Tunesien 2006

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Hier entsteht ab Oktober der neue Reisebericht Tunesien.
Wir haben 6 Wochen Zeit um Land und Leute ausgiebig kennen zulernen. Unsere Motorräder werden 2 leichte Einzylinder Enduros sein. Für die Orientierung ist erstmals ein GPS auf PDA Basis zuständig. Zum Einsatz kommt diesmal eine Fujifilm S9500 um noch bessere Bilder zu bekommen. Sowie die bewährte Sony Digicam.

Für die Anreise werden wir den Autozug nach Livorno nehmen. Dann kurz rüber nach Genua und von dort mit der Fähre nach Tunis.

Demnächst mehr.


22-08-2006 Lautertal

Die Reisevorbereitungen liegen in den letzten Zügen. Hier die News:
Den Autozug haben wir abgehakt. Viel zu teuer und da wir genügend Zeit haben fahren wir gemütlich nach Genua zur Fähre. Diese ist mit einigen Schwierigkeiten über den ADAC gebucht. 2er Kabine erst nach einigen Nachfragen natürlich mit Mehrkosten.
Die zweite Enduro ist auch noch nicht gefunden. Bisher war alles was angeboten wurde über unserem Budget. Vielleicht findet sich noch was in der verbleibenden Zeit. Sonst wird Anja mit der bewährten Transalp fahren.
Die Kamera ist dann doch eine Fujifilm E 900 geworden. Sehr handlich und mit 9 Mio Pixel , Zoom und kompletter Manueller Steuerungsmöglichkeit ein echtes Schnäppchen. Die ersten Bilder sind viel versprechend.
Der neue Reiseführer hat schon einige Markierungen, die Route wird uns erstmal nach Norden an die Küste führen. Dann sehen wir weiter.
Last but not least werden noch ein paar arabische Vokabeln gelernt.


06-09-2006 Lautertal

Nach langem hin und her haben wir jetzt eine Enduro für Anja. Ein Garagenfund sozusagen , leider hat uns der Besitzer vergessen zu sagen dass die komplette Ausgleichswelleneinheit defekt ist. Ein Kabel der Lima war gebrochen und ein Stehbolzen am Auspuff abgerissen, ansonsten noch die Bremsen komplett überholt. Aber nach einer Woche Arbeit und einigen hundert Euro läuft die Kiste jetzt und den Segen vom TÜV hat sie auch. Abgastest 1,42 % Co. Und das bei einem 11 Jahre alten Hobel.
Im Moment baue ich noch die Alukoffer und den Träger. Dann kann es endlich losgehen.


14-09-2006 Lautertal

Die Nerven liegen blank!. Die Kupplung an der Enduro von Anja macht Zicken. Trennt einfach nicht. Nachdem ich einige Teile gewechselt und zum wiederholten Mal die komplette Kupplung zerlegt hatte war gestern dann der Tag der Erleuchtung. Der Kupplungskorb war innen eingelaufen. 2 Scheiben aus 0,2 mm Blech gleichen das jetzt aus. Zudem habe ich noch die Rattermarken am Außenkorb glatt gefeilt. Hurra die Kiste läuft endlich. Heute Mittag ist Probefahrt angesagt. Kurze Tour durch den Odenwald mit vollem Gerödel. Hier mal vielen Dank für die prompte Hilfe und die Tipps von Suzuki Wagner in Darmstadt und von Stefan Hessler von Hessler Motorsport. Deren Nerven habe ich um einiges strapaziert.
Letzte Kleinigkeiten werden noch organisiert dann kann es am Freitag endlich losgehen.


15-09-2006 Lautertal

Hurra, los gehts ! Ich hatte noch einen Tag Frei genommen um doch noch früher losfahren zu können. Über die Autobahn bis ins Allgäu lief es ganz gut. Kurz vor Lindau am Bodensee machten wir dann Station an einem Landgasthof. Meine Kette sollte eigentlich noch bis Tunesien halten, aber jetzt mussten doch 2 Glieder raus. Der Mann der Wirtin war sehr hilfsbereit und mit Einsatz seiner Flex war die Sache in 20 min. erledigt. Leider waren alle Zimmer belegt da immer noch Ferien waren. Nebenan waren Stellplätze für Wohnmobile. Also kurzerhand die Wirtin gefragt ob wir nicht unser Zelt für eine Nacht aufstellen dürfen. War kein Problem und nach einer heißen Dusche in den nagelneuen Sanitäranlagen sowie einem guten Abendessen ging es zeitig in die Schlafsäcke.


