind kämpften wir uns bis Tozeur durch.Ein paar Kamele am Wegesrand schauten uns verdutzt hinterher als wir mit guten 90kmh an Ihnen vorbeifuhren. Mit dem letzten Abendrot erreichten wir den schönen Camping le Beaux Reves. Hier bleiben wir jetzt erst mal paar Tage.


27/28-09-2006

Die beiden letzten Tage haben wir relaxt. Außer mal kurz nach Tozeur zum Markt waren wir nur auf dem Platz zum urlauben. War aber auch spannend denn die Bauern ernteten die Datteln von den Palmen und da fielen auch einige für uns ab. Die Datteln wachsen uns hier quasi in den Mund und so fühlen wir uns sehr wohl in diesem schattigen Palmenhain bei ca. 35° Grad im Schatten. Morgen starten wir unsere erste offroad Tour zu den Drehplätzen aus den Star Wars Filmen.


29-09-2006

Heute wollen wir zu den Drehorten aus den Star Wars Filmen fahren. Von Nefta aus ca. 13 km Piste in die Wüste. Früh gegen 9:30 Uhr fuhren wir los. Das war auch gut so denn die Sonne brannte schon gewaltig vom Himmel. Den Einstieg zur Piste fanden wir dank GPS schnell und als ich die Luft aus den Reifen abließ waren wir schnell von bettelnden Kindern umgeben. Also aufgesessen und hinein in die Wüste. Die ersten Kilometer waren noch relativ harmlose Wellblechpiste doch dann immer öfter gnadenlose Tiefsandpassagen die nur im Schritttempo zu meistern waren. Danach brutales Wellblech und das immer im Wechsel.

Gegen Ende hielten wir fast jeden Kilometer an um zu trinken und uns zu erholen. Endlich aus ca. 1,5 km Entfernung konnten wir die Bauten sehen. Die letzten Meter über kleine Dünen standen wir in dem kleinen Dorf. Dort wurden wir nat. sofort von den Souvenirverkäufern umringt. Doch wir kauften nichts, machten ausgiebig Bilder und nach einer Umrundung machten wir uns wieder auf den Rückweg. Jetzt mit etwas mehr Übung ging es schon besser, wir brauchten nur noch die Hälfte der Zeit wie bei der Hinfahrt. Die Wellblechpiste nervte dermaßen das ich probierte neben der Piste im festen Sand zu fahren. Zu meiner Überraschung funktionierte das wunderbar ! Mit bis zu 40 km/h surfte ich durch den Sand immer den nächsten Kamelgrasbüschel im Auge. Denn mit Lenken ist im Sand nicht viel. Vielmehr geht es besser mit Gewichtsverlagerung. Doch zweimal reichte die angepeilte Linie nicht und ich überfuhr so einen Grasbüschel. Die Federung der DR machte das klaglos mit doch das überfahren sollte noch Folgen haben. Endlich hatten wir Nefta wieder erreicht und an einer Tankstelle füllten wir die Tanks und pumpten die Reifen wieder auf. Gegen 15:00 Uhr waren wir wieder in Tozeur und entdeckten eine Pizzeria die geöffnet hatte. Sofort hielten wir an und gönnten uns eine leckere Pizza. Die hatten wir uns nach den Strapazen redlich verdient. Zurück am Platz wollte ich die Ketten spannen. Doch was ist das ? Das Kettenblatt von Anjas DR ließ sich mühelos um 1 cm hin und her schieben. Mir schwante übles. Das Hinterrad ausgebaut und tatsächlich das Lager vom Kettenradträger hatte einen guten cm Spiel. Prima, wo bekommen wir jetzt so ein Lager her ? Heute ist Freitag d.h. in moslemischen Ländern Sonntag. Auf Nachfrage bei unserem Campingplatzbesitzer sollte es kein Problem sein am nächsten Tag so ein Lager zu bekommen. Die verbaute Standartgröße sollte jeder tunesische Dorfschmied haben. Gut das wäre geklärt also erst mal Tee trinken. Der Landifahrer vom Nachbarplatz zeigte auf meinen Vorderreifen und meinte “ ist der platt ?“ Auch das noch. Ich hatte mir beim überfahren der Grasbüschel 2 schöne Dornen eingefangen. Gut , jetzt steht die Pannenstatistik 1:1. Aber auch den Platten werden wir erst morgen flicken lassen. Inschalah.


30-09-2006

Der morgen begann wie die anderen auch mit der tunesischen Nationalhymne die in der Grundschule gleich nebenan zum Schulbeginn gespielt wurde. Nach einem kurzen Frühstück machte ich mich mit Vorderrad und dem Kettenradträger auf nach Tozeur zu den div. Werkstätten. Der Helfer vom Camping begleitete mich und mit dem Taxi waren wir schnell bei den Werkstätten angekommen. Ein junger Tunesier, der in einer für Deutsche Verhältnisse unzumutbaren Bruchbude werkelte, begutachtete das Lager und meinte kein Problem. Mit seiner selbstgebauten Hydraulikpresse war das Lager schnell herausgedrückt. Ein neues hatte er zwar nicht aber gleich nebenan sollten wir eins bekommen. Erst beim zweiten Händler etwas weiter in der Stadt wohin wir mit dem schrottreifen Citroen des Arbeiters fuhren erstand ich das Lager. Sogar ein besseres wie vorher da das neue gekapselt war. Das Vorderrad gaben wir auf dem Rückweg bei einer anderen Werkstatt ab und sollten es in einer halben Stunde wieder abholen. Also zurück zur Bruchbude äh Werkstatt und das neue Lager einpressen. Das ging problemlos, auf dem Boden und in unzähligen Kisten lagen genug passende Hülsen zum einpressen herum. Das war erledigt und jetzt fuhren wir wieder zurück zur Reifenwerkstatt. Der Monteur arbeitete so was von penibel das hatte ich in Deutschland noch nicht gesehen. Mit akribischer Genauigkeit wurde der Schlauch untersucht und geflickt. Der Mantel wurde mehrmals innen und außen nach weiteren Stacheln abgesucht. Nach 15 min war der Monteur mit seiner Arbeit fertig und ich konnte mit allen Teilen wieder zurück zum Camping. Die gesamte Reparatur inkl. aller Taxifahrten und einem Bakschisch für den Helfer kostete mich 30 Dinar. Dafür bekomme ich in Deutschland gerade mal das Lager. Auf dem Platz baute ich alles ein und nach 20 min waren die Motorräder wieder fahrbereit. Jetzt erst mal einen Tee kochen und auf Anja warten denn Sie war in der Zwischenzeit im Supermarkt zum einkaufen.


01-10-2006

Heute wollen wir nach Tamerza in die Berge fahren. Die verlassene Altstadt und die riesigen Dattelpalmenhaine haben uns neugierig gemacht. Die Sonne brannte schon ordentlich vom Himmel als wir über die recht grobe Teerstrasse Richtung Berge fuhren.

Unterwegs sahen wir dann einige Kamele in Straßennähe und ich fuhr gleich mal querfeldein um Sie mir näher anzuschauen. Die Stuten mit Ihren Kälbern beeindruckte das ganz und gar nicht und nach einigen Fotos und einem Videoschwenk fuhren wir weiter. Unterwegs sahen wir noch einen Italiener mit seiner Frau die auf einer Honda Dominator unterwegs waren. Er drehte gerade einige Runden im fast ausgetrockneten Chot el Ras ?? wobei Ihn seine Frau mit der Kamera ablichtete. Ein grosses Hallo folgte und nach einem netten Smalltalk fuhren wir weiter zum groß angepriesenen Wasserfall der sich aber eher als Rinnsal herausstellte. Endlich erreichten wir nach einigen Serpentinen die Altstadt von Tamerza die vor einigen Jahren durch starke Regenfälle fast komplett zerstört und daraufhin von den Bewohnern verlassen wurde. Nach den obligatorischen Fotos ging es weiter in die Berge Richtung Algerische Grenze. Die Strukturen der Bergrücken mit Ihren schönen geschwungenen Linien faszinierten uns und nach weiteren Bildern ging es weiter nach Redeyes und nach Malaoui. Hier wird Phosphor abgebaut und der Tagebau und die Bergarbeiterstädte machten schon einen tristen Eindruck. Endlich zurück in Tozeur waren wir recht müde von dem langen Fahrtag und bald lagen wir im Schlafsack.


02-10-2006

Die nächste Station sollte Douz sein. Recht früh am Morgen waren wir abfahrbereit und fuhren über die Dammstrasse durch den Chot el Jerid weiter über Kebili nach Douz. Der Platz war dank GPS schnell gefunden. Ein schönes Fleckchen im Schatten hatten wir uns ausgesucht. Bei wunderbaren 35° Grad im Schatten machten wir uns auf in die Dünen die direkt hinter Douz an dem Kamelrennstadion begannen. Dünenfahren ist bei weitem nicht so einfach wie es aussieht. Ohne entsprechende Erfahrung hat man sich recht schnell festgefahren. So ging es mir auch. Nach ca. 2 km fuhr ich in eine Weichsanddüne und das Vorderrad verschwand bis zur Achse im Sand. Also ausbuddeln. Danach war ich noch vorsichtiger und fuhr zurück. Anja hatte schon gleich am Anfang gestoppt und wartete jetzt auf mich. Also fuhr ich zurück doch vor lauter Dünen kam ich ungefähr 2 km weiter östlich aus den Dünen wieder heraus. Das reichte uns erst einmal und wir fuhren wieder zum Platz zurück. Morgen werde ich es noch mal probieren.


04-10-2006

Ein eigentlich harmloser Sturz mit dem Motorrad beendete heute leider unserer Urlaub schlagartig. Ich habe mir eine Schulterluxation zugezogen die binnen 7 Tagen operiert werden muss. Nach dem Röntgen und dem Urteil einer hiesigen Klinik bleibt uns nur der Rücktransport mit dem ADAC nach Deutschland.
Aber das ist eine andere Geschichte.


Türkei 2005

Reiseroute

Nur Bilder

Vorwort:
Na endlich, ist man versucht aufzustöhnen, denn nach quälend langen
Recherchen hat sich jetzt eine für uns günstige Möglichkeit ergeben
per Autoreisezug die lange Anreise in die Türkei über Land
abzukürzen. Von Villach in Österreich werden wir mit dem Autoreisezug
bis nach Edirne kurz hinter der türkischen Grenze fahren.
Von dort wollen wir auf dem schnellsten Weg an Istanbul vorbei ans
schwarze Meer. An dessen Küste entlang geht es nach Osten. Dann
schaun mer mal.

