Ostsee 2008

2008-07-17 Elmshausen , Lautertal

Diesmal geht es einmal rund um die Ostsee. Wir haben 6 Wochen Zeit und wollen 7 Länder bereisen. Das sind ohne große Abstecher ca. 8000km. Los geht es mit Polen danach durchs Baltikum. Hier wollen wir uns die kurische Nehrung sowie die Insel Saarema ansehen. Weiter nach Finnland. Und dann immer geradeaus. Auf die stillen Wälder und die herrliche Natur freue ich mich schon besonders. Dann durch Schweden und Dänemark und wenn alles klappt sind wir am 5.9. zum MRT in Gieboldehausen. Wir haben dann jede Menge Bilder und Videomaterial dabei und die Köpfe voller Eindrücke der Reise. Vielleicht trifft man sich ja dort. Hier der vorläufige Routenplan:


2008.08.01 Elblaq, Polen

Von guten und von schlechten Straßen.

Wie immer sind wir am Anfang viel zu schnell unterwegs. Wir haben jetzt nach gerade mal 3 Tagen schon 1200 km Fahrt hinter uns. Die Straßen in Polen sind zum Teil sehr gut ( Hier steht dann immer ein Schild der EU) oder auch kaum befahrbar. Von Kopfsteinpflaster über Betonplatten und tiefen Spurrillen können wir jetzt berichten. Auch der Campingführer ließ uns schon im Stich. So schliefen wir am 2ten Tag an einem kleinen See und konnten uns den tollen Sternenhimmel betrachten.

Die Nacht war zwar kurz, da in der Nähe die Bahn verlief, trotzdem war es wunderschön. Dann weiter Richtung Danzig. Das waren noch gute 440 km doch die Straßen waren Anfangs gut, und so spulten wir schnell 200 km ab. Dann zum Ende hin wurde es immer schlechter. Kopfsteinpflaster, Baustellen und Umleitungen hielten uns auf. Dann noch riesige Staus in den Städten, zum Schluß die Krönung eine Straße aus Betonplatten, wobei uns jede mit einem Schlag in die Federung begrüßte. Zum Schluß kamen wir auf dem Zeltplatz in Elblaq an wo wir erstmal 2 oder 3 Tage bleiben.


2008.08.04 Mindunai, Litauen

Das nächste Land.

Noch voller Tatendrang wollten wir uns Danzig anschauen, denn da findet zur Zeit das Dominikanerfest statt. Leider hatten wir nicht mit den Tausenden von Touristen gerechnet. Die wollten auch alle dahin. Schon 11 km vor der Stadt ging nichts mehr. Stau ohne Ende. Dazu die Fahrweise der Polen, die man nur Todesverachtend nennen kann. Es wird immer und überall überholt. Selbst wenn da keine Lücke ist. Motorräder haben gleich gar kein Recht auf eine komplette Spur. So wurden wir des öfteren haarscharf geschnitten und nur durch schnelles ausweichen kam es zu keinem Unfall. Das wollten wir uns nicht weiter antun und kehrten wieder um. In Elblaq assen wir zuabend auf eine Empfehlung hin, und wurden mal wieder bitter entäuscht. Alles aufgewärmt und aus der Mikrowelle, dazu noch teuer. Aber wir waren einigermaßen satt, und am nächsten Tag hatten wir dann auch noch Montezumas Rache zu spüren bekommen. Also weiter durch Polen Richtung Litauen. Jetzt schon schlauer, fuhren wir die kleinen Landstraßen durch Masuren und endlich fanden wir das beschauliche und friedliche Polen das wir die ganze Zeit gesucht hatten.

Kaum Verkehr die Straßen gut, so kamen wir recht schnell voran, und machten dann Station in Stary Folwag. Ein kleiner privater Camping direkt am See, keine warme Dusche dafür Plumpsklo und am Abend noch ein kostenloses Konzert das über den ganzen See schalte. Früh am Morgen ( 6:00 Uhr ) sprangen wir erstmal in den See dann ging es weiter Richtung Litauische Grenze. Wieder sehr unspektakulär der Grenzübergang doch dann welche Überraschung. Durchweg gute Straßen die Menschen freundlich und aufgeschlossen. Hier fühlten wir uns willkommen. Nach einem Einkauf wollten wir auf den neuen City Campingplatz in Vilnius, doch der war natürlich nicht ausgeschildert und in der Stadt war soviel los, das wir gleich weiter Richtung Norden weiterfuhren. Der erste Camping den wir erreichten wollte 50 Litras das wären ca. 14 Euro!. Das war uns dann doch zu teuer, und weiter fuhren wir auf den nächsten Platz. Der war mitten im Wald und nur über einen schlechten Feldweg zu erreichen. Doch der Weg hat sich gelohnt. Ein schöner Platz an einem See inmitten von Kiefernwald. Heute Abend gibt es noch frische Pfifferlinge mit Nudeln und morgen fahren wir weiter nach Lettland.