16-09-2006

Die Nacht war recht frisch und feucht. Das Zelt vom Tau total nass. Aber es hilft nichts wir wollen weiter. Nach einem Frühstück ging es dann weiter Richtung Chur. Über Feldkirch und Dornbirn fuhren wir durch Lichtenstein. Nach einer Kaffeepause in einem kleinen Städtchen hatten wir wieder neue Energie zum weiterfahren. Weiter Richtung St. Moritz über den Julierpass zum Lago Lecco.

Dort fanden wir einen Platz direkt am See. Sauteuer dafür gab es auch nur warmes Wasser mit Wertmarken. Nach einer eiskalten Dusche in den klaustrophobischen Duschen gab es noch eine Pizza im Restaurante und nach einem Liter Vino Rosso waren wir dann auch reif für die Penntüte.


17-09-2006

In der Nacht regnete es wie aus Eimern. Das Wasser stand schon mehrere Zentimeter hoch im Vorzelt als wir gegen 7 Uhr aufwachten. Doch der Wettergott hatte ein Einsehen und gegen 9 Uhr hörte es auf. Der Benzinkocher hatte mal wieder beschlossen seinen Dienst zu quittieren so gab es halt keinen Kaffee. Das Zelt wieder nass eingepackt und weiter Richtung Genua. Kurz nach Monza verpassten wir die Abfahrt auf die Autobahn und landeten nat. mitten in der Innenstadt von Mailand. Die durchfuhren wir dann fast komplett bis wir die Ausfallstraße zur Autobahn fanden. Diese zog sich endlos bis wir endlich Genua erreichten. Eine ziemlich chaotische Stadt mit typischem Italienischem Verkehr. Nach einiger Zeit fanden wir dann auch einen Campingplatz etwas außerhalb. Der war zwar teuer aber mangels Alternative blieb uns nichts anderes übrig als zu bleiben.


18-09-2006

Der Tag der Abfahrt nach Tunesien. Schnell das Zelt zusammengepackt und auf Richtung Fährhafen. Nach 45 min im Stau wg. einem Motorradunfall ( ein blutiger Schuh lag noch neben dem total zerstörten Motorrad, uns wurde ganz anders ) fanden wir unsere Fähre.

Ab jetzt hatten wir Zeit. Da die Abfahrt erst gegen 15 Uhr erfolgen sollte. Nach und nach kamen noch weitere Motorradfahrer an sowie ein riesiger Magirus Deutz aus Pfaffenhofen. Karlheinz der Fahrer reist schon seit 40 Jahren durch Afrika und hatte nat. jede Menge zu erzählen. Unsere Kabine war geräumig die Betten i. O. und so verbrachten wir eine ruhige Nacht auf See.


19-09-2006

Ankunft in Tunis ziemlich pünktlich um 15:30 Uhr. Die Einreise war problemlos da wir schon an Bord alle Formulare ausgefüllt hatten.

Auf nach Hammam Lif auf den dortigen Zeltplatz. Zwei Motorradreisende schlossen sich uns an und nachdem die KTM von Marc zum zweiten Mal Ihr Kühlwasser ausgespuckt hatte erreichten wir auch den Camping La Pinede bei Hammam Lif. Morgen fahren wir mit dem Zug nach Tunis um die Stadt ausgiebig zu besichtigen.


20-09-2006

Mit dem Zug dauerte es ca. 50 min nach Tunis.