Die Vorfreude kennt keine Grenzen und die türkische Sprach CD dreht
ein paar Extrarunden. Auch die Ausrüstung ist mittlerweile fast
komplett. Die Alukoffer von Därr sind auch schon da. Eine
Alukofferhalterung für die Transalp ist fertig gestellt und wird
ausprobiert. Dann noch einen Sturzbügel montieren und die Transalp
ist fertig für die Reise.
An der Varadero habe ich einen stabilen Motorschutz angebracht, sowie
einen Hilfsträger für meine bewährten Krauser K2. Noch schnell das
Schutzblech hinten geändert eine Alarmanlage eingebaut und es kann
losgehen.
Ein paar klappbare Schalthebel wurden auch noch montiert. Den Platz
für das Werkzeug habe ich auch schon gefunden. Es werden rechts und
links unter den Auspufftöpfen der Varadero zwei Kunststoffrohre
montiert. Da ist genug Platz für das Werkzeug und die Ersatzteile.


19.08.2005 : 64686 Lautertal, Elmshausen.

So endlich kann es losgehen ! Gestern kamen nach langem hin und her
endlich unsere Tickets für den Autoreisezug. Bis gestern waren wir
nicht sicher ob unsere Reise stattfindet. Zuerst die Überschwemmungen
in Bulgarien, dann kamen unsere Tickets nicht an. An dieser Stelle
eine Warnung an alle die über Poseidon Reisen in Berlin buchen wollen
. So ein unseriöses Reisebüro haben wir noch nicht erlebt. Seit fast
3 Wochen hatten wir vollständig bezahlt aber warum sollte man denn
von Poseidon Reisen aus gleich das Geld an Optima Tours überweisen?
da kann man noch schön Zinsen kassieren. Auch wenn der Kunde schon
auf dem Zahnfleisch geht….
Schwamm drüber, die letzten Ausrüstungsgegenstände sind gekauft, die
Impfungen abgeschlossen und wir freuen uns auf volle 4 Wochen Türkei.
Am Montag reisen wir über die BAB nach Villach in Österreich. Von da
geht unser Autoreisezug am Dienstag nach Edirne in der Türkei. Da
heißt es früh aufstehen denn ab 6:00 Uhr ist das Büro für die
Abfertigung geöffnet.


22.08.2005 : Villach, Österreich


Kurz entschlossen sind wir schon Sonntag losgefahren um einen Tag
mehr Zeit für die Anreise nach Villach zu haben. Die Idee war, ab
Kufstein noch ein paar Alpenpässe zu überqueren und gemütlich den
Urlaub angehen zu lassen. Leider spielte das Wetter nicht mit. So
kamen wir nur bis zur Raststätte Kraichgau um die Regenkombis
anzuziehen. Leichter aber beständiger Nieselregen, unterbrochen von
heftigen Schauern, begleitete uns bis hinunter nach Kufstein. Wir
fuhren über den Ursprungspass nach Österreich.
In Landi war dann die Leidensfähigkeit zu Ende und wir übernachteten
in einem kleinen Landgasthof.

Der nächste morgen erwartete uns mit ? richtig, Regen. Also die
Regenkombis angezogen und weiter Richtung Kufstein. Die
Wettervorhersage, O-Ton= „ergiebige Regenfälle am Rand der Alpen“
und die dunklen Wolken überzeugten uns dann doch über die Autobahn
weiter nach Villach zu reisen. Also Pickerl gekauft voll getankt und
losgefahren. Bis zum Inntaldreieck war uns nur leichter Nieselregen
gegönnt. Doch dann Richtung Salzburg erwischte es uns richtig. Die
Wettervorhersage war noch harmlos. Nur an der Nebelschlussleuchte
eines vorausfahrenden PKW erkannte ich noch wohin ich fuhr. Als es zu
schlimm wurde hielten wir unter einer Brücke. Das war wieder einmal
der Zeitpunkt wo wir uns fragten warum wir uns das antun. Ein
Wellnessurlaub auf Mallorca hätte es doch auch getan. Aber nein, wir
hatten uns vorgenommen fremde Länder und Kulturen kennen zu lernen,
was macht da schon so ein bisschen Regen aus.
Also wieder weiterfahren und die letzten 250 km abspulen. Die zogen
sich wie der sprichwörtliche Kaugummi bis wir endlich Villach
erreichten. Es folgte noch die Suche nach einem bezahlbarem
Hotelzimmer. Was gar nicht so leicht ist in so einer
„Metropole“. Schließlich checkten wir im Hotel zum goldenen Löwen ein
.

Die Motorräder genau vor dem Eingang konnten wir nach einer
ausgiebigen heißen Dusche und mit trockener Kleidung einen
Stadtbummel durch Villach starten. Hier sitzen wir jetzt in einem
Straßencafe und lassen es uns bei einem Latte Macchiato und
„Sonnenschein“ gut gehen. Morgen heißt es früh aufstehen zum
einchecken für den Autoreisezug.


23.08.2005 : Villach, Österreich

Um 6:15 Uhr klingelte der Wecker vom Handy. Also auf zum Frühstück
und nix wie los zum Verladebahnhof. Dort hieß es erstmal warten, bis
wir an der Reihe waren. Nach den Formalitäten dauerte es immer noch
45 Minuten bis

mit dem Verladen begonnen wurde. Für uns mit den Motorrädern gar
nicht so einfach, da es nur rechts und links Auffahrbleche für die
PKW gab. Zwischen den Waggons natürlich auch. Mit Hosenflattern und
Schwung drüber und es war auch noch eine Handbreit Platz zwischen der
Waggonwand und unseren Koffern. In der Zwischenzeit hatten wir schon
Bekanntschaft mit einer Deutschen geschlossen die in der Türkei schon
längere Zeit gelebt hat und gerade dorthin am umziehen war. Welch ein
Glücksfall für uns, so bekamen wir aus erster Hand wichtige
Informationen über Land und Leute. Außerdem ist Sie eine echte
Frohnatur so hatten wir auf der langen Fahrt viel zu lachen.


24.08.2005 : Zugfahrt

Am Anfang waren wir noch geduldig und freuten uns endlich los zu
kommen. Doch wir hatten die Rechnung ohne unsere bulgarischen
Zugbegleiter und ohne die katastrophale Organisation von Optima Tours
gemacht. Mehr als einmal blieben wir ohne ersichtlichen Grund auf
offener Strecke stehen ohne eine Auskunft zu bekommen. Es hieß immer
nur vielleicht oder keine Information etc.. Das mitgebrachte Essen
und die Getränkevorräte neigten sich nach 40 Stunden Zugfahrt dem
Ende, die Toiletten waren ohne Wasser die Kinder abgenervt als wir
endlich Edirne um 23:45 erreichten. Alles in allem fuhren wir 10
Stunden länger als geplant. Aus dem Fenster zu schauen brachte auch
nichts da in Bulgarien und vorher in Slowenien ohnehin nur Bauruinen
oder Ackerland zu sehen war. In den wenigen Bahnhöfen wo wir hielten
durften wir nicht aussteigen und als uns bei der Ausreise aus
Bulgarien auch noch die Reisepässe abgenommen wurden war das Maß voll
. Das merkte wohl auch das Zugpersonal so kamen wir dann doch noch an
. Der Wahnsinn hatte aber noch kein Ende. Bis der Zug mit den
Fahrzeugen entladen werden konnte und wir den Zoll mit den
Einreiseformalitäten hinter uns hatten war es 2:00 Uhr in der Nacht.
Na prima, der Urlaub fängt ja gut an. Ab jetzt konnte es nur noch
besser werden.


25.08.2005 : Edirne, Türkei

Dank der Informationen aus dem Reiseführer und unserer netten

Bekanntschaft fanden wir das otel Balta recht schnell und waren dann
endlich um ca. 2:30 nach einer Dusche, die wir dringend nötig hatten,
in den Betten. Gegen 09:15 Uhr wachten wir nach einer ziemlich kurzen
Nacht auf. Der Muezzin hatte schon lange vom Minarett gerufen, und
zum Glück schien die Sonne von einem blauen Himmel. Edirne wir kommen
. Nach einem türkischen Frühstück brachen wir auf um die Stadt zu
erkunden. Sehr geschäftig geht es zu in den Gassen rund um die
bekannten Moscheen, und schon bald fanden wir einen EC Automaten um
uns mit türkischen Lira zu versorgen. Auch ein Internetcafe fanden
wir um die daheim gebliebenen mit neuesten Informationen zu versorgen
. Danach probierten wir unseren ersten Pilic Döner mit Ayran was uns
bestens schmeckte. Nach der Stadtbesichtigung war schon wieder
duschen angesagt denn wir hatten uns noch nicht akklimatisiert. Gegen
14:00 Uhr packten wir zusammen und fuhren über die Autobahn Richtung
Istanbul. Wir waren begeistert. Zum einen von der fast leeren
Autobahn zum anderen von der

grandiosen Landschaft um uns herum. Aber der Moloch von Istanbul
sollte uns noch verschlucken. Einige Kilometer davor fing es mit
Baustellen an. Doch dann brachen aus allen Einfahrten Unmengen an
Fahrzeugen über uns herein. Die Warnungen unserer Zugbekanntschaft
O-Ton= „der gemeine Türke an sich nutzt die Straße und zwar
vollständig“ kam uns wieder in den Sinn als selbst große Reisebusse
seitlich an unsere Koffer bis auf wenige Zentimeter heranfuhren.
Doch immer mit einem Finger auf der Hupe kamen wir heil durch. Bei
Kavacik fuhren wir ab um zu tanken. Dann weiter über Beykoz und den
Sevketpass nach Karakiraz. Auf diesen einsamen kleinen Straßen durch
viele kleine Ortschaften die nicht in unserer Karte standen sammelten
wir erste Eindrücke vom Landleben in der Türkei. Nach einigen Pässen
die wir im letzten Tageslicht überquerten erreichten wir endlich Sile
und stellten unser Zelt auf dem Campingplatz ca. 2km außerhalb auf.
Der Besitzer und seine Familie hatten wohl Mitleid mit uns und luden
uns zum Abendessen ein. Anja durfte sich aus dem Kühlschrank
aussuchen was wir essen wollten. Welch eine Gastfreundschaft, so
etwas wäre in Deutschland undenkbar. Nach einem schmackhaften
Abendessen mit einem abschließenden Kaffee waren wir wirklich reif
für die Isomatte.


26.08.2005 : Sile, Türkei

Mit frohem Ruf riss uns der Muezzin wieder aus den Träumen. Erstmal
einen Kaffee gekocht und frühstücken. Anja holte in der Nähe Egmek
(Brot) und Tomaten Käse Gurke sowie einige Oliven. Als Krönung gab es
Schokopaste aus der Tube!

Frisch gestärkt wurde erstmal Wäsche gewaschen und ich checkte die
Motorräder. Danach ab zum Strand. Welch eine Wonne im schwarzen Meer
zu baden. So weit bin ich auch noch nie gefahren um im Meer baden zu
können. Das Wasser ist herrlich und wie man sehen kann ist der Strand
fast menschenleer. So relaxen wir erstmal einige Stunden ….
Jetzt sitze ich schon fast eine Stunde hier auf dem Campingplatz und
schreibe diese Zeilen, es wird Zeit mal wieder etwas zu urlauben.
Morgen fahren wir weiter gehn Osten mal sehen was uns der neue Tag
bringt.