2008.08.09 Salme, Estland

Insel Saareema

Wir sind mittlerweile in Estland angekommen. Nachdem wir relativ zügig durch Lettland gefahren sind wollten wir in Riga Station machen. Der Platz war schnell gefunden, und wir trafen die ersten Motorradreisenden. Die kamen aus Roßdorf, bei uns zuhause gerade um die Ecke. So klein ist die Welt.

Am nächsten Tag fuhren wir mit dem Bus nach Riga, zum Sightseeing. Sehr angenehme Stadt, alles sehr ruhig und sauber, keine Hektik, und sehr entspannt. Großzügige Parks und Bauwerke wollen bestaunt und fotografiert werden. Wir besuchten die bekannten Markthallen, die von den Russen gebaut wurden um dort Zeppeline herzustellen. Das wurde dann nichts, und praktischer Weise sind dort heute 5 Markthallen untergebracht. Jede mit einem anderen Thema, also Fleisch, Fisch, Käse, Gemüse etc. Dort kauften wir ordentlich ein, und am Schluß noch eine Flasche Rotwein in einem separatem Alkoholgeschäft.

Abends dann wieder Planung der Reise. Wir wollten weiter nach Ventspils, und von dort mit der Fähre auf die Insel Saareema. Relativ schnell waren die Kilometer abgespult, doch dann die Entäuschung. Die Fähre fährt erst am nächten Tag um 18 Uhr. Nach anfänglichem Ärger machten wir das beste daraus und fuhren auf den City Camping in Ventspils. Das war ein Glücksgriff. Super eingerichtet mit Küche und Aufenthaltsräumen verbrachten wir einen gemütlichen Abend.

Wir lernten noch 3 Mädels aus Deutschland kennen die mit Fahrrädern unterwegs waren. Die waren relativ unvorbereitet in Ihren Urlaub gestartet, und brauchten etwas Hilfe bei der Instandsetzung Ihrer Fahrräder. Am nächsten Tag dann sehr entspannt zusammenpacken und gegen 18 Uhr ging dann die Fähre nach Estland auf die Insel Saareema. Dort kamen wir gegen 22 Uhr an, und prompt fing es an zu regnen. Bis auf den Campingplatz waren es nur 25 km und gerade noch vor dem großen Regen stand unser Zelt. Die Nacht war sehr unruhig denn ein paar finnische Motorradfahrer feierten bis in den frühen morgen. Heute ist erstmal ausruhen und Urlaub angesagt dann sehen wir weiter.


2008.08.13 Säkylä, Finnland

Endlich wieder Kurven

Nach einer Regennacht war am nächsten Tag die Sonne wieder da, und wir starteten eine Rundfahrt um Saaremaa. Fährt man von der Hauptstrasse ab, geht es über gute Pisten weiter zur Nordseite der Insel. Hier gibt es die einzige Steilküste der Insel mit 21 Metern eher bescheiden. Touristisch kaum erschlossen gibt es dort eine Tauchbasis mit Campingplatz. Bei den kalten Temperaturen möchten wir nicht tauchen gehen. Trotzdem trinken wir dort einen Kaffee bevor es weitergeht. Die einzigen noch intakten Windmühlen ziehen uns an.

Der Weg ist leicht zu finden da fast alle Straßen schnurgeradeaus verlaufen. Die Mühlen sollten noch im Orginalzustand sein, kaum zu Glauben bei den Witterungsbedingungen. Den ganzen Tag schon verfolgten uns dunkle Regenwolken, doch bisher hatten wir Glück und die Sonne konnte sich durchsetzen. Nachdem wir noch die Meteoritenkrater bei Angla besichtigt hatten wollten wir schnell weiter. Doch diesmal meinte es Petrus nicht gut mit uns und bevor wir uns unterstellen konnten waren wir nass bis auf die Haut. Beim weiterfahren dann nach 5 km war die Straße staubtrocken! Zurück in Kuressaare (Hauptstadt von Saaremaa) tankten wir erstmal und dann ging es zurück zum Platz. Unterwegs hielten wir noch an der engsten Stelle der Insel und liefen zum Strand.