Als erstes besuchten wir die einheimischen Souks. Und dort speisten wir erst mal einen leckeren Brik. Das sind Crepesähnliche Teigfladen die mit allerlei Gemüse und mit Lammfleisch sowie reichlich Harrisa Paste gefüllt werden. Der Wirt und seine Frau ließen sich gerne von uns fotografieren. Weiter gings in die Markthallen nahe den Souks. Leider war schon Nachmittag und die meisten Verkäufer hatten schon zusammengeräumt. Trotzdem erstanden wir noch etwas Käse und Gemüse sowie Brot für das Abendessen. Gegen 16:30 Uhr waren wir wieder zurück auf unserem Platz. Die mitgebrachten Sachen waren schnell angerichtet und ebenso schnell verspeist.


21-09-2006

Heute wollten wir uns den Belvedere Park anschauen aber leider sollte es anders kommen. Auf dem Bahnsteig übersah ich eine Stufe und knickte mit dem linken Fuß um. Alle Bänder überdehnt und der Fuß dick geschwollen holten die Beamten als erstes die Ambulanz. Mit dieser dann mit Blaulicht und Martinshorn ab nach Ben Arous. Dort wurde der Fuß geröntgt. Aber die Ärztin war sich nicht sicher ob etwas gebrochen sei und schickte uns mit der nächsten Ambulanz nach Tunis ins örtliche Krankenhaus. Dort wurden wir gleich an allen anderen Patienten vorbei ins Behandlungszimmer geführt. Ein junger Arzt nahm sich meiner an und nach Beurteilung der Röntgenbilder stellte er fest das nichts gebrochen ist. Allah sei Dank. Mit einem Rezept gegen die Schmerzen und die Schwellung sowie einem festen Tapeverband wollten wir nun wieder zurück. Unser Fahrer der Ambulanz hatte aber schnellstens das Weite gesucht. Nach längeren Diskussionen mit dem Chef des Krankenhauses war es am Ende doch möglich mit der Ambulanz und weiteren Patienten die unterwegs abgesetzt wurden, zu unserem Campingplatz gefahren zu werden. Nach einer selbst erwärmten heißen Dusche und einem Tee inkl. Brik, ging es uns schon wieder besser. Morgen werden wir sehen wie die Schwellung am Fuß aussieht und ev. weiter in den Norden Richtung Bizerte fahren.


22-09-2006

Der Fuß ist zum Glück nicht mehr so stark geschwollen. Eine freundliche Rentnerin die mit Ihrem Mann und Wohnmobil ebenfalls auf dem Platz standen, gab mir abends noch eine Salbe gegen die Schwellung. Also packten wir zusammen und nach einiger Diskussion mit dem Chef vom Platz waren wir uns auch beim Preis einig. Durch Tunis hindurch Richtung Bizerte lief es ganz gut und gegen Mittag erreichten den Strand von Ghar El Melh mit Namen Rass Sidi Ali El Mekki. Dort fragten wir in einem Restaurant nach einer Übernachtungsmöglichkeit. Unverschämte 30 Dinar verlangte der Wirt. Das war uns für das Gebotene zu teuer und ich suchte uns einen Platz am Strand zum zelten.

Den Nachmittag verbrachten wir mit einkaufen und faulenzen am Strand. Gegen Abend bauten wir das Zelt auf und waren früh in den Schlafsäcken. Doch mit schlafen war nicht viel. Die vorher gar nicht so laut wahrgenommene Brandung ließ uns einfach nicht einschlafen. Mit Ohrstöpseln ging es dann doch noch. Leider nur bis gegen 3:00 Uhr in der Früh. Ein lautes und energisches Rufen weckte uns. Durch die Zeltwand hindurch sah ich 2 Männer mit Taschenlampen. Verärgert fragte ich was los sei. Police entgegneten die Männer. Na prima haben die nichts anderes zu tun als Touristen morgens um 3 Uhr zu kontrollieren ? Es half nichts , die Pässe vorzeigen und die Fahrzeugpapiere und nachdem alles fein säuberlich in einem Schulhefer eingetragen war durften wir weiterschlafen. Die Polizisten hatten noch den Hinweis die Motorräder abzuschließen, das wäre sicherer.


23-09-2006

Gegen 7:00 Uhr wachten wir auf. Die Sonne brannte schon unbarmherzig auf unser Zelt und wir beeilten uns nach einem kurzen Frühstück beim zusammenpacken.