27.08.2005 : Sile / Saltukoy, Türkei

Die Sonne weckte uns und wir waren schon früh um 7:15 Uhr auf den
Beinen. Zuerst das Zelt zusammengepackt und dann noch in Ruhe
gefrühstückt, fuhren wir gegen 9:30 ab Richtung Zonguldak. Wir waren
der Touriabzocke endlich entkommen denn zwei Nächte auf diesem
allerhöchstens drittklassigen Platz für 40 Lira (ca.27 €) war dann
doch etwas heftig. Allerdings hätten wir am Vorabend schon stutzig
werden müssen als wir in Sile beim einkaufen einiges Geld ließen.
(Nur Verpflegung) Zu Gute halten muss man aber die gute und
kostenlose Bewirtung auf dem Platz am Abend unserer Ankunft. Das
beste an dem Platz war das kostenlose und vor allem offene Wlan. So
konnte ich in Ruhe diese Seiten hier aktualisieren. Die Strecke
führte über Isakoy

Yagcilar nach Kandira und weiter nach Kefken. Dort angekommen war es
Zeit für einen Tee. Das kleine Fischerdorf liegt eingebettet in
sanfte Hügel und der Tourismus hat hier noch wenig Einfluss genommen.
Die Leute sind freundlich und zuvorkommend und es macht uns wieder
einmal großen Spaß auf Reisen zu sein. Natürlich wollten wir auch
kleine und einsame Dörfchen durchfahren. Das wurde schnell zur Tortur
. Denn manch ein Einheimischer kennt nicht einmal das Nachbardorf.
Unsere Karte kannte schon seit langem keines der Dörfer mehr die
wir durchfuhren. Zu guter Letzt ging es dann noch ca. 5 km durch
übelsten Schotter und die Motorräder wurden schon reichlich
durchgeschüttelt. Am besten waren die plötzlich aus dem nichts
auftauchenden Bodenwellen. Bei so einer hätte es Anja fast vom
Motorrad gebretzelt. Nur mit Mühe und auch Können hat Sie die
brenzlige Situation bewältigt. Zum Glück ist nichts passiert.
Überhaupt hatte Anja an diesem Tag permanent Ihren Schutzengel als
Sozius dabei, denn sonst wäre einiges wohl anders verlaufen. Doch
dazu später mehr. Wir hatten endlich wieder

eine Straße gefunden die auch in unserer Karte zu finden war und
beschlossen zu tanken und nach dem Weg zu fragen. Das artete in
größere Diskussionen mit den Leuten an der Tankstelle aus, die mich
einfach nicht verstanden. Im übrigen wurde Anjas Motorrad erst nach
Aufforderung von mir ebenfalls betankt. Aber weiter fuhren wir nach
Karasu. Die erste Stadt in der Türkei wo wir direkt in der Fußgänger
Zone parkten und auch gleich auf deutsch begrüßt wurden. Ob wir
Hilfe bräuchten wurden wir gefragt und man etwas für uns tun könnte ?
Wirklich nett diese Stadt. Die Straßenbengels machten sich einen Spaß
daraus immer wieder unsere Alarmanlagen auszulösen trotzdem ließen
wir uns in einer kleinen Locanta für wenig Geld fürstlich bewirten
und fuhren satt und zufrieden weiter die Küste entlang. Vor der
Industriestadt Eregli fuhren wir an zwei Campingplätzen vorbei aber
es war noch so früh am Mittag dachten wir und wollten noch ca. 1 h
weiterfahren. Doch dann bekamen wir die Quittung für unseren Übermut
und durchfuhren Eregli, eine Industriestadt übelster Art doch der
Höhepunkt war Zonguldac eine riesige Bergarbeiterstadt direkt an der
Steilküste gelegen, mit unzähligen sehr steilen Bergauf und abfahrten
. Hier kam jetzt Anjas Schutzengel zum Zuge, denn mehfach „übersahen“
die LKWfahrer einfach unsere Motorräder und nur mit Glück konnten wir
einige gefährliche Situationen meistern. Doch weit und breit war kein
Campingplatz zu finden nicht einmal ein Hotel. Nach über 10h Fahrt
unzähligen Baustellen und durchgeschwitzt

sehnten wir eine Dusche herbei. Doch diesmal hatten wir kein Glück.
So musste ein Wiese zum campen herhalten. Der Besitzer war nach
kurzem Gespräch bereit uns hier eine Nacht campieren zu lassen. Zum
schlafen kamen wir kaum da diese Wiese genau in der Mitte dreier
umliegender Ortschaften lag und somit die Muezzine im Wettstreit zum
Gebet riefen. Danach war der Hofhund des Bauern die halbe Nacht am
bellen und als er schon fast heiser war macht der Hahn weiter.


28.08.2005 : Saltukoy / Kurukasite, Türkei

Nach dieser Nacht beschlossen wir es heute
langsamer angehen zu lassen. Erstmal einen Kaffe gekocht und ein
Weißbrot mit Marmelade und schon sieht die Welt wieder anders aus.
Beim zusammenpacken kam dann so nach und nach die ganze Familie des
Bauern vorbei und wir wurden willkommen geheißen.

Wir wollten weiter nach Amasra und so bedankten wir uns noch einmal
und fuhren los. Das Dorf gab nicht viel her und so ging es weiter
nach Kurucasite. Dort tankten wir und der Tankwart sagte uns links
zum Meer hinunter könne man campen. Der grobe Schotterweg machte
keinen guten Eindruck. Sehr steil bergab und mit großen Steinen
übersät. Mutig fuhr ich hinunter und kam mit viel Glück kurz vor dem
„Strand“ mit groben Steinen zum stehen. Dumm war nur wie sollte ich
hier an diesem Steilstück wenden? Auf den Strand konnte ich nicht
fahren da wäre ich nicht mehr rausgekommen. Der Weg war sehr schmal
also was tun ? Zentimeterweise vor und zurück bis ich quer auf dem
Weg stand und dann mit viel Schwung wieder bergauf. Das alles bei ca.
35 Grad im Schatten. Auf halber Strecke hatte Anja zum Glück gewartet
und wollte nicht mehr den Weg berauf fahren. Also fuhr ich erst meine
Varadero den Weg hoch, dann lief ich wieder hinunter und holte Anjas
Transalp. Nach dieser Aktion war ich erstmal fix und fertig und
setzte mich in den Schatten. Ein Brunnen half mir mich abzukühlen und
nach einer Weile beschlossen wir uns ein Hotel zu suchen.

Das war im nächsten Ort mit Namen Kurucasite schnell gefunden. Ein
schönes relativ neues Hotel mit allerdings saftigen Preisen nahm uns
auf.

So früh hatten wir auch noch nicht Station gemacht und so duschten
wir erstmal ausgiebig und ruhten uns aus. Abends gingen wir ins
Städtchen und aßen sehr gut in einem kleinen Restaurant für wenig
Geld. Beim Stadtrundgang konnten wir im Hafen die Bootsbauer
bewundern, dort werden nach Angabe des Hoteliers die letzten
Holzboote an der Schwarzmeerküste gebaut. Für 4000 Euro bekommt man
schon ein kleines Boot mit Dieselmotor und Kajüte. Da werden doch
sofort wieder die Träume nach einer 12 Meter Segelyacht wach.


29.08.2005 : Kurucasite / Sinop, Türkei

Der Morgen begann sehr entspannt denn der Hotelier und sein Sohn
schliefen noch selig als wir schon zum Frühstück drängten. Die Reste
des Abendessens standen noch auf den Restauranttischen und so
schlurfte der Hotelier erstmal in die Küche um unser Frühstück zu
bereiten.
Nach dem Essen holten wir noch Geld an einem Bankautomaten und
schnell waren wir wieder auf der Straße unterwegs. Die ersten 150 km
der Küstenstraße die dann folgten waren wunderschön anzusehen. Alle
paar Kilometer hielten wir

an um zu fotographieren und diese Eindrücke festzuhalten. Die
Küstenstraße ging immer mehr in sanfte Hügel über so waren wir recht
zügig unterwegs. Ein türkischer Kleinbusfahrer schlief wohl noch denn
er kam mir aus einer Rechtskurve auf meiner Seite entgegen. Im
letzten Moment riss dieser das Steuer herum und ich fuhr schon fast
im Graben an ihm vorbei. Puh noch einmal Glück gehabt. Überhaupt
meinte es die Straße heute nicht gut mit uns. Übersät mit
Schlaglöchern und Bodenwellen schlug das Federbein meiner Varadero
mehrmals durch und einmal setzte ich äußerst unsanft mit dem
Hauptständer auf. Dann folgen immer wieder Passagen ohne Asphalt die
aber kein Problem darstellten. Lustig wurde es erst als direkt vor
uns ein Teer LKW seine Ladung auf dem losen Schotter verteilte und
zwar gleich für die komplette Straßenbreite. Etwas ratlos hielten wir
an. Was tun ? auf der rechten Seite war ein kleiner ca. 30cm breiter
Streifen ohne Teer auf dem fuhren wir bis kurz vor Ende der
„neuen“ Straße. Dann erwischte es uns doch. Der Seitenstreifen wurde
zu schmal und in den ca. 50cm tiefen Graben konnten wir nicht fahren.
Also für ca. 5m durch die Teerpampe. Wie die Motorräder danach
aussahen spottet jeder Beschreibung. Ich war so etwas von sauer ob
dieser abgrundtiefen Dummheit gleich beide Straßenseiten auf einmal
zu teeren das ich den LKW Fahrer anbrüllte. Der lachte nur und fuhr
weiter. Im übrigen fuhren nach uns einige nagelneue PKW durch diese
Pampe und wurden wunderbar bis zur halben Türhöhe mit Teer eingesaut.
Nach dieser Aktion versuchte ich mit etwas Benzin und einem Lappen
die gröbsten Teerbrocken zu entfernen. Gebracht hat es nicht viel.
Es konnte ab jetzt nur noch besser werden. Doch weit gefehlt, ein
paar Kilometer weiter noch einmal das ganze. Diesmal war der
Seitenstreifen aber breit genug so konnten wir ohne erneute
Teerdusche durchfahren. Völlig genervt von dieser Aktion war mir
der Appetit auf ein Mittagessen vergangen. Doch Anja hielt in der
kleinen Stadt Abana an, und wir suchten uns leckeren Kebab und
Käsepide zum Mittagessen aus. Ein Salat und zum Schluss ein Tee
rundeten das Essen ab. Nicht ganz günstig war das ganze aber dafür
war die Laune wieder hergestellt und wir fuhren weiter. Jetzt folgte
der absolute Traum jedes Reisenden. Ich weiß nicht warum ich
ausgerechnet an diesem Stück Strand anhielt um eine Pause zu machen.