Auf dem Campingplatz war mittlerweile ein deutsches Radlerpärchen angekommen und so plauderten wir den ganzen Abend und tauschten Reiseerlebnisse aus. Am nächsten Tag ging es weiter zunächst mit Ziel Tallinn. Schnell hatten wir über den Damm die Insel Muhu erreicht und fast wäre ich ins Meer gefahren so plötzlich tauchte die Fähranlegestelle auf. Wir hatten Glück den die Fähre wurde gerade beladen. Die Motorräder wurden an der Seite geparkt und schon ging es los auf das Festland. Dort ging es erstmal wieder stundenlang nur geradeaus, unsere Reifen sind schon ganz eckig abgefahren. Doch bald war Tallinn erreicht und wir suchten das Schild zur Fähre. War nicht einfach zu finden, doch letztendlich trafen wir am Fährhafen ein. Dieser war recht groß und unübersichtlich. Nach einigem Hin und her hatten wir endlich Tickets für die SuperSeacat die in 30 min abfahren würde nach Helsinki. Die Verladejungs der Fähre waren aber ganz cool, und nachdem wir einen Platz zugewiesen hatten befestige ich die Motorräder gewissenhaft mit den Spanngurten. ( Die Jungs hatten davon keine Ahnung und wollten die Gurte über die Sitzbank spannen.)

Die Fähre machte Ihrem Namen alle Ehre, und in 100 Minuten waren wir schon in Finnland dem 5 Land unserer Reise. Sehr ruhig ging das Entladen vonstatten und wir fuhren mit den Motorrädern an den Autoschlangen vorbei zur Hauptstrasse. Leider muß man durch ganz Helsinki um auf den äußeren Straßenring zu kommen. So dauerte es eine Weile bis wir die richtige Abfahrt nach Turku gefunden hatten. Endlich gab es auch wieder nennenswerte Kurven zu fahren, das ewige geradeaus kann einem schon den Nerv töten. Dem Großstadtstreß entflohen fanden wir etwas außerhalb einen kleinen Campingplatz, und der nette Finne erklärte uns alles in bestem Englisch. Nachts regnete es mal wieder doch der morgen empfing uns mit strahlendem Sonnenschein. Weiter ging es auf kleinen Straßen und Pisten bis zur Stadt Säkylä an einem See gelegen. Hier sollte es mehrere Campingplätze geben. Doch erst der dritte war noch offen und etwas außerhalb wunderschön an dem See Pyhäjärvi gelegen. Wir sind mutterseelenalleine auf einem wirklich großen Platz, und genießen die Ruhe und die Einsamkeit. Dieser Bericht wurde im Vorraum der Frauendusche geschrieben. Hier ist es warm und trocken. Strom gibt es umsonst und das offene Wlan ist natürlich ideal um sich die Zeit zu vertreiben. Hier werden wir erstmal wieder etwas urlauben.


2008.08.18 Oulu, Finnland

Regen und schnurgerade Strassen

Der Morgen strahlte uns mit praller Sonne an, und bei bestem Wetter ging es weiter Richtung Norden. Unser Ziel für diesen Tag hieß Vaasa. Doch Petrus hatte wohl keine Laune und gegen mittag zog Regen auf. Zuletzt mußten wir in die Regenkombis und bei strömendem Regen fanden wir Unterschlupf in einem kleinen Schrauberladen an der Straßenkreuzung nach Aminne. Das war gleich die Gelegenheit nach einer Kette für meine DR zu fragen, da schon in Masuren abzusehen war das die Kette nicht durchhalten wird. Die letzten beiden Urlaube in Afrika haben wohl eindeutig Ihren Tribut gefordert und diese vorzeitig verschleissen lassen. Der gute Mann in dem Shop war auch sehr hilfsbereit und hätte mir mit grinsendem Gesicht gerne eine Reginakette für schlappe 160 Euro verkauft. Das war dann doch etwas viel, und auf Nachfrage gab er uns zwei Adressen in Vaasa wo wir nachfragen sollten. In Aminne gibt es einen Campingplatz und angesichts des besch.. Wetter nahmen wir uns eine kleine Hütte. Erstmal alles ausbreiten und trocknen.