Der Sand war natürlich überall und so war es gar nicht so einfach das Zelt und unsere Sachen sandfrei einzupacken. Doch nach 30 min waren wir abfahrbereit und weiter fuhren wir Richtung Bizerte. Nach 10 Kilometer der nächste unfreiwillige Stop. Anja war das Benzin ausgegangen. Die Sandwühlerei vom Vortag hatten wohl doch mehr Benzin verbraucht wie gedacht. Mit einer Plastikflasche die in Tunesien ja überall zu finden ist, zapften wir bei mir 1 Liter ab und weiter ging es zur nächsten Tankstelle. Für umgerechnet 20 Euro tankten wir unsere Motorräder randvoll. Auf nach Bizerte ein Internetcafe suchen. Nach einigem Nachfragen fanden wir auch eins so konnte ich die Seiten aktualisieren. Mal sehen ob ich mir dort wieder, wie schon zuvor in Tunis, meinem USB Stick mit Viren verseucht habe. Bizerte gab nicht viel her wir fuhren weiter Richtung Menzel Bourguiba. Diese Industriestadt hielt uns nicht lange auf und nach einem kurzem Imbiss

ging es weiter nach Teskraia. Ein Schild mit Camping und Hotel lockte uns Richtung Meer. Doch schon die ersten Kurven zwangen uns zur Umkehr. Tiefster feiner Sand da konnte und wollte Anja nicht mehr weiter. Nach einer längeren Verschnaufpause und einigen Überlegungen beschlossen wir weiter nach Tabarka zu fahren. Lief auch prima bis ca. 20 Km vor Tabarka.

Plötzlich war Anja nicht mehr in meinem Rückspiegel . Nach längerem warten kam Sie langsam näher. Der Hinterreifen war platt. Na prima, ein Nagel hatte sich durch den Stollen bis zum Schlauch vorgearbeitet. Na gut, Werkzeug raus und nach ca. 60 min und 2 geflickten Löchern, konnte es weitergehen. In Tabarka gibt es keine Campingmöglichkeit so checkten wir im günstigen Hotel Novelty ein. Mit Garage und Frühstück werden wir hier mal 2 Tage bleiben. Den Abend ließen wir bei einem Tee und Cappuccino in einem Cafe ausklingen. Dort lernten wir noch den lustigen Sohn des Wirtes kennen und gegen 22:00 Uhr wurden wir dann hinausgekehrt. Ab morgen ist Ramadan mal sehen wie das hier gehandhabt wird.


24-09-2006

Der Schlaf endete gegen 5 Uhr in der Früh da der Muezzin gleich gegenüber unserem Hotel zum Gebet rief. Wir blieben noch etwas liegen, doch schon kurze Zeit später drängte es uns mächtig zur Toilette. Hatten wir uns gestern was eingefangen ? Eine Immodium für jeden muss erst mal reichen. Nach dem für die hiesigen Verhältnisse üppigem

Frühstück sah ich nach den Motorrädern. Kaum die Tür geöffnet, traute ich meinen Augen nicht. Anjas Hinterrad schon wieder platt! Na super , wieder das Rad ausgebaut und gleich um die Ecke zur Reifenwerkstatt. Die war aufs modernste ausgerüstet. Und nach 5 min war der Schlauch ausgebaut.

Das Flickzeug von einem der größten deutschen Motorradzubehörhändler mit dem großen L am Anfang war der größte Schrott. Der Monteur konnte die Flicken ganz leicht entfernen und vulkanisierte einen großen Flicken auf. Ein von mir mitgeführter Ersatzschlauch wurde montiert und der Geflickte dient jetzt als Reserve. Nach 30 min war alles wieder montiert und der Urlaub konnte weitergehen. Für ganze 5 Dinar hätte ich mir die Arbeit am Tag zuvor sparen können. Bei ca. 35° im Schatten hält man es nur im Hotelzimmer mit geschlossenen Läden aus. Am Nachmittag wenn es nicht mehr so heiß ist wollen wir mal durch die Stadt laufen und uns Tabarka anschauen.