Kaum stand ich schrie Anja mir plötzlich laut zu „Delphine!“. Ich
drehte mich um und tatsächlich schwamm eine Delphinschule ca. 10m vom
Strand entfernt ganz langsam vorbei. Ich rannte zurück um Foto und
Video Ausrüstung zu holen und konnte noch ein paar Sequenzen mit der
Videokamera aufnehmen. Die ganze Zeit sprang Anja wie verrückt am
Strand hin und her und war ganz aus dem Häuschen. Der Krach war den
Delphinen wohl zu viel, sie tauchten ab und wir standen total
euphorisch am Strand. Noch lange sprachen wir über dieses
phantastische Erlebnis und alle Schwierigkeiten und aller Ärger waren
verflogen. Jetzt war die Welt wieder in Ordnung und froh gelaunt
spulten wir die letzten 100 Kilometer nach Sinop ab. Die Landschaft
wurde immer flacher und lichter und die Straßen ließen einen Schnitt
von 60kmh zu. So erreichten wird den schönen Campingplatz

Marti Camping ca. 5km westlich von Sinop. Hier wurden wir sehr
herzlich aufgenommen und der Platz ist wirklich seine 3 Sterne wert.
Das beste, wir sind fast alleine auf diesem großen Platz und so
bekommen wir jeden Wunsch von den Besitzern von den Augen abgelesen.
Morgen werden wir mit dem Dolmusch nach Sinop fahren und einen
Stadtrundgang machen.


30.08.2005 : Sinop, Türkei

Eine wunderbar stille Nacht liegt hinter uns, dir Brandung des
schwarzen Meeres rauschte stets im Hintergrund. Gegen 7:00 Uhr kam
ein Lieferwagen vorbei und brachte Brot. So war das Frühstück
gesichert und eine Tasse guten deutschen Filterkaffee ließen wir uns
schmecken. Der Dolmusch der uns nach Sinop bringen sollte ließ auf

sichwarten. Doch ein Mitcamper nahm uns mit in die Stadt.

Der erste Weg führte uns in eine Bäckerei da Anja unbedingt die
türkischen Sesamkringel probieren wollte. Die schmeckten so gut, da
blieb für Sie nicht viel übrig. Weiter führte der Stadtbummel zu
einem Internetcafe wo ich diese Seiten aktualisierte. Internet ist
übrigens sehr günstig hier. 1 Lira für 1h. Weiter zum Hafen hinunter
aber leider ist der gesamte Kai mit Restaurants zugepflastert. Man
spürt auch allenthalben den amerikanischen Einfluss, denn hier war
mal ein Horchposten der Amerikaner. In einer kleinen

Dönerbude holten wir uns einen Pidedöner mit Ayran für 1 Lira.
Schmeckte aber nicht wirklich gut. Dann wollten wir für Anja noch ein
paar Badelatschen kaufen, denn einen hatte Sie unterwegs verloren.
Dies erwies sich als nicht so einfach, denn für deutsche Frauen Füße
in Größe 40 gibt es nicht viele. Doch letztlich fanden wir ein paar
auch noch leidlich schick anzuschauen.
Aber eben besser wie keine. Auf dem Weg zurück kamen wir auch bei dem
bekannten Zuchthaus vorbei.

Der Dolmusch zurück zumCampingplatz kam natürlich wieder nicht.
So liefen wir bei mindestens 35° C ein Stück des Weges zurück. Der
Bus kam dann doch noch und wir waren gegen Mittag wieder auf dem
Platz. Jetzt hieß es erstmal arbeiten. Der ganze Teer, siehe oben,
musste runter. Mit Benzin und einer gekauften Spülbürste rückte ich
dem Dreck zu Leibe. Nach fast 2 Stunden war ich fertig und alles roch
prima nach Benzin. Jetzt sprangen wir endlich ins schwarze Meer das
ja direkt vor unserer Nase lag. Nach ausgiebigem herumtollen in den
gar nicht mal so kleinen Wellen waren wir wieder etwas entspannter
und ließen den Tag ausklingen.


31.08.2005 : Sinop, Türkei

Die letzte Nacht war gar nicht gut. Mir ging es plötzlich richtig
schlecht. War wohl ein Sonnenstich vom Vortag. Mein Kreislauf spielte
verrückt. Auch Anja fühlte sich nicht wohl da beschlossen wir
einfach noch einen Tag zu bleiben und einfach zu urlauben. Den ganzen
Tag verbrachten wir auf den Liegen oder im Zelt mit schlafen und

dösen. Mehrfach brachte uns die Chefin vom Platz zu Essen und zu
Trinken, aber uns war einfach nicht danach. Gegen Abend ging es dann
besser und als wir eine Kleinigkeit aßen hörten wir plötzlich das
wummern von 2 Motorrädern. Am morgen noch hatten wir das Thema
besprochen denn auf der ganzen bisherigen Tour trafen wir auf keine
Motorradreisenden. Wir winkten aufgeregt und schon bogen die beiden
auf unseren Platz ein. Es waren zwei Bayern, die uns mit „grüas di“
gleich ansprachen. Die beiden hatten eine Schwarzmeerumrundung hinter
sich und dementsprechend viel zu erzählen. Der Abend war gerettet und
erst spät kamen wir in die Betten.


01.09.2005 : Sinop, Bogazkale, Türkei

Wir als Frühaufsteher waren gegen 7:00 Uhr auf den Beinen. Unsere
neuen Bekannten schliefen noch selig. Dementsprechend leise fingen
wir schon an zu packen. Nach dem Frühstück noch tanken und ab auf die
Straße Richtung Kapadokien. Die ersten 100 km der Straße Richtung
Boyabat waren atemberaubend. Auf einer Länge von

60 Kilometer überwanden wir fast 1400 Höhenmeter. Die Landschaft
erinnert an das Jura zwischen der Schweiz und Frankreich. Nadelbaum-
bewuchs und grüne Berge bestimmen das Bild. Nach dieser tollen
Landschaft sollte es aber noch besser werden. Der Weg von Boyabat
nach Osmacik war der bis jetzt schönste Abschnitt in der Türkei. Die
Bundesstraße war zwar teilweise nur ein besserer Feldweg doch wir
kamen gut voran und fragten ab und zu ob wir noch auf dem richtigen
Weg sind.

Wir durchfuhren ein wunderschönes Tal in dem Tee angebaut wurde
dessen sattgrüne Farbe einen tollen Kontrast zu den ansonsten kargen
Bergrücken darstellte. Der Flusslauf wird an mehreren Stellen
aufgeteilt und umgeleitet um die Felder gleichmäßig zu bewässern. Ab
und an sieht man einige Bauern auf den Feldern arbeiten die uns immer
fröhlich zuwinken. Über Corum und Alaca fuhren wir nach Bogazkale zu
den Ruinen von Hattusas. Dort fanden wir einen überteuerten Camping-
platz auf einer Hühnerwiese. Doch für eine Nacht sollte es uns
genügen.


02.09.2005 : Bogazkale, Kapadokien, Türkei

Früh geweckt vom heiseren Hahn packten wir zusammen um die Ruinen von
Hattusas zu besichtigen. Kein Tourist

weit und breit und auch der Ticketverkäufer schlief noch. Dafür waren
schon die Souvenirverkäufer hinter uns her. Erst nach mehrmaliger
Ablehnung konnten wir

uns in Ruhe umsehen und einige schöne Bilder aufnehmen. Die Ruinen
gaben ansonsten nicht viel her so waren wir schnell wieder auf der
Straße nicht ohne vorher noch unser Ticket von 3,50 TYL bezahlt zu
haben. Ab jetzt fuhren wir durch riesige Kornfelder die sich
kilometerweit über die sanften Hügel erststreckten. Auf kleinen
Nebenstraßen fuhren wir durch winzige Ortschaften Richtung Topakli.
In dem Ort Sefaatli tranken wir einen Tee und waren die Attraktion
des Tages.

Sofort umringt von den Einheimischen fand sich auch einer der in
Stuttgart gearbeitet hatte und nun mit deutschen Sprachkenntnissen
glänzen konnte. Wir mussten uns losreißen bevor der ganze Ort

zusammenlief und uns in Beschlag nehmen konnte. Bald hatten wir
Avanos erreicht und einige Kilometer außerhalb Richtung Ürgüp sahen
wir schon die ersten Tuffsteingebilde. Hier gibt es 7 Campingplätze
unterschiedlicher Kategorien wir suchten uns einen etwas außerhalb wo
wir die einzigen Gäste waren. Die Hofhunde hinderten uns an einer
ruhigen Nacht in der aus auch noch einige Stunden regnete und die
Temperatur fiel auf unter 10° C.


03.09.2005 : Kapadokien, Türkei

Die Landschaft um uns herum, ist kaum mit Worten zu beschreiben.
Wunderschöne Tuffsteinformationen wechseln sich ab mit sattgrünen
Feldern auf denen Kartoffeln angebaut werden. Dann wieder weite
Blicke über die Tafelberge bis in das Landesinnere. Man kommt nicht
vorwärts denn alle paar Kilometer ergeben sich wieder neue Eindrücke
die festgehalten werden. Wir brauchen einmal für 35km fast 1,5 h.
Allerdings war da auch eine Kamerafahrt dabei, die alleine schon
20min dauerte. Im übrigen ist unserem Reiseführer vom Verlag KnowHow
hier überhaupt nicht mehr zu trauen. Weder die Straßen noch die
Sehenswürdigkeiten stimmen mit der Wirklichkeit überein. Auch unserer
Landkarte von Shell hilft hier nicht weiter. Wir fuhren deswegen
heute fast 70km umsonst. Hier als Tip von Ürgup aus nach Derinkuyu
über den Mustafapasa nach Ayvali und weiter nach Kaymaki. Dort gibt
es auch eine kleinere Unterirdische Stadt zu besichtigen. Wir fuhren
aber weiter nach Derinkuyu. Hier stiegen wir nach längerem suchen des
Eingangs für ein Salär von 10 Lira hinab in die Unterwelt. Die
Menschen damals mussten sehr klein gewesen sein denn wir konnten uns

nur gebückt durch die engen Tunnel bewegen. Ab und an gab es kleinere
Räume in denen man auch aufrecht stehen konnte. Über 50m tief ging

es über Treppen hinunter bis man sich ganz unten in einer Art Kirche
wieder findet. Mehrere schwere Mühlsteine waren seitlich in den
Gängen eingelassen mit denen wurde bei Gefahr der Gang verschlossen.
Unter welchen Umständen hier über Jahrhunderte Menschen lebten lässt
sich nur schwer nachvollziehen. Nach dem beschwerlichen Aufstieg
waren wir froh wieder an der frischen Luft zu sein und traten den
Rückweg an. Über oben genannte Route fuhren wir zurück nach Ürgüp. In
Göreme aßen wir zu Mittag und im letzten Abendlicht machten wir noch
einige schöne Fotos. Zurück auf dem Campingplatz, den wir wieder
einmal für uns ganz alleine hatten, war es dann auch Zeit zum
schlafen gehen.