Die Chefin vom Platz ( O-Ton = I have everything ) war sehr nett und nachdem die Waschmaschine lief und wir wirklich sehr heiß duschen konnten war die Welt erstmal wieder in Ordnung. Für den nächsten Tag war einkaufen und Kette besorgen angesagt. Mit der Adresse von AJ-Bike (Motorradladen in Vaasa) zogen wir los. Im Industriegebiet fragte ich dann kurzerhand bei einem Autohändler. Der wußte auch gleich wo der Laden zu finden ist. Gerade 2 Querstraßen weiter. Wenn das mal keine Intuition war… Bei AJ-Bike sprach man vorzüglich Englisch. Ich hatte den Eindruck besser als wir… Der Verkäufer hatte alles da bis auf das hintere Ritzel. Das wollte er aus Helsinki bis zum nächsten Tag besorgen. Ansonsten dann erst am Montag. So weit so schlecht, machten wir uns auf Vaasa zu entdecken. Hier zeigte sich mal wieder die absolute Coolness der Finnen denn in der Stadt kommt keinerlei Hektik oder Stress auf. Alles läuft ruhig und besonnen ab so fanden wir schnell ins Centrum zum Sightseeing. Einen Kaffee später stürmten wir einen riesigen Supermarkt um einzukaufen.

Doch die aufgerufenen Preise sind eher was für Rockefellers. Alles sauteuer, so blieb es halt beim notwendigsten. Zurück auf dem Platz nutzen wir erstmal die geräumige Küche um uns ein leckeres Abendessen zu kochen. Zur Feier des Tages trieb Anja noch 0,5 Liter Rotwein auf der hier mit 8 Euro zu Buche schlägt. Aber man gönnt sich ja sonst nichts. Mit auf dem Platz waren tschechische Waldarbeiter die zu fünft in einer kleinen Hütte hausten. Wir wunderten uns noch über den gefüllten Kühlschrank doch mit der Abreise der Jungs war alles aber auch wirklich alles an Vorräten aus der Küche verschwunden. Anyway wir hatten eingekauft und die Ernährung war gesichert. Das hier vorhandene offene Wlan zickte ein bißchen rum, aber hin und wieder läßt es sich zur Zusammenarbeit überreden. Dafür ist es auch kostenlos. Am nächsten Tag rief ich bei AJs an , und tatsächlich war das Ritzel aus Helsinki eingetroffen. Wir also los den Krempel abholen. Ich überedete den Verkäufer noch mir die Kette auf original Länge zu kürzen und für 125 Euro war ich im Besitz einer neuen DID Kette mit den erforderlichen Ritzeln. Da kann man nicht meckern, in GOG wäre es wohl auch nicht billiger gewesen. Jetzt bin ich beruhigt und kann die alte Kette bis zur Verschleißgrenze runterfahren. Dann wir die neue montiert. Eventuell hält die Kette noch bis Schweden. Auf dem Rückweg zum Platz dann der Worst Case wenn man mit 2 Motorrädern unterwegs ist. Wir haben uns im Gewirr der Umgehungsstraßen verloren. Ich fuhr 2 Kilometer zurück doch von Anja keine Spur. Ok, ruhig bleiben und Handy einschalten. Nach ein paar mehr oder weniger aussagekräftiger SMS war klar, wir treffen uns auf dem Campingplatz. Auf dem letzten Stück Landstraße kurz vor dem Camping kam mir Anja dann entgegen.

Das war erstmal genug Adrenalin für den Tag und bei einem wunderschönen Sonnenuntergang ließen wir den Tag ausklingen.

Morgen geht es weiter nach Oulu, das sind gute 350 km die sollten bei schönem Wetter locker zu schaffen sein.


2008.08.20 Rovaniemi, Finnland

Regen und Kälte

Nach einem Besuch in Oulu war es Zeit weiterzufahren. Die Markthallen und Historischen Gebäude hatten wir uns angeschaut auch den Polizisten haben wir besucht.