25-09-2006

Der Morgen begann wie der vorherige. Toilettrun war angesagt. Alle 10 min im Wechsel waren wir unterwegs. 2 weitere Immodium Akut für jeden beendeten vorläufig die Lauferei. El Kef war unser nächstes Ziel. Zu unserem Glück hatten wir über Nacht einen Temperatursturz um 10 ° C. Bei angenehmen 25 ° C fuhren wir durch die Berge über Ain Draham nach Bulla Regia. Die Ruinen gaben nicht all zuviel her zudem nervten die Touristenbusse. Also weiter auf

zum Teil neuer Teerpiste nach Thibar und weiter nach Dougga. Die berühmten Dougga Ruinen schließen leider schon um 15 Uhr während des Ramadan. Also weiter nach El Kef. Über gut ausgebaute Landstraße erreichen wir den Ort der malerisch an einem Bergrücken liegt. Keine Campingmöglichkeit also bleibt nur ein Hotel. Ein entsprechendes zu finden mit Garage zu einem annehmbaren Preis war gar nicht so einfach. Zudem verlor Anja auch noch einen Alukoffer gerade in dem Moment als ich in den Rückspiegel schaute. Die Schrauben hatten sich gelöst. Jetzt hat der Koffer halt ein paar Schrammen mehr. Die unfreundlichen Hoteliers waren nicht bereit zu handeln so mussten wir mit einem überteuerten Zimmer vorlieb nehmen.


26-09-2006

Nach einem dürftigen Frühstück ging es dann weiter über Kasserine nach Gafsa. Dort sollte ein guter Campingplatz sein. Wir erreichten nach einigem suchen den schönen Platz und wunderten uns noch die einzigen Gäste zu sein.

Nachdem das Zelt aufgebaut und ich einen kleinen Service an den Motorrädern gemacht hatte dröhnte plötzlich Ohrenbetäubende Musik aus dem Nachbargebäude. Als ich nachfragte was das soll erklärte mir der Campingplatzbesitzer das heute Abend hier die Disco steigt. Na prima, das wollten wir uns nicht antun also alles wieder eingepackt und nach 15 Min waren wir abfahrbereit. Auf nach Tozeur. Die 90 Kilometer sollten wir gerade noch im Hellen schaffen. Über endlos scheinende Pisten mit starkem Seitenwind kämpften wir uns bis Tozeur durch.Ein paar Kamele am Wegesrand schauten uns verdutzt hinterher als wir mit guten 90kmh an Ihnen vorbeifuhren. Mit dem letzten Abendrot erreichten wir den schönen Camping le Beaux Reves. Hier bleiben wir jetzt erst mal paar Tage.


27/28-09-2006

Die beiden letzten Tage haben wir relaxt. Außer mal kurz nach Tozeur zum Markt waren wir nur auf dem Platz zum urlauben. War aber auch spannend denn die Bauern ernteten die Datteln von den Palmen und da fielen auch einige für uns ab. Die Datteln wachsen uns hier quasi in den Mund und so fühlen wir uns sehr wohl in diesem schattigen Palmenhain bei ca. 35° Grad im Schatten. Morgen starten wir unsere erste offroad Tour zu den Drehplätzen aus den Star Wars Filmen.


29-09-2006

Heute wollen wir zu den Drehorten aus den Star Wars Filmen fahren. Von Nefta aus ca. 13 km Piste in die Wüste. Früh gegen 9:30 Uhr fuhren wir los. Das war auch gut so denn die Sonne brannte schon gewaltig vom Himmel. Den Einstieg zur Piste fanden wir dank GPS schnell und als ich die Luft aus den Reifen abließ waren wir schnell von bettelnden Kindern umgeben. Also aufgesessen und hinein in die Wüste. Die ersten Kilometer waren noch relativ harmlose Wellblechpiste doch dann immer öfter gnadenlose Tiefsandpassagen die nur im Schritttempo zu meistern waren. Danach brutales Wellblech und das immer im Wechsel.