04.09.2005 : Kapadokien, Türkei

In der letzten Nacht brauchten wir das erste Mal unsere warmen
Schlafsäcke. Regen prasselte auf unserer Zelt und schnell wurde es
empfindlich kühl. Aber wir hatten vorgesorgt und so schliefen wir
warm und trocken eingepackt bis uns wieder der Hofhund weckte. Der
Morgen war kalt und der Himmel Wolken verhangen. Das hielt uns aber
nicht ab, denn heute wollten wir unsere Kapadokien Eindrücke

vervollständigen und auch die Seitentäler mit den einzigartigen
Tuffsteintürmen besichtigen. Dort angekommen machte als erstes der
Akku der Videokamera schlapp, doch ich konnte diesen an der
Motorradbatterie wieder aufladen. Während dieser Zwangspause meinte
es der Wettergott wieder gut mit uns und nach und nach verschwanden
die dunklen Wolken um der Sonne Platz zu machen. Weiter ging es

und wieder wurden wir mit filmen und fotografieren nicht fertig.
Schließlich fuhren wir noch bis Avanos um etwas einzukaufen und Pide
zu essen. Hier ist wie überall in Kapadokien der Einfluss des
Tourismus stark zu spüren. Burger und Fastfood an jeder Ecke und der
Kellner spricht uns in perfektem Englisch an. Die Preise halten sich
dennoch in Grenzen auch das Essen schmeckte recht gut. Am Abend wurde
es doch ziemlich kalt und ich machte ein Feuer.

Das animierte Anja sofort zu einem improvisierten Abendessen. Bald
brutzelte Schafskäse mit Zwiebeln auf dem Feuer und als Vorspeise gab
es gegrillte Tomaten gespickt mit Knoblauch. Zum Nachtisch dann
Nektarinen mit Zucker karamellisiert und mit Honig abgelöscht.
Einfach göttlich.

Bei einem Tee und Plätzchen habe ich diese Zeilen verfasst aber jetzt
wird es Zeit sich mit der Route für morgen zu befassen.


05.09.2005 : Kapadokien, Beysehir, Türkei

Gegen 9:00 Uhr verabschiedeten wir uns von Kapadokien und nahmen Kurs
Richtung Aksaray auf. Die Temperatur lag knapp über 10° C aber die
Sonne kam mehr und mehr durch. Ab Nevsehir war die Straße dann auf
deutschem Landstrassenniveau, leider immer nur geradeaus.

Zügig kamen wir voran auf der Hochebene Zentralanatoliens, bis dann

bei Konya die ersten Berge in der Ferne zu sehen waren. Besonders
beeindruckend bei Aksaray der Hasan Dagi mit 3280m Höhe. Bei einem
Foto Stopp dann ein kurzer Adrenalinschock, Anjas Transalp kippte vom
Luftwirbel eines vorbeirasenden LKWs einfach um. Der Schaden hielt
sich in Grenzen, rechter Alukoffer etwas eingebeult, der Träger
verbogen und der Sturzbügel hat einige Kratzer abbekommen. Weiter
fuhren wir durch Konya eine riesige Stadt mit ca. 750000 Einwohnern.
Die Straßen sind gut ausgebaut und die Beschilderung war ebenfalls
gut. Wir fanden schnell den Abzweig Richtung Beysehir und kurz nach
der Stadt tauchten wir in die wunderschöne Berglandschaft ein. Hier
wird in großem Stil mit Nadelbäumen aufgeforstet und in ein paar
Jahren sieht es hier wohl so aus wie im Schwarzwald. Der erste
Bergsee faszinierte uns mit seinen Farben und so legten wir eine
längere Pause ein.

Die weitere Route führte durch eine schöne Bergwelt und bald hinter
jeder Kurve waren wieder neue Motive zu fotografieren. Schon auf dem
Weg nach Konya waren uns 2 große belgische Wohnmobile aufgefallen die
uns jetzt auch wieder überholten. Später dazu mehr. In Beysehir
machte sich der Hunger bemerkbar und auf der Suche nach einem
Restaurant fanden wir schließlich eine kleine saubere Lokalität in
der ausschließlich Türken zu Mittag aßen. Das konnte nicht schlecht
sein, also nix wie rein. Mit Händen und Füßen und unseren paar
türkisch Vokabeln bestellten wir leckeren Hähnchenspieß und
türkisches Mousaka mit Reis. Als Vorspeise gab es türkischen Joghurt
mit Gurken und einen ganzen Korb voll Weißbrot. Dazu noch Salat mit
Tomaten, Zwiebeln und Peperoni. Zum trinken jeder einen vorzüglichen
Ayran dann waren wir knüppeldick satt. Das ganze dann für 8,5
türkische Lira. Wir konnten es kaum glauben. Frisch gestärkt machten
wir uns auf die Suche nach einem Campingplatz. Nach einigen
Fehlversuchen landeten wir bei einem Platz direkt am See. Doch was
sahen wir da ? an die 20 Wohnmobile und Caravans, alle aus Belgien,

hatten sich auf dem kleinen Platz eingefunden. Schnell war klar das
es sich hier um eine straff organisierte Tour handelt denn am
nächsten Tag um 14:00 Uhr mussten alle in Antalya sein zur
Stadtbesichtigung. Dementsprechend frühzeitig kehrte Ruhe ein, und
nachdem Anja nach fast 1 h einkaufen, für Tomaten, Käse und Brot
15min der Rest für eine Flasche Wein der nur in bestimmten kleinen
Holzhäuschen verkauft wird, zurück war, konnten wir zu Abendessen
essen und waren danach schon bald in den Schlafsäcken.


06.09.2005 : Beysehir, Türkei

Nach einer ruhigen Nacht brachen die belgischen Caravanlemminge
zeitig auf, um Ihren Termin halten zu können. In zweier Gruppen wurde
immer im Abstand von 15 min losgefahren. Schon bald war der Platz
leer und wir waren froh endlich wieder alleine zu sein. Der Besitzer
des Platzes meinte es gut, brachte uns Tee und Trauben und war
ansonsten sehr um unser Wohl besorgt. Heute wollten wir den See
umrunden und fuhren zeitig los. Bald gab es keine Schilder mehr und
wir bogen falsch ab. Immer höher hinauf führte die Straße bis wir vor
einer Schotterpiste standen.

Das ist hier in der Türkei nichts besonderes, normalerweise beginnt
nach ein paar Kilometern der Asphalt wieder. Doch diesmal nicht. Nach
ein paar letztes sehr steilen und mit dicken Steinen gepflasterten
Serpentinen standen wir in einem Bergdorf.

Hier war der Weg zu Ende. Also alles wieder zurück, komischerweise
waren wir diesmal schneller, und die Straße hatte uns wieder. Nach
diesem Ausflug wollten wir in die Stadt um etwas zu essen und im
Internetcafe diese Seiten aktualisieren. Hier war Markttag und wir
nutzten die Gelegenheit und stürzten uns ins Getümmel. Käse und
Tomaten, Haselnusspaste und ein Brot waren unsere Ausbeute. In dem
guten Lokal von gestern speisten wir wieder vorzüglich diesmal noch
günstiger für 7,5 TYL.

Im Internetcafe habe ich dann noch die letzten Einträge hochgeladen
und bald kehrten wir zurück auf unseren Platz. Überraschung, der
Bauer vom Feld nebenan mähte das letzte Korn mit seinem Trecker und
der ganze Dreck wehte über den Platz. Kein Problem für unseren guten
Geist vom Platz. Der marschierte schnurstracks rüber und sagte dem
Bauern er solle morgen wieder kommen. Wir waren wieder einmal
sprachlos. Müde von dem anstrengenden Offroadausflug waren wir bald
in den Betten und schauten uns noch einmal die Bilder vom Tag an.


07.09.2005 : Beysehir, Pamukkale, Türkei

Die letzte Nacht war so ruhig, wir hörten schon bald die Feldhamster
husten, die es hier gleich haufenweise gibt. Gut ausgeruht brachen
wir auf nach Pamukkale. Über Yalvac nach Dinar und von dort über
Denizli erreichten wir unser Ziel. Wir hielten am Hoyran Gölü ein
schöner Bergsee mit kristallklarem Wasser. Keine Menschenseele weit

und breit zu sehen so fuhren wir direkt bis an das Ufer. Nach einer
ausgiebigen Pause ging es weiter. Mit der Ruhe war es schnell zu Ende
die LKWs wurden mehr und mehr und wir sehnten uns bald nach den
kleinen Sträßchen der Osttürkei.
Schließlich verschlang uns der Moloch Dinizli und wir fuhren schier
endlos bei fast 40°C im Schatten die letzten Kilometer nach Pamukkale
. Dort war der Horror noch nicht vorbei, gleich mehrere Rollerfahrer
bedrängten uns und schrieen während der Fahrt „Hotel, Camping billig“
etc. .Total genervt versuchte ich in das nächste Dorf zu fahren. Dort
sollte laut Karte ein Campingplatz sein. Wieder einmal nicht, alles
retour und das Spiel von vorne. Jetzt waren wir gewappnet und
schließlich fanden wir eine saubere Pension mit Swimmingpool keine
200 m vor den Kalkterrassen. Als erstes den Pool genossen und dann
etwas relaxen. Ein deutscher Motorradfahrer war auch da und so endete
der Abend mit Benzingesprächen und einem teuren, dafür gar nicht mal
so gutem, Abendessen.


08.09.2005 : Pamukkale, Türkei

Gut ausgeschlafen wollten wir am morgen die Kalkterassen besichtigen.
Wir dachten früh am morgen und in der Nachsaison ist nicht viel los.
Weit gefehlt. Die Touristen werden mit Bussen direkt oberhalb
hingekarrt. Dann geht es mit Stringtanga und Badehosen hinein ins
Thermalbad. Nichts für uns. Wir versuchten einige schöne Motive
festzuhalten doch bei den Tempelanlagen wurde fleißig renoviert so
war schnell Schluss mit der Fotosession. Schade für dieses wohl
einmalige Naturwunder. Die Nutzung wurde früher mit Hotels und
Straßen die direkt durch die Terrassen führten wohl übertrieben, so
kann man heute nur noch teilweise erahnen wie es hier früher aus-
gesehen hat. Den Mittag verbrachten wir am Pool und relaxten etwas.
Nach dem Abendessen planten wir die weitere Route und waren wieder
mal beizeiten in den Betten.