Nach einem sündhaft teuren Einkauf wollten wir am nächsten Tag weiter nach Rovaniemi am Polarkreis. Doch wiedereinmal machte uns Petrus einen Strich durch die Rechnung. Am morgen regnete es in Strömen. Da blieb nur aussitzen. Gegen 11 Uhr dann etwas Besserung. Der Regen hörte auf. Wir packten schnell unsere Siebensachen und waren bald auf der Landstraße Richtung Norden. Nur kurze Zeit später zogen wir freiwillig die Regenkombis an, bei 11 Grad und leichtem Nieselregen. Wie immer in solchen Fällen wurde es auch diesmal zum Ende hin schlimmer. Eine überdachte Bushaltestelle diente uns als Unterstand. Hier wollten wir erstmal den Regen aussitzen. Bei der Gelegenheit kochte ich erstmal Tee. Zwei vorbeikommende Radfahrer machten wohl die Hardcoretour, waren aber fröhlich und winkten. Tatsächlich hörte der Regen nach einiger Zeit auf, und nach etwas suchen fanden wir auch den Campingplatz den wir vorher schon ausgesucht hatten. Die Preise hier sind natürlich gepfeffert wir sind ja nicht weit vom Haus des Nikolaus entfernt. Wir trockneten erstmal unsere Siebensachen und nach einer heißen Dusche sah die Welt schon wieder besser aus. Ein Pole der sehr gut Englisch spricht, schlich ganz fasziniert um unsere Dr’s herum und stellte mir tausend Fragen dazu. Er fuhr eine Honda Varadero und war zufrieden damit. Na dann, das habe ich schon hinter mir. Der Nächste Tag gehört dem Polarkreis und dem Arktikum. Keine 4 km von hier verläuft der Polarkreis und dort ist natürlich auch Santa Claus Village mit Postamt und allem Kitsch den man sich vorstellen kann. Trotzdem fuhren wir hin schon um auf der Polarkreislinie unsere Dr’s abzustellen. Natürlich schickten wir auch Postkarten vom Nikolauspostamt.

Ein Besuch des Arktikums durfte auch nicht fehlen dort wird die Geschichte Lapplands sehr ausführlich dargestellt doch so richtig begeistert waren wir nicht. Langsam steigen die Temperaturen wieder und der Regen hört auch auf. Morgen geht es weiter nach Schweden, dem 6 Land unserer Reise.


2008.08.22 Lycksele, Schweden

R..E..G..E..N…

Auf nach Schweden war die Devise als wir diesmal ohne Regen losfuhren. Doch die dunklen Wolken am Himmel lehrten sich bald ausgiebig über uns. Es dauerte keine 5 km und wir mussten wieder in die Regenkombis. Bei Nieselregen geht das ja noch doch ausgerechnet mitten in der Pampa ging es dann richtig runter. Uns blieb nichts übrig als anzuhalten und unter Bäumen etwas Schutz zu suchen. Zu allem Übel hat auch noch mein Tacho den Geist aufgegeben. Natürlich fiel dann nach 10 min auch noch der zusätzlich montierte Fahrradtacho aus. War wohl doch etwas zu viel Regen. Nach 15 Minuten dann etwas Besserung das Wasser stand zumindest nicht mehr auf der Straße ging es weiter. Bis kurz vor der Grenze nach Schweden, da hörte endlich der Regen auf. Wir waren natürlich nass bis auf die Knochen und wärmten uns bei einem Kaffee an einer Tankstelle auf. So langsam wachsen uns Schwimmhäute zwischen den Zehen so viel Regen hatten wir nicht erwartet. Da sind wir schon mit 17 Grad und ohne Regen zufrieden. Ab da ging es dann etwas besser bis wir einen einsamen Zeltplatz direkt am Meer fanden. Leider ist es in Schweden vorbei mit dem freien Wlan. So wollte der Betreiber vom Campingplatz umgerechnet 10 Euro für 24 h. Das war mir dann doch zu teuer. Andererseits finden man in den kleinen Dörfern kein Interetcafe. So kann es dann etwas dauern mit der Aktualisierung der Seiten.

Hier übernachteten wir und Gott sei Dank regnete es erstmal nicht mehr. Auch die Nacht blieb es trocken und so ging es weiter ins Hinterland Schwedens. Hier gibt es noch kleine Dörfer in denen die Zeit stehengeblieben ist und auch das Motorradfahren macht bei leichtem Sonnenschein schon viel mehr Spaß. Jetzt machen wir in Lycksele Station und heute Abend wird erstmal Gulasch mit Ofenkartoffeln gekocht. Das kann man sich hier wieder leisten, die Lebensmittelpreise sind wieder auf normalen Niveau.