Gegen Ende hielten wir fast jeden Kilometer an um zu trinken und uns zu erholen. Endlich aus ca. 1,5 km Entfernung konnten wir die Bauten sehen. Die letzten Meter über kleine Dünen standen wir in dem kleinen Dorf. Dort wurden wir nat. sofort von den Souvenirverkäufern umringt. Doch wir kauften nichts, machten ausgiebig Bilder und nach einer Umrundung machten wir uns wieder auf den Rückweg. Jetzt mit etwas mehr Übung ging es schon besser, wir brauchten nur noch die Hälfte der Zeit wie bei der Hinfahrt. Die Wellblechpiste nervte dermaßen das ich probierte neben der Piste im festen Sand zu fahren. Zu meiner Überraschung funktionierte das wunderbar ! Mit bis zu 40 km/h surfte ich durch den Sand immer den nächsten Kamelgrasbüschel im Auge. Denn mit Lenken ist im Sand nicht viel. Vielmehr geht es besser mit Gewichtsverlagerung. Doch zweimal reichte die angepeilte Linie nicht und ich überfuhr so einen Grasbüschel. Die Federung der DR machte das klaglos mit doch das überfahren sollte noch Folgen haben. Endlich hatten wir Nefta wieder erreicht und an einer Tankstelle füllten wir die Tanks und pumpten die Reifen wieder auf. Gegen 15:00 Uhr waren wir wieder in Tozeur und entdeckten eine Pizzeria die geöffnet hatte. Sofort hielten wir an und gönnten uns eine leckere Pizza. Die hatten wir uns nach den Strapazen redlich verdient. Zurück am Platz wollte ich die Ketten spannen. Doch was ist das ? Das Kettenblatt von Anjas DR ließ sich mühelos um 1 cm hin und her schieben. Mir schwante übles. Das Hinterrad ausgebaut und tatsächlich das Lager vom Kettenradträger hatte einen guten cm Spiel. Prima, wo bekommen wir jetzt so ein Lager her ? Heute ist Freitag d.h. in moslemischen Ländern Sonntag. Auf Nachfrage bei unserem Campingplatzbesitzer sollte es kein Problem sein am nächsten Tag so ein Lager zu bekommen. Die verbaute Standartgröße sollte jeder tunesische Dorfschmied haben. Gut das wäre geklärt also erst mal Tee trinken. Der Landifahrer vom Nachbarplatz zeigte auf meinen Vorderreifen und meinte “ ist der platt ?“ Auch das noch. Ich hatte mir beim überfahren der Grasbüschel 2 schöne Dornen eingefangen. Gut , jetzt steht die Pannenstatistik 1:1. Aber auch den Platten werden wir erst morgen flicken lassen. Inschalah.


30-09-2006

Der morgen begann wie die anderen auch mit der tunesischen Nationalhymne die in der Grundschule gleich nebenan zum Schulbeginn gespielt wurde. Nach einem kurzen Frühstück machte ich mich mit Vorderrad und dem Kettenradträger auf nach Tozeur zu den div. Werkstätten. Der Helfer vom Camping begleitete mich und mit dem Taxi waren wir schnell bei den Werkstätten angekommen. Ein junger Tunesier, der in einer für Deutsche Verhältnisse unzumutbaren Bruchbude werkelte, begutachtete das Lager und meinte kein Problem. Mit seiner selbstgebauten Hydraulikpresse war das Lager schnell herausgedrückt. Ein neues hatte er zwar nicht aber gleich nebenan sollten wir eins bekommen. Erst beim zweiten Händler etwas weiter in der Stadt wohin wir mit dem schrottreifen Citroen des Arbeiters fuhren erstand ich das Lager. Sogar ein besseres wie vorher da das neue gekapselt war. Das Vorderrad gaben wir auf dem Rückweg bei einer anderen Werkstatt ab und sollten es in einer halben Stunde wieder abholen. Also zurück zur Bruchbude äh Werkstatt und das neue Lager einpressen. Das ging problemlos, auf dem Boden und in unzähligen Kisten lagen genug passende Hülsen zum einpressen herum. Das war erledigt und jetzt fuhren wir wieder zurück zur Reifenwerkstatt. Der Monteur arbeitete so was von penibel das hatte ich in Deutschland noch nicht gesehen. Mit akribischer Genauigkeit wurde der Schlauch untersucht und geflickt. Der Mantel wurde mehrmals innen und außen nach weiteren Stacheln abgesucht. Nach 15 min war der Monteur mit seiner Arbeit fertig und ich konnte mit allen Teilen wieder zurück zum Camping. Die gesamte Reparatur inkl. aller Taxifahrten und einem Bakschisch für den Helfer kostete mich 30 Dinar. Dafür bekomme ich in Deutschland gerade mal das Lager. Auf dem Platz baute ich alles ein und nach 20 min waren die Motorräder wieder fahrbereit. Jetzt erst mal einen Tee kochen und auf Anja warten denn Sie war in der Zwischenzeit im Supermarkt zum einkaufen.