09.09.2005 : Pamukkale, Erdek, Türkei

Nach dem Frühstück brachen wir zeitig auf um die errechneten 350km
Strecke hinter uns zu bringen. Wieder einmal

wurden wir am Ende eines besseren belehrt. Es standen 410km auf dem
Tacho. Über Salihilia fuhren wir nach Balekesir und auf

der Strecke nach Susurluk machten wir erstmal Pause. Nachdem wir von
der Route nach Izmir abgebogen waren wurde es ruhiger auf den Straßen
. Trotzdem wurde hier wesentlich aggressiver gefahren als noch im
Landesinneren. Zudem machte uns ein mörderischer Seitenwind
zuschaffen. Teilweise schräg auf der Sitzbank sitzend fuhren wir
einige Kilometer. Umso näher wir der Küste bei Bandirma kamen umso
heftiger wurden die Winde die jetzt unberechenbar aus allen
Richtungen und in starken Böen uns von der Straße wehen wollten. Den
LKWs und PKW war das wohl nicht bewusst, so wurden wir mit
Zentimeterabstand überholt bzw. ganz knapp vor uns eingeschert. Die
Landschaft gab nicht allzu viele Motive her so kamen wir recht zügig
voran. Zum Schluss dann noch wie immer eine Überraschung. Baustellen

über mehrere Kilometer mit feinem Staub und teilweise grobem Schotter
. Einmal wurde gar gewässert, wie toll, jetzt war Schlammbaden
angesagt. Hinter Bandirma dann ein kilometerlanges Industriegebiet
das uns mit seinen Emissionen bald die Luft nahm. Aber endlich hatten
wir es geschafft bis nach Erdek. Doch von Campingplätzen weit und
breit keine Spur. Bis uns zwei deutsch sprechende Türken auf den
richtigen Weg brachten. So landeten wir endlich auf dem Campingplatz
Ant Camping und hier hatte unser Reiseführer einmal recht, es ist der
wohl schönste Platz in der ganzen Umgebung. Am Abend fuhren wir noch
nach Erdek zum Essen aber für mehr konnten wir uns nicht mehr
aufraffen. Morgen werden wir die Stadt ausgiebig besichtigen.


10/11.09.2005 : Erdek, Türkei

Heute hatten wir Gelegenheit die Stadt Erdek zu besichtigen. Früher
war es ein kleines Fischerdorf, doch mit den Touristen, vorwiegend
aus Istanbul, wurde der Tourismus Haupteinnahmequelle. Das spürt man
eben in der ganzen Stadt. Sehenswürdigkeiten sind

einige Klöster in der Nähe die man z. T. besichtigen kann. Wir
ersparten uns das und nutzten den Tag zum relaxen. Die Motorräder
sind gecheckt und die Ausrüstung ist soweit auch i.O. Die Patina der
Reisenden (Dreck) hatte sich doch schon überall breit gemacht.
Leckere Nudel mit Tomatensauce (Tüte) musste dran glauben, wir
brauchten mal wieder was herzhaftes hinter die Kiemen. Dazu noch
Vollkornbrot aus Deutschland, danach waren wir pappsatt. Hier auf dem
Ant Campingplatz sind alle wieder total nett, wir haben schon wieder
Obst geschenkt bekommen da ich bei einer Autoreparatur helfen durfte.
Morgen geht es weiter nach Lapseki wo wir mit der Fähre übersetzen.
Dann weiter nach Ipsala zur Grenze nach Griechenland.


12/13.09.2005 : Erdek, Türkei nach Igoumenitsa, Griechenland

Früh um 8:05 Uhr fuhren wir los nach Lapseki. Wir hatten Glück die
Straßen waren gut und wir kamen zügig voran. Mit der Fähre setzten
wir über und bald waren wir auf dem Weg nach Kesan. Die Temperaturen
stiegen schon wieder über 30° C doch mit etwas Wind war es
erträglich. An der Grenze nach Griechenland in Ipsala dann noch mal
türkische Gründlichkeit. Gleich dreimal wurde alles kontrolliert bis
wir weiter fahren durften. Hurra, endlich in Griechenland. Den
griechischen Zöllner hatte ich glatt übersehen, also zurücklaufen und
den Pass zeigen. Ein müdes Winken folgte und schon waren wir
eingereist. Die Benzinpreise halbierten sich plötzlich und die
Freundlichkeit und Anteilnahme der Türken waren gänzlich verschwunden
. Weiter ging es nach Kavala. Der Campingplatz war schnell gefunden
und zum Abendessen fuhren wir in die Stadt. Nach längerem suchen
zwischen den ganzen Fast Food Läden fanden wir ein kleines Restaurant
am Meer. Hier speisten wir für viel Geld, aber satt und zufrieden
schliefen wir an diesem Abend ein. Am nächsten Tag weiter Richtung
Igoumenitsa. Geschätzte Kilometer 500 tatsächlich 560km. Anfangs noch
prima über Autobahnen, aber ab Grevena ging es ab in die Berge.
Vorher noch Pause ein einem kleinen Kaff.

Die Besitzerin einer kleinen Taverne warf für uns Ihren Holzkohlen-
grill an. Nach einem mehr als dürftigen Souflaki für unverschämte 10
Euro ging es weiter. Jetzt folgten kleine Bergsträßchen die auch noch
von vielen LKWs befahren wurden. Über zwei Pässe quälten wir uns, an
ein überholen war selten zu denken. Endlich nach über 10 h Fahrt
erreichten wir Igoumenitsa. Der Zeltplatz liegt ein paar Kilometer
außerhalb auf einer Landzunge und ist entsprechend teuer. Dafür sind
die Sanitäreinrichtungen auch nicht besser wie die in der Türkei.
Hoch erfreut hatten wir einen Lidl Supermarkt entdeckt und kochten
uns am Abend leckere Tomaten Hackfleischsoße mit Tortelini und
Parmesan. Eine Flasche griechischer Rotwein rundete das Abendessen
vollends ab. Die Temperatur blieb fast die ganze Nacht bei 27°C. Erst
gegen morgen frischte es etwas auf und es wurde erträglicher.


14.09.2005 : Igoumenitsa, Griechenland 30°C

Heute morgen war es ziemlich bedeckt und in der Nacht hatte es sogar
ein paar Tropfen geregnet. Mehr und mehr kam die Sonne durch und wir
gingen erstmal baden im Mittelmeer. Danach prüfte ich mal wieder die
Motorräder durch, denn wir waren schon über 1000km seit
Erdek gefahren. Wieder mal keinerlei Probleme festzustellen. Die
Hondas laufen einfach wie Uhrwerke. Manchmal ist es schon unheimlich
wie unproblematisch diese Motorräder sind. Bei der Varadero und der
Transalp habe ich bis jetzt je einmal die Kette gespannt und alle
1000km eingesprüht. ( Bei Staubpisten je nach Bedarf). Zudem hat die
Varadero etwas Öl verbraucht. Aber 0,5 l auf jetzt fast 5000km sind
wohl zu verkraften. Die selbstgebauten Kofferträger haben selbst die
Umfaller schadlos überstanden und die Alu Motorschutzbleche haben so
manchen Stein abgehalten. So konnte ich mich in aller Ruhe dieser
Seite hier widmen.


15/16.09.2005 : Igoumenitsa, Griechenland

Relaxen ist angesagt. Im Meer baden oder in die Stadt fahren um im
Internetcafe die letzten Neuigkeiten auszutauschen, so kann man auch
seine Tage verbringen.

Die Tickets für die Fähre wollte ich abholen, aber wieder mal, wie
sollte es anders sein, gab es Schwierigkeiten mit Poseidon Reisen in
Berlin. Die hatten mir zwar die Buchungsnummer mitgeteilt und nach
längerem suchen wurde die nette Angestellte von Minoan Lines auch
fündig, allerdings waren die Tickets mal wieder nicht bezahlt. Jetzt
folgte ein Telefonmarathon, bis ich endlich nach fast 1,5 h meine
Tickets hatte. Hier noch einmal eine Warnung an alle Reisenden: Bucht
unter keinen Umständen bei Poseidon Reisen in Berlin. Dieses
Reisebüro kostete uns bis jetzt ca. 50 Euro Handygebühren eine
Hotelübernachtung in Edirne und eine Woche Urlaub da wir jetzt mit
der Fähre nach Venedig zurückfahren und ca. 1000 extra Kilometer
abspulen mussten. Den Ärger kann man sich vorstellen. Wir hätten in
dieser Zeit locker noch zum Vansee und zum Nemrut Dagi fahren können.
(update: bis heute 2012 habe ich von den verbliebenen 400 Euro
Restguthaben erst 150 Euro bekommen. Die Firma ist insolvent.)
Aber auch diese Erfahrungen muss man mal machen das gehört wohl zu
dieser Art zu reisen. Morgen geht es auf die Fähre nach Venedig. Wir
sind schon etwas aufgeregt und freuen uns auf die Fahrt.


17/18/19.09.2005 : Igoumenitsa, Griechenland nach Venedig, Italien

Früh um 7:00 Uhr waren wir schon auf den Beinen um zu packen und eine
letzte Dusche in Griechenland zu nehmen. 30 Minuten später waren wir
abfahrbereit und nach einem kurzen Besuch beim Bäcker fuhren wir zum
Hafen. Unsere Fähre hatte eine halbe Stunde Verspätung aber wir
lernten so noch ein Pärchen mit Motorrädern aus Österreich kennen und
hatten uns natürlich viel zu erzählen. Ruckzuck auf die Fähre
gefahren die Motorräder zwischen die LKWs rangiert und dann auf das
Sonnendeck. 30 Minuten später schipperten wir dann Venedig entgegen.
Am Abend nach ein paar Bieren mit den Österreichern hatten wir die
nötige Bettschwere denn das stampfen der Motoren war doch deutlich zu
hören und zu spüren. So verbrachten wir leidlich die Nacht und
Italien empfing uns mit Kälte und Regen. Na prima, also rein in die
Regenkombis die wir glücklicherweise seit fast 3 Wochen nicht
benutzen mussten.
Wir hatten in Griechenland noch einmal alles vollgetankt denn die
Spritpreise in Italien sind recht hoch. Wir glaubten mit den Benzin-
reserven bis nach Österreich fahren zu können. Kurz vor dem Brenner
dann plötzlich stotterte die Transalp. Das Benzin war zu ende. Zum
Glück kurz vor einer Ausfahrt so mussten wir dann doch noch ein paar
Liter in Italien tanken. Weiter ging es über die Autobahn Richtung
Innsbruck und dann Richtung Füssen. Wir wollten einen Zwischenstopp
bei unseren Bekannten in Kaufbeuren einlegen. Nach langer Fahrt
erreichten wir unser Ziel und wir wurden sehr herzlich aufgenommen.
Ein Tee und eine heiße Dusche tauten uns wieder auf. Danach hatten
unsere Gastgeber ein tolles Abendessen für uns gekocht. Wir waren
ganz gerührt ob dieser Gastfreundschaft. Der Abend wurde lang, einige
Geschichten waren zu erzählen, und spät gegen 23:30 Uhr waren wir
dann in den Betten. Der morgen war wolkenverhangen und kalt mit ca.
6° C. Nach einem Kaffe und einem kleinen Frühstück verließen wir
Kaufbeuren Richtung Heimat. Kaum auf der Autobahn wurde das Wetter
besser und ab Stuttgart schien wunderbar die Sonne bei dann auch
erträglichen Temperaturen. Langweilige Autobahnkilometer spulten wir
ab bis wir dann gegen 15:00 Uhr nach fast genau 4 Wochen wieder zu
Hause ankamen. Wir haben viel erlebt in dieser Zeit und wir werden
beim sortieren und auswählen der Fotos noch einmal so manche
Begebenheit in Erinnerung rufen.