Unterwegs in einem kleinen Ort in Schweden:


2008.08.25 Ytterhagdal, Schweden

Endlich Sonne..

Das Wetter blieb gut, so ging es weiter nach Strömsund. Unterwegs dann eine Schrecksekunde. Direkt vor uns überquert eine kleine Gruppe Rentiere die Straße. Ab da fuhren wir etwas langsamer. Die Kälte und der Regen von den vergangenen Tagen haben aber Ihren Tribut gefordert. Erste Erkältungsanzeichen machen sich bemerkbar. Schnupfen und Halsschmerzen haben sich eingestellt. Wir haben eine kleine Hütte direkt am See und bleiben erstmal zum erholen.

Am nächsten Tag schauten wir uns Strömsund an. Eine typische schwedische Kleinstadt. Hier öffnet Sonntags ab 12 Uhr der Supermarkt mit angeschlossenem Cafe. Und schon standen einige Kunden Schlange um einzukaufen und die Rentner stürmten das Cafe. Auffällig in Nordschweden sind die riesigen Scheinwerfer die an den PKWs montiert sind. Außerdem fährt jeder seinen Anhänger spazieren, fast immer leer. In den Supermärkten gibt es auch immer eine riesige Candybar. Da war auch schon in Finnland so. Anscheinend stehen die Scandinavier auf so etwas.

Nach einem Tag Pause ging es etwas erholt weiter Richtung Östersund. Wir hatten nur etwa 250km Tagespensum vorgesehen. Anja ging es zunehmend schlechter und nach einigen Pausen war dann in Ytterhagdal, ca. 50 km vor Sveg, endgültig Schluss. Hier haben wir auf einem kleinen Campingplatz eine Hütte genommen, und werden morgen weitersehen.


2008.08.28 Karlsbad, Schweden

Ja Sonne..

Nach einem verregneten Tag ging es am nächsten weiter Richtung Göteborg. Immer die E45 entlang. Diese ist hier nicht mehr so langweilig wie weiter oben im Norden. Ab und an hat es auch Kurven und leichte Hügel. Wir fuhren bei 12 Grad aber kein Regen weiter bis Johannisholm. Unterwegs hielten wir noch bei einem Museum dass wohl zu Ehren eines Norwegers errichtet wurde. Dort assen wir unsere mittgeführten Leckereien und frischgestärkt ging es weiter.

In Johannisholm ist ein Campingplatz fast direkt an der Straße. Nicht ganz günstig dafür schöne neue Hütten und den Preis haben wir auch noch gedrückt. Hier wechselte ich dann die Antriebskette an meiner DR. Nach 18000km hat die DID Kette die Verschleissgrenze erreicht. Leider waren die guten Aluminiummuttern mit denen das Kettenblatt gesichert ist,schon ziemlich rund. So mußte ich ein Stück weiter bei dem Vater des Campingplatzbesitzers dessen Werkbank in Beschlag nehmen. Der Vater hatte es angeblich mit dem Rücken und liege im Bett, wie mir dessen Ehefrau erzählte, doch Sie wolle nachfragen. Dann ein Poltern auf der Treppe und der alte Herr kam persönlich um sich der Sache anzunehmen. Ich roch sogleich dass es wohl nicht der Rücken war der Ihn ans Bett fesselte, sondern die Alkoholfahne ließ einen anderen Schluß zu. Anyway, er zeigte mir die Werkstatt und bald hatte ich die widerspenstigen Schrauben gelöst und konnte die neue Kette montieren.

Bei der anschließenden Probefahrt war da aber immer noch ein rasseln das mir schon die ganze Zeit aufgefallen war, dass ich aber auf die verschlissene Kette geschoben hatte. Nein, viel schlimmer wie ich im nachhinein feststellte. Es ist wohl das Getriebeausgangslager was die Geräusche verursacht. Aber da diese die letzten 3000km nicht lauter geworden sind wird das noch bis nach Hause halten.

Langsam aber sicher wurde es wärmer und in der Nähe von Karlsbad hatten wir dann endlich wieder Sonne und 20 Grad. Lange, sehr lange hatten wir darauf gewartet und plötzlich macht das Motorradfahren wieder richtig Spaß. Heute übernachten wir auf einem Campingplatz in der Nähe von Karlsbad, morgen geht es weiter nach Göteborg. Dort haben wir 2 oder 3 Tage Aufenthalt eingeplant um uns die Stadt anzusehen und unsere Erkältungen auszukurieren. Dann geht es mit der Fähre nach Frederikshafen in Dänemark dem 7 Land unserer Reise.