01-10-2006

Heute wollen wir nach Tamerza in die Berge fahren. Die verlassene Altstadt und die riesigen Dattelpalmenhaine haben uns neugierig gemacht. Die Sonne brannte schon ordentlich vom Himmel als wir über die recht grobe Teerstrasse Richtung Berge fuhren.

Unterwegs sahen wir dann einige Kamele in Straßennähe und ich fuhr gleich mal querfeldein um Sie mir näher anzuschauen. Die Stuten mit Ihren Kälbern beeindruckte das ganz und gar nicht und nach einigen Fotos und einem Videoschwenk fuhren wir weiter. Unterwegs sahen wir noch einen Italiener mit seiner Frau die auf einer Honda Dominator unterwegs waren. Er drehte gerade einige Runden im fast ausgetrockneten Chot el Ras ?? wobei Ihn seine Frau mit der Kamera ablichtete. Ein grosses Hallo folgte und nach einem netten Smalltalk fuhren wir weiter zum groß angepriesenen Wasserfall der sich aber eher als Rinnsal herausstellte. Endlich erreichten wir nach einigen Serpentinen die Altstadt von Tamerza die vor einigen Jahren durch starke Regenfälle fast komplett zerstört und daraufhin von den Bewohnern verlassen wurde. Nach den obligatorischen Fotos ging es weiter in die Berge Richtung Algerische Grenze. Die Strukturen der Bergrücken mit Ihren schönen geschwungenen Linien faszinierten uns und nach weiteren Bildern ging es weiter nach Redeyes und nach Malaoui. Hier wird Phosphor abgebaut und der Tagebau und die Bergarbeiterstädte machten schon einen tristen Eindruck. Endlich zurück in Tozeur waren wir recht müde von dem langen Fahrtag und bald lagen wir im Schlafsack.


02-10-2006

Die nächste Station sollte Douz sein. Recht früh am Morgen waren wir abfahrbereit und fuhren über die Dammstrasse durch den Chot el Jerid weiter über Kebili nach Douz. Der Platz war dank GPS schnell gefunden. Ein schönes Fleckchen im Schatten hatten wir uns ausgesucht. Bei wunderbaren 35° Grad im Schatten machten wir uns auf in die Dünen die direkt hinter Douz an dem Kamelrennstadion begannen. Dünenfahren ist bei weitem nicht so einfach wie es aussieht. Ohne entsprechende Erfahrung hat man sich recht schnell festgefahren. So ging es mir auch. Nach ca. 2 km fuhr ich in eine Weichsanddüne und das Vorderrad verschwand bis zur Achse im Sand. Also ausbuddeln. Danach war ich noch vorsichtiger und fuhr zurück. Anja hatte schon gleich am Anfang gestoppt und wartete jetzt auf mich. Also fuhr ich zurück doch vor lauter Dünen kam ich ungefähr 2 km weiter östlich aus den Dünen wieder heraus. Das reichte uns erst einmal und wir fuhren wieder zum Platz zurück. Morgen werde ich es noch mal probieren.


04-10-2006

Ein eigentlich harmloser Sturz mit dem Motorrad beendete heute leider unserer Urlaub schlagartig. Ich habe mir eine Schulterluxation zugezogen die binnen 7 Tagen operiert werden muss. Nach dem Röntgen und dem Urteil einer hiesigen Klinik bleibt uns nur der Rücktransport mit dem ADAC nach Deutschland.
Aber das ist eine andere Geschichte.


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