Fazit:

Der gemeine Türke an sich:

Nach fast 6500km Fahrt durch die Türkei hat uns vor allem die
herzliche und aufrichtige Gastfreundschaft der Türken überwältigt.
Nie hatten wir geglaubt solche lieben Menschen dort anzutreffen da
ja das Bild der Türken in Deutschland eher negativ behaftet ist. Dort
wo kein Tourismus anzutreffen war, haben wir die ursprüngliche Türkei
kennen gelernt. Die Hilfsbereitschaft ist sehr groß, allerdings
manchmal auch zu groß. Denn man wird auch schon mal in die falsche
Richtung geschickt um nicht zugeben zu müssen das man den richtigen
Weg nicht weiss. Immer war irgendwo ein Türke anzutreffen und sei es
mitten auf dem Land zig Kilometer von der nächsten Stadt entfernt.
Mit unseren rudimentären Sprachkenntnissen waren wir immer bemüht
gleich die Barrieren abzubauen was uns auch recht auch gut gelang. Es
verging kaum ein Tag an dem wir nichts geschenkt bekamen. Mit Obst,
Melonen und Tee und einmal sogar mit Trinkbecher und Putzlappen
wurden wir beschenkt. Fast immer wurde man zum Tee eingeladen und wir
nahmen uns auch die Zeit den Menschen zuzuhören denn wir wollten ja
auch von Ihrem Leben erfahren und daran teilhaben. Dort wo der
Tourismus vorherrschte war das natürlich anders. Zwei Deutsche mit
großen Motorrädern da muss doch was zu holen sein. So kam es uns
manchmal vor. Doch nach einigen Tagen hatten wir schnell den Bogen
raus und erkannten mit wem wir es zu tun hatten. Wir sind auch das
eine oder andere mal weitergefahren weil uns der Platz oder das Hotel
zu teuer erschien. Jederzeit würden wir wieder in der Türkei unseren
Urlaub verbringen, das nächste Mal werden wir allerdings die Anreise
anders gestalten.

Straßen und Verkehr:

Die Straßen und Wege der Türkei sind so unterschiedlich wie die Land-
schaften die wir durchfahren haben. Es gibt normale Landstraßen
ähnlich denen in Deutschland, dann gibt es Schlaglöcher die
unverhofft auftauchen und das gleich mehrfach hintereinander. Das
bekommt den Fahrwerken der Motorräder überhaupt nicht. Es sollte
schon einiges an Federweg vorhanden sein um nicht unliebsam aufzu-
setzen. Einfache Enduros mit genügend Reserven sind wohl die besten
Fahrzeuge für die Türkei. Besonders in Kurven kann dann auch mal der
Asphalt ausgehen, dann schaut eben die blanke Erde heraus. Es kommt
auch vor das Bundesstraßen in Feldwege übergehen und das gleich für
20km Länge. Ein besonderes Kapitel ist der Straßenbau in der Türkei.
Man meint es gut und so wird gleich mal vierspurig gebaut. Allerdings
läuft der Verkehr in der Baustelle weiter. Absperrungen oder
ähnliches fehlen gänzlich. Eine neue Straße wird folgendermaßen
gebaut. Zuerst werden mit großen Planierraupen rechts und links der
vorhanden Straße je 2 Fahrspuren planiert. Darauf kommt dann 20 cm
grober Schotter. ( 20mm Körnung). Jetzt kommt die Stunde

der Teer LKWs. Dünn wie Wasser wird ein Teer Bitumen Gemisch auf dem
Schotter verteilt. Nun kann es ein paar Tage dauern bis die nächste
Schotterschicht aufgebracht wird. Solange muss man eben durch den
flüssigen Teer fahren. Vor nicht einsehbaren Kurven sollte immer
und ich betone „immer“ gehupt werden. Denn so mancher doppelstöckige
Reisebus erwarten kein anderes Fahrzeug auf der Straße wenn er mit
60 Km/h um eine 90° Grad Kurve donnert. Gerne genommen sind auch die
alten und sehr hoch beladenen LKWs denen nicht selten Bremsen und
manchmal gar ganze Achsen fehlen. Bergauf im ersten Gang dafür bergab
so schnell es geht. Allah passt schon auf. Bei den hohen Benzin-
preisen hält sich der Verkehr in den ländlichen Gebieten in Grenzen.
Ab und an ein Jawagespann oder ein Trecker. Auf den Hauptverbindungs-
wegen dann eher Lastwagen und Busse. Dementsprechend unaufmerksam
wird auch gefahren. Man sollte also immer einen Finger auf der Hupe
haben um den ev. etwas dösigen entgegenkommenden zu wecken. Ansonsten
wird die Straße genutzt. Soll heißen es wird überall gefahren wo
Platz ist. Auch Verkehrszeichen und Ampelanlagen gibt es. Die kann
man beachten muss es aber nicht. Je nach Verkehrslage bzw.
vorhandener Polizei. Wir sind nie angehalten oder kontrolliert worden
. Auch die berüchtigte Radarfalle blieb uns erspart. Wenn man sich
einmal daran gewöhnt hat kommt man eigentlich sehr gut klar mit den
Verkehrsverhältnissen. Allerdings sollte man nicht vergessen sich
wieder rechtzeitig umzustellen wenn man wieder zurück ist. Die Be-
schilderung ist recht gut, auf dem Land kann dann schon mal ein
Hinweisschild fehlen. Kleiner Irrfahrten sind dann nicht ausge-
schlossen und von vorneherein einzuplanen. ( Benzinvorrat !)

Tankstellen:

Noch in kaum einem anderen Land haben wir so viele Tankstellen
gesehen wie in der Türkei. Immer groß und neu werden diese wohl von
den Mineralölkonzernen im ganzen Land gebaut. Der Trick Kunden
anzulocken ist es den Preis auf den großen Anzeigetafeln niedrig zu
halten um dann an der Zapfsäule bis zu 10% mehr zu verlangen. Luft-
druck prüfen geht meist nicht da die Geräte defekt sind. Also Luft-
druckprüfer unbedingt mitnehmen. Bezahlen kann man überall mit Visa-
karte.

Reiseführer und Landkarten:

Unser Reiseführer von KnowHow hatte
reichlich Lücken und war zum Teil sehr ungenau. Auch die Landkarte
von Shell 1:750000 hatte stellenweise erhebliche Lücken. Ganze Ab-
schnitte an der Schwarzmeerküste waren komplett falsch eingezeichnet.
Hier half dann nur durchfragen.

Übernachten:

An der Schwarzmeerküste sind die Campingplätze sehr dünn gesät. Im
Einzugsgebiet von Istanbul sind die Preise entsprechend. Weiter
Richtung Osten werden es dann immer weniger. Für gute Plätze muss man
aber auch dort gute Preise zahlen. Meist steht bei den Hotels auch
Camping das bedeutet aber das Zelt auf dem Parkplatz für die PKW
aufstellen. Die Hotels sind alle überteuert und von sehr unter-
schiedlicher Qualität. Also vorher immer das Bad inspizieren und nach
heißem Wasser fragen. Wildcampen ist möglich, allerdings sollte man
fragen ob man eine Nacht bleiben darf. Wird in der Regel geduldet.

Verpflegung, Geld:

Selbstversorgung ist in der Türkei teurer als Essen zu gehen. Auf dem
Land kann man für 7 bis 10 Lira

sehr gut essen. Das Essen ist schmackhaft doch für den deutschen
Magen eher fett und ölfrei. Wir haben jedenfalls in den ersten zwei
Wochen fast 5 Kilo abgenommen. ( Hat uns gut getan.) Wenn man ein-
kaufen will dann nur auf den einheimischen Märkten. Hier kann man für
ein paar Lira sein Essen einkaufen. Die Supermärkte sind teuer und
wohl nur für Touristen. Kaum ein einheimischer verirrt sich hierher.
Alkohol gibt es so gut wie gar nicht auf dem Land. So genannte
Efesshops führen Bier und Wein. Dies sind allerdings kleine Holz-
hütten und außerdem schwer zu finden. Der Wein ist rotes Wasser und
auch das Bier ist sehr bitter. Die Locantas führen keinen Alkohol da
hierfür eine teure Lizenz nötig ist.

EC Automaten findet man in jeder Stadt. Problemlos kann man sich dort
Geld holen. Immer in Englisch oft auch in Deutsch sind die Dialoge.
Bewährt hat sich bei uns der 2 Geldbeutel Trick. In dem einen ist die
ganze Barschaft plus Karten etc. In dem anderen hat man gerade so
viel Geld wie man bereit ist maximal zu zahlen. Jetzt heißt es noch
geschickt handeln doch wenn der gedachte Preis nicht erreicht wird
zeigt man seine „ganzes“ Geld und das wird eigentlich immer
akzeptiert. Hat zumindest bei uns oft und gut funktioniert. Auch Hin-
weise auf offensichtliche Mängel helfen den Preis zu drücken. ( In
Griechenland zahlte ich so für den Campingplatz nur zwei Drittel.)

Frankreich 2004

Anno 2004 starteten wir eine Reise an das Mittelmeer

Nur Bilder

Reisebericht:

Die Motorräder aufgerüstet und nix wie los waren wir in Nullkommanix schon in der Schweiz. Kaum hatten wir den ersten Supermarkt erblickt folgte schon die erste Rast auf dem Parkplatz. Das tat unserem Appetit aber keinen Abbruch, uns hat es trotzdem geschmeckt. Einige Schweizer schauten zwar etwas verdutzt, aber zurückhaltend wie sie nun mal sind kam kein Wort über Ihre Lippen.

Frisch gestärkt und die Motorräder voll getankt ging es bald weiter. Das Wetter spielte mit und so kamen wir recht zügig voran in Richtung Jura.
Auf dem Campingplatz am Lac de St. Point in der Nähe von Pontparlier übernachteten wir. Das Zelt war schnell aufgebaut und schon brutzelte ein leckeres Essen auf unserem Kocher. Leider spielte das Wetter nun nicht mehr mit, wir waren gezwungen noch eine Nacht zu bleiben. Gleichmäßiger Landregen hielt  unsere Laune auf dem Tiefpunkt. Einzig einige Mitcamper konnten uns kurzweilig unterhalten. So bekommt man schon mal tiefere Einblicke wie andere denn so reisen.
Ein Auto mit proppevollem Kofferraum und nur einem Passagier erweckte unsere Aufmerksamkeit. Der junge Mann hatte seine komplette Verpflegung für seinen ganzen Urlaub in seinem Kofferraum fein
säuberlich einsortiert. Wir waren einfach nur noch sprachlos. Die kleine Käserei am Ort war eine kulinarische Versuchung und schnell hatten wir für ein paar Euro einige Stücke leckeren Käse und Rotwein erstanden.
Das Abendessen nahmen wir in einem kleinen Hotel gegenüber ein. Schmackhaft und auch nicht so teuer speisten wir und bald schlummerten wir eingelullt vom immer noch gleichmäßigen leisen Trommeln auf unserem Zelt ein.
Der Regen hatte auch was für sich. Schließlich frühstückt man nicht alle Tage zwischen Toilette und Dusche . Allerdings der einzige überdachte Platz auf dem Camping.
Schließlich hatte der Regen ein Einsehen und wir fuhren weiter Richtung Französische Alpen.

Über einige traumhafte Pässe fuhren wir und kamen schließlich nach le Bourg d’Orsans unterhalb von l’Alpe-d’Huez. Die Rennradfahrer, die wir unterwegs zuhauf trafen, waren wohl alle beseelt von der letzten Tour de France . Nur so ist es zu erklären wie sich diese frühmorgens schon einsam und verbissen die Berge hoch kämpften. Da kann ich nur sagen: Respekt!
Ein wunderschön gelegener Campingplatz war auch vorhanden, so war die nächste Übernachtung gesichert.
Der Platz war fast leer, kein Wunder in der Nachsaison. In der Nacht wurde es dann auch empfindlich kühl (Anja O-Ton:saukalt) und unsere Sommerschlafsäcke konnten uns kaum wärmen.

Am nächsten Morgen wurden wir von der Sonne geweckt. Die Nebelbänke die sich hartnäckig an den wunderschön gezeichneten steilen Bergwänden hielten, wurden nach und nach von der Sonne aufgelöst, und uns erwartete ein strahlend schöner Tag.
Den Raureif auf unseren Motorrädern ignorierten wir erst einmal und nahmen ein leckeres Frühstück mit frischem Baguette und Nutella zu uns.
Natürlich wollten wir auch einige der umliegenden Pässe befahren und schon bald waren wir unterwegs um die wunderschöne Natur um uns herum zu genießen.

Einige Kilometer spulten wir rund um l’Alpe-d’Huez ab und konnten uns kaum sattsehen an den gewaltigen Bergen die mit immer neuen und noch schöneren Ausblicken uns erfreuten. Teilweise waren die kleinen Straßen eine Tortur für uns und unsere Motorräder. Der Weg nach la Berade auf 1750 Meter war dann auch nicht zu verachten. Eine Reiseenduro hätte hier mehr Spaß gebracht. Aber wir haben Urlaub und so fährt man eben entsprechend gemütlich durch die Gegend.

Nach einer Steinofenpizza und einer Flasche Rotwein am Abend ging es am nächsten Tag ausgeruht weiter auf unserem Weg Richtung Mittelmeer. Einige streunende Hunde hatten wohl Todessehnsucht den sie liefen schnurstracks vor die Motorräder. Gott sei Dank ist den Hunden und uns nichts geschehen aber wir waren gewarnt und auf der Hut.
Die Seealpen rufen und da wir diese Gegend noch nicht bereist haben ist die Spannung groß. Was uns dort wohl erwartet ?

Unterwegs durch die Seealpen zum Mittelmeer findet man immer wieder schöne Motive die einfach fotografiert werden wollen.
Besonders der Übergang von den steilen Bergen hin zum Rhonetal hat uns fasziniert. Weite Ausblicke zum Teil über das Rhonetal hinaus begeisterten uns immer wieder. Ein ums andere mal hielten wir an und hielten diese Eindrücke fest.

Kleine Bergdörfer mit pittoresken Marktplätzen luden uns zum verweilen ein. Ein Wurst und Gemüsemarkt mit einheimischen Produkten gab dann den Ausschlag.
Wir hielten an und kauften Brot und Wurst und Käse und verspeisten alles genüsslich auf einer Bank.

Die Temperaturen stiegen mit jedem Meter den wir dem Mittelmeer näher kamen. Und schon bald wurde es uns in unseren Motorradanzügen recht warm. Nach der Kälte in den Alpen war es eine Wohltat die Sonne zu genießen und bei Bilderbuchwetter nahmen wir die letzten Kilometer unter die Räder um endlich das Meer zu erreichen.

Hurra, geschafft! Nach einigen schweißtreibenden Verkehrsstaus fanden wir einen Campingplatz direkt am Meer. Genau gegenüber in der Bucht das legendäre St. Tropez.
Ein Platz im Schatten war auch schnell gefunden, allerdings raubte uns die nahe Hauptverkehrstrasse die Nachtruhe. Gut, dann suchen wir eben einen Platz näher am Meer dachten wir uns, und tatsächlich sollte mittags ein schöner Platz frei werden. Diesen reservierten wir uns sogleich, um am Abend umzuziehen. Froh gelaunt unternahmen wir eine Fahrt in das nahe gelegene St. Tropez.

Staunend ob der gewaltigen Yachten die im Hafen lagen durchstreiften wir den kleinen Ort. Leider hat hier wohl schon vor Jahren der Massentourismus seine tiefen Narben hinterlassen und so blieb uns nur der Hafen mit seiner schönen Aussicht auf die Bucht um etwas
zu relaxen. Unschön auch die Touristen, die lauernd vor den Yachten am Kai stehen, um eventuell ein Bild von einem Promi zu schießen.

Am Ende fanden wir doch noch einige schöne Ecken die es Wert waren festgehalten zu werden. Die engen verwinkelten Gassen hinterlassen bei uns einen kleinen Eindruck wie dieses kleine Fischerdorf wohl vor der Entdeckung durch die High Society ausgesehen hat.
Schade nur das diese romantische Stimmung immer wieder durch Nobelboutiquen mit davor rauchenden Verkäuferrinnen gestört wird.
Einzig die Boule spielenden Einheimischen schien das nicht zu stören. Lautstark diskutierend wurden die Stahlkugeln auf dem Marktplatz hin und hergeworfen. Uns war es eine Freude diesen Menschen bei Ihrem Jahrhunderte altem Spiel zuzuschauen.
Zurück auf dem Camping eine unschöne Überraschung. Ein Franzose mit seinem Wohnmobil hatte sich auf unseren reservierten Platz gestellt. Nach Rückfrage bei der Rezeption hatte sich das Problem aber schnell erledigt und wir konnten unseren schönen Platz beziehen.

Das sollte sich im Laufe der nächsten Woche als absoluter Glückstreffer herausstellen. Unsere Nachbarn entpuppten sich als ein englisches Ehepaar deren Herzensgüte und Fürsorge keine Grenzen kannte. Egal ob wir hungrig , durstig oder sonst ein Anliegen vorbrachten, immer hatten diese lieben Menschen ein Ohr für uns.
Abends saßen wir gemütlich beisammen und Ray und Irene erzählten so manche Geschichte aus Ihrem erfüllten Leben. Nach einigen Whiskey konnte man Ray zwar nur noch schwer verstehen, aber das tat der Stimmung keinen Abbruch. Bei mir hatte der Alkohol eine positive Wirkung. Ich glaube ich habe noch nie so gut Englisch gesprochen.

Wie sich schnell herausstellte , waren wir die einzigen jungen auf dem Campingplatz und dann auch noch mit Motorrädern. Was zur Folge hatte das jeder der vorbeikam ein Schwätzchen hielt mit dem Ergebnis das wir an manchen Tagen erst nach 2 h zum frühstücken kamen.

Einige Ausflüge in die nähere Umgebung zeigten uns die einmalige Schönheit der Cote d’Azur. Im Hinterland findet man eine teil-
restaurierte Burg mit riesigem Freilufttheater. Leider war die Saison schon zuende sodass keine Aufführungen mehr gegeben wurden.
Kleine enge Feldwege verbinden die zum Teil aus nur ein paar Häusern bestehenden Ortschaften. Wieder einmal wäre hier eine Enduro von Vorteil gewesen.

Auch die Seeseite war nicht zu verachten. Kleine Pässe führen über die letzten Hügel am Meer und schon liegen die Strandpromenaden in Ihrer ganzen Pracht vor einem. Einige schöne Dörfer durchfuhren wir, immer an der Küste entlang. Aber auch hier hat der Tourismus schon lange seine gierigen Krallen ausgefahren. Kaum ein Parkplatz ist in Strandnähe zu bekommen so folgten wir den kleinen Sträßchen zurück zu unserem Camping.

Ein Tagesausflug führte uns in den Grand Canyon. Dieses einmalige Naturschauspiel muss man gesehen haben. Hunderte Meter tief fällt das Gelände fast senkrecht ab bis dann unten blaugrün die Wasser des Verdun zu sehen sind, die Ihre schon seit Jahrtausenden andauernde Arbeit verrichten.
Leider konnten wir den Grand Canyon nicht komplett umrunden da ein Teilstück der Straße gerade frisch geteert wurde.
Schade, gerne hätten wir auch die andere Seite dieses wunderschönen Tales bewundert.

So wie alles im Leben hat auch der schönste Urlaub mal ein Ende und wir traten nach einigen Faulenzertagen dann die Heimfahrt an. Es war ganz schön schwer den vielen lieben Menschen die wir kennen gelernt hatten Adieu zu sagen, und so manche Träne versickerte im Halstuch.

Aber noch hatten wir eine wunderbare Fahrt durch die Alpen vor uns. Und gleich nach einigen urigen Pässen meldete sich der Hunger. Da wir weit und breit keine Hütte sahen, packten wir eben unsere Vorräte aus und ließen es uns schmecken.
Bei der Weiterfahrt um die nächste Kurve strahlte uns dann eine schöne Hütte an.

Bei wunderbarem Wetter und mäßigen Temperaturen fuhren wir wieder Richtung Heimat. Da es jetzt in den Bergen nachts schon einiges unter Null Grad hatte, versprach ich Anja die nächste Nacht im Hotel zu verbringen.
So schliefen wir in einem kleinen Hotel wieder in le Bourg d’Orsans. Das aufregendste daran war wohl der Fahrstuhl der direkt aus einem Museum stammte. Das Frühstück am nächsten Tag war für französische
Verhältnisse üppig und so fuhren wir über die letzten Pässe Richtung Heimat.

Über den Col de Var und das Massiv des Mnt. Blanc im Hintergrund

fuhren wir Richtung Autobahn da wir doch einige Zeit brauchten um über die kleinen Pässe die schöne Bergwelt zu durchfahren.
Nach endlosen Autobahn Kilometern kamen wir zwar im Dunkeln aber wohlbehalten zu Hause an. Ein Zwischenfall mit heftigem Adrenalinstoss auf der Autobahn kurz zuvor brachte die Notwendige Konzentration sofort wieder. Ein Auto vor uns verlor einen Teil seines Auspuffs. Dieser schleuderte dann quer über die drei Fahrspuren der Autobahn. Trotz einiger Vollbremsungen der nachfolgenden Autos ist zum Glück nichts passiert.
So ging ein wunderschöner Urlaub viel zu schnell zu Ende. Die Erinnerungen daran werden uns ein Leben lang begleiten, und wenn einmal schlechte Tage kommen, werden wir uns mit Freude im Herzen daran erinnern und uns an den Bildern erfreuen.