2008.09.02 Sonderborg, Dänemark

Das siebte Land

Pläne sind dazu da geändert zu werden. So auch hier. Nachdem wir bei Segmon eine Hütte für eine Nacht genommen hatten, ging es bei Sonnenschein und 18 Grad weiter Richtung Göteborg. Doch leider war hier der Campingplatz, den wir nach einigem suchen fanden, dermaßen überteuert dass wir beschlossen weiterzufahren und bei Kinna einen schönen Platz fanden malerisch an einem See gelegen. Die Hütte hatte sogar fließendes Wasser und hier kurierten wir erstmal unsere Erkältungen aus die immer noch nicht überwunden sind. Nach 2 Tagen an diesem schönen und ruhigen Ort, fuhren wir dann weiter bis nach Helsingborg um dort mit der Fähre nach Dänemark überzusetzen. Das ging alles sehr problemlos und schon nach 20 min waren wir im siebten Land unserer Reise. Hier gefällt es uns nicht besonders, die Preise sind horrend für 2 Kaffee in einer Kleinstadt zahlten wir umgerechnet 6 Euro. Auch die Benzinpreise sind mit 1,58 Euro sehr hoch. Natürlich stehen da die Campingplätze nicht nach so sollte eine Hütte bei Rosskilde satte 70 Euro kosten. Da nahmen wir doch lieber einen Zeltplatz der immer noch mit 18 Euro zu Buche schlägt. Dänemark ist alles in allem entschäuschend, allerding kann wahrscheinlich auch kein Land mit dem fast schon zu adretten Schweden mithalten. Die Leute hier können angeblich alle kein Englisch aber wenn man Sie gleich Englisch anspricht bekommt man auch auf Englisch Antwort. Alles etwas merkwürdig hier, auch die Straßenführung hat uns das eine oder andere Mal vor Rätsel gestellt. Aber in einem Land in dem sogar die Radwege einen Mittelsreifen haben ist wohl nichts unmöglich. Nachdem wir über den großen Belt mit massivem Seitenwind gefahren sind ging es weiter mit der nächsten Fähre. Jetzt sind wir schon auf der Insel Als und übernachten auf einem 3 Sterne Campingplatz mit allem Komfort. Hier ist mal wieder nichts los da ja Ende der Saison. Heute Abend haben wir in der wirklich riesigen und neuen Küche lecker gekocht und morgen geht es weiter nach GOG.


2008.09.07 Gieboldehausen, Deutschland

Motorradreisetreffen…

Von Dänemark ging es problemlos mit div. Fähren zurück nach Deutschland. Wir schlängelten uns zwischen Kiel und Hamburg hindurch um dann ein Stück an der Elbe entlang zu fahren. Durch kleine Dörfer ging es immer entlang des Stromes. Wir hielten in Schwarzenbeck an einem schönen Cafe in der Innenstadt und gönnten uns ein schönes Stück Sahnetorte und einen leckeren Kaffee. Frisch gestärkt ging es dann weiter und schließlich kamen wir nach Basedow an einen kleinen Campingplatz. Beschaulich an einem Kanal gelegen suchten

wir uns einen ruhigen Platz. Am Abend dann ein gutes und reichhaltiges Abendessen im Restaurant am Platz. Die Nacht war ruhig bis gegen 8:00 Uhr ein Bautrupp anfing die Brücke am Kanal zu reinigen. Ab da war es mit der Ruhe vorbei. Also raus aus dem Schlafsack und Frühstücken. Anja hatte Kopfschmerzen und so fuhren wir nicht weit bis nach Bergen an der Dumme. Dort auf dem Camping Fuhrenkamp waren wir fast alleine auf einem riesigen Platz. Der Chef buck uns noch frische Baguette und Brötchen und so war das Abendessen und das Frühstück gesichert. Am nächsten Tag dann auf zum MRT. Im Harz waren dann noch diverse Strassen gesperrt und nach ein paar

Umleitungen kamen wir dann pünktlich in Gieboldehausen an. Das Treffen hielt leider nicht was wir uns davon versprochen hatten und so fuhren wir am Sonntag übermüdet und leicht frustiert nach Hause.